Typische Komplikationen der Schilddrüsenchirurgie wie zum Beispiel die Stimmbandnervenverletzung „Recurrensparese“ mit der Folge einer Heiserkeit oder die Nebenschilddrüsenverletzung mit der Folge eines Calciummangels im Blut werden durch neueste Techniken auf ein Minimum reduziert. Die Häufigkeit dieser Komplikationen liegt bei uns unter einem Prozent.
Zur Vermeidung der Stimmbandnervenverletzung ist die Identifizierung des Stimmbandnerven („Nervus laryngeus recurrens“ oder „Recurrens-Nerv“) während der Operation bei uns Standard.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Lamadé wurde seit Beginn der 90er Jahre das kontinuierliche Neuromonitoring entwickelt.
Die Entwicklung dieser neuen Methode des kontinuierliche Neuromonitorings (CIONM) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehreren Millionen Euro gefördert. Es ist nun erfolgreich zum Abschluss gekommen und hat sich allen bisherigen Verfahren als überlegen gezeigt. Mit diesem Verfahren ist es erstmalig möglich, eine kontinuierliche, d.h. dauerhafte, über die gesamte Operation sich erstreckende Überwachung des Stimmbandnerven zu gewährleisten. Mit dem Neuromonitoring des Stimmbandnervs sind wir heute in der Lage, nicht nur den Nerv in seinem Verlauf darzustellen und zu schonen, sondern wir können darüber hinaus auch noch während der Operation die postoperative Stimmbandfunktion voraussagen.
Bisherige Verfahren konnten den Nerven nur identifizieren aber nicht stabil und dauerhaft überwachen.
Durch unser Neuromonitoring-Verfahren können wir die operative Strategie zugunsten eines noch schonenderen Vorgehens verändern. Dies kommt gerade Problemfällen und Tumorpatienten zugute.