HELIOS Hanseklinikum Stralsund

Multiple Sklerose

In der Klinik erhalten Patienten mit Multipler Sklerose (MS) kompetente Hilfe von der Diagnosesicherung, der Therapieeinleitung bis hin zur symptomatischen Behandlung eventuell auftretender Krankheitsfolgen. Das gesamte Spektrum der modernen Therapieverfahren wird angeboten (Übersicht).

 

Zunehmend ist eine an den individuellen Erfordernissen ausgerichtete Multiple Sklerose-Therapie möglich:

 

Immer mehr Therapieoptionen stehen zur Verfügung.

 

Bereits im Herbst 2013 wurden mit Alemtuzumab (LEMTRADA®) und Teriflunomid (AUBAGIO®) zwei weitere Wirkstoffe für die Multiple Sklerose-Therapie zugelassen. Diese Entwicklung geht weiter: Seit 2014 steht mit der Fumarsäure (BG-12) (TECFIDERA®) ein weiteres Medikament in Tablettenform zur Verfügung. 

Dann kamen PLEGRIDY® und COPAXONE® 40 mg hinzu. Aktuell wurde im Juli 2016 Daclizumab (ZINBRYTA®) für die MS-Therapie zugelassen. Spätestens Anfang 2017 wird voraussichtlich auch Ocrelizumab zur Verfügung stehen, das sich in Studien als besonders wirksam erwiesen hat.

 

Die Einführung weiterer innovativer Therapieoptionen ist absehbar. Dies gibt Hoffnung, jedoch ist auch besondere Kompetenz bei der Therapieeinleitung und -umstellung gefordert.

 

Maßgeblich ist die richtige Therapieauswahl für den einzelnen Patienten Unsere Klinik arbeitet dabei besonders eng mit den niedergelassenen Neurologen in der Region zusammen. Hilfreich ist sicher auch, dass die Klinik über eine eigene MS-Schwester verfügt. Diese kann individuell Hilfestellungen bei der Therapiedurchführung geben. Wichtig ist auch die gezielte Behandlung neurologischer Krankheitsfolgen, wie einer Störung der Blasenfunktion oder einer Gehbehinderung. Schübe werden effizient behandelt, zumal bei uns auch die Möglichkeit zu Plasmapheresen besteht. Dies ist für manchen MS-Kranken wichtig, der in der Region den Urlaub verbringt.

 

Herr Prof. Dr. Jörn Peter Sieb ist Mitglied im Ärztlichen Beirat des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.

 

Die Abteilung ist auch wissenschaftlich auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose aktiv:

 

Für viele MS-Patienten wird die Lebensqualität durch ein Fatigue-Syndrom, ein Erschöpfungs-Syndrom, überaus beeinträchtigt. Systematisch wurde von der in Kooperation mit einer Arbeitsgruppe der Berliner Charité der Schlaf von MS-Patienten untersucht. Bei vielen der untersuchten Multiple Sklerose-Patienten mit Fatigue hat sich dabei eine behandelbare Schlafstörung gezeigt, die gezielt behandelt werden kann. In unserem Schlaflabor ist eine gezielte Untersuchung von MS-Patienten möglich.

 

Die Abteilung beteiligt sich an der bundesweiten 'Neuromyelitis Optica Study Group - NEMOS'.

 

Dieses Engagement spiegelt sich aktuell in mehreren Publikationen in internationalen Fachzeitschriften wider.

 

Optionen zur Schubprophylaxe bei Multipler Sklerose (Stand Juli 2016) 

Injektionen

  • Interferon-beta-1b:
    • Betaferon®, Extavia®: jeden 2. Tag s.c. (= subkutan, "unter die Haut")
  • Interferon-beta-1a:
    • Avonex®: 30 μg 1x pro Woche intramuskulär
    • Plegridy®: zweiwöchentlich s.c. (seit 2014)
    • Rebif®: 22 μg oder 44 μg 3x pro Woche s.c.)
  • Glatirameracetat
    • Copaxone®: 20 mg täglich s.c.
    • Copaxone®: 40 mg/ml 3x/Woche (seit 2015)

    Orale Therapie (Tabletten)

    • Fingolimod (Gilenya®)
    • Teriflunomid (Aubagio®, seit 2013)
    • Fumarat (Tecfidera®, seit 2014)

    Monoklonale Antikörper (Infusionen)

    • Natalizumab (Tysabri®: 300 mg i. v. alle 4 Wochen, bei Schüben unter obigen Basistherapien oder auch bei bislang unbehandelten Patienten mit hoher Krankheitsaktivität)
    • Alemtuzumab (Lemtrada®; Therapiekontrolle über mehrere Jahre erforderlich: seit 2013)
    • Daclizumab (Zinbryta®: Zulassung Juli 2016) 

    "Ausweichmedikamente"

    • Azathioprin (z. B. Imurek®: empfohlene Dosierung 2- 3 mg/kg Körpergewicht, kaum Studien)
    • Mitoxantron (Ralenova®)
    • Cyclophosphamid

Prof. Dr. med. Jörn Peter Sieb

Chefarzt
Tel.: 03831 35-2550
Fax.: 03831 35-2555
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