
Die HELIOS Klinik Titisee-Neustadt ist dem Brustzentrum des Universitätsklinikums Freiburg angeschlossen. Alle Therapiemaßnahmen werden interdisziplinär entschieden. Die präoperative Diagnostik bösartiger Brusterkrankungen erfolgt in der HELIOS Klinik über Mammographie, Mammasonographie und eine High Speed Stanzbiopsie in örtlicher Betäubung. Diese Maßnahmen werden im Regelfall ambulant durchgeführt.
Die chirurgische Behandlung von Brusttumoren erlaubt in der Regel ein Erhalt des Drüsenkörpers. In einigen Fällen ist dieser Brustdrüsenkörpererhalt allerdings nicht möglich. In diesen Fällen wird z. B. eine hautsparende Drüsenkörperentfernung mit Sofortrekonstruktion der Brust durch Hautexpander oder Silikonimplantattechniken durchgeführt. Die Rekonstruktion der Brustwarze erfolgt mit körpereigenem Gewebe.
Außer Brustkrebserkrankungen können auch angeborene Fehlbildungen und Extremformen der Brust Grund zu chirurgischen Eingriffen sein. Häufige Erkrankungen sind hierbei die Makromastie, d. h. die erhebliche Gewichtszunahme der Brust mit entsprechender Beschwerdesymptomatik im Hals- und Wirbelsäulenbereich. Brustfehlbildungen und auch Hypo- oder Mikromastien können psychische Störungen bedingen. Zur Korrektur dieser Formstörungen werden Reduktionsplastiken (Brustverkleinerungen), Augmentationen (Brustvergrößerungen) und Brustangleichungen durchgeführt.
Neben dem Einsatz 3D- und 4D-Sonographie bei unserem geburtshilflichen Patientengut werden derzeit neue Einsatzgebiete dieser Technik erprobt. Unter anderem die Verwendung der 4D-Sonografie im Gebiet der Urogynäkologie. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Gelsenkirchen (Prof. Dr. med. Dipl. Ing. Martin Overhoff) wird z.B. eine Software entwickelt, die es ermöglicht, den Blasenboden als dreidimensionales Modell in seiner Dynamik bei Belastungssituationen darzustellen. Ziel ist eine bessere Differenzierung zwischen zentralem Defekt und lateralem Ausriss des Beckenbodens; diese hat Bedeutung für die richtige Wahl des operativen Vorgehens. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit in der Pränatalmedizin ist der „Three-dimensional multiplanar time-motion ultrasound“ zur Differenzierung fetaler Arrhythmien, die in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe kürzlich entwickelt und publiziert wurde.
Von der wissenschaftlichen Arbeit her gehen aus der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe zahlreiche Publikationen und Vorträge sowie in der Herausgeber- bzw. Autorenschaft drei Monografien hervor. Mit über 100.000 Exemplaren in den vergangenen 6 Auflagen und 2 fremdsprachigen Ausgaben gehört der „Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe“ zu den meistverbreitesten Fachbüchern im Fachgebiet. Weitere Neuerscheinungen sind das „Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe zum Gegenstandskatalog 3“ sowie die „Geburtshilfe integrativ“.