16.11.11
Titisee-Neustadt, 16.11.2011
Gedenkstätte für frühst verstorbene Kinder
Die HELIOS Klinik Titisee-Neustadt hat gemeinsam mit der Stadtverwaltung Titisee-Neustadt ein Grabfeld mit einer Gedenkstätte für im Mutterleib verstorbene Kinder auf dem Stalter-Friedhof eingerichtet. Diese Gedenkstätte wurde am 15.11.2011 mit einer Einweihungsfeier ihrer Bestimmung übergeben und gesegnet.
Wenn Kinder sterben, bevor sie geboren werden, bleibt bei den betroffenen Eltern oft eine schmerzliche Lücke. Dabei ist es unerheblich, ob das Kind nur wenige Wochen oder mehrere Monate im Mutterleib gelebt hat. Der Pflicht diese Kinder zu bestatten, können die Eltern selbst nachkommen, ansonsten trägt die HELIOS Klinik Titisee-Neustadt Sorge dafür.
Ein Platz des Gedenkens, der Stille und der heilsamen Erinnerung finden die betroffenen Eltern jetzt auf dem Friedhof in Neustadt. Mit der Gedenk- und Begräbnisstätte soll den Eltern eine Hilfestellung bei der Verarbeitung ihres Schmerzes und ihres Trauerprozesses gegeben werden.
Sabine Schwörer, Klinikgeschäftsführerin der HELIOS Klinik Titisee-Neustadt begrüßte die Anwesenden der Segnungsfeier an der Gedenkstätte für frühstverstorbene Kinder. „Es ist ein gutes Gefühl, den betroffenen Eltern und Familien jetzt einen heimatnahen und würdevollen Ort zur Verfügung stellen zu können, an dem sie ihre Trauer leben und Abschied nehmen können“, so Schwörer.
Zur Einweihung der Gedenkstätte sagte Dr. Joachim Steller: „Auch wenn Trauer religionsunabhängig ist, danke ich den Vertretern der christlichen Kirchen ganz herzlich für ihre Teilnahme an der heutigen Einweihung. Gleichzeitig bedanke ich mich vor allem auch bei unserer Klinikseelsorgerin, Frau Dorothea Welle und meiner Oberärztin Frau Dr. Claudia Fritz, die sich seit etwa einem Jahr dafür eingesetzt haben, dass wir nun für unsere frühstverstorbenen Kinder eine würdevolle Gedenkstätte und einen Ort zum Abschied nehmen für Eltern schaffen konnten. Gleichfalls danke ich den Vertretern der Stadt Titisee-Neustadt für die kostenfreie Bereitstellung und Pflege des Grabfeldes sowie den Vertretern der Bestattungsinstitute für die sofort zugesagte Unterstützung und nicht zuletzt unserer Klinikgeschäftsführung Frau Sabine Schwörer für die Übernahme der Kosten für dieses Denkmal.
Bürgermeister Armin Hinterseh sagte: „Es gibt für Paare keinen schöneren Moment als zu erfahren, dass sich neues Leben ansagt!“ Umso wichtiger sei es, für Menschen, die dieses Glück nicht erfahren durften, einen Ort zur Trauer anzubieten.
Steinmetz Humbert Müller aus VS-Tannheim erklärte in seiner Ansprache die Symbolik seines gestalteten Gedenksteins. Die beiden Säulen sollen die beiden Elternteile darstellen; die unterschiedlichen Formen symbolisieren die unterschiedlichen Lebensformen. Die Kugel - verziert mit kleinen Swarovski-Steinen - stehen für die sogenannten „Sternenkinder“.
Im Anschluss an die Ansprachen segnete Klinikseelsorgerin Dorothea Welle unter Mitwirkung von Hebammen der HELIOS Klinik Titisee-Neustadt die Gedenkstätte. „Lasst uns diesen Ort segnen als einen Ort für das Erinnern, der Hoffnung und der Liebe; als einen Ort für die Verwandlung der Trauer; als einen Ort des Heilwerdens und des nächsten Schrittes“, so Dorothea Welle.
Neben der Möglichkeit des persönlichen Gedenkens werden unter der Leitung von Klinikseelsorgerin Dorothea Welle regelmäßig “Erinnerungsfeiern“ veranstaltet, in deren Rahmen die im Mutterleib verstorbenen Kinder beigesetzt werden. Betroffene Eltern und Familien erhalten eine Einladung. Termine für die Beisetzungen können bei der Klinikseelsorgerin Frau Dorothea Welle (Tel.: 07651 29-529) erfragt werden.