HELIOS Hanseklinikum Stralsund

Therapie im Maßregelvollzug

1. Die therapeutischen Rahmenbedingungen


Zu den institutionellen Rahmenbedingungen des Maßregelvollzugs gehört es, dass keiner der Patienten freiwillig in der Klinik untergebracht ist. Aus dieser Perspektive heraus ist es durchaus gerechtfertigt, von einer Behandlung unter Zwang zu sprechen. Nur in eng definierten Ausnahmefällen ist allerdings eine Behandlung tatsächlich gegen den Willen des Patienten ? eine Zwangsbehandlung im engeren Sinne ? zulässig: ausschließlich in einer Situation der akuten Fremd- oder Eigengefährdung und dann auch nur in Bezug auf die Anlasserkrankung. In allen anderen Fällen steht es dem Patienten frei, die konkrete Behandlung abzulehnen. Dem Patienten ist dabei immer wieder eine individuell auf ihn zugeschnittene Behandlung anzubieten, da prinzipiell vom Recht des Patienten und dessen Anspruch auf eine Therapie auszugehen ist. Das Ziel einer Therapie kann nur dann erfolgreich verwirklicht werden, wenn es gelingt, zwischen den Polen der Kontrolle destruktiven Verhaltens und der Förderung konstruktiven Verhaltens ein individuelles Behandlungskonzept zu entwickeln. Bezogen auf das Behandlungsgeschehen sind daher eine gute Kooperation und Kommunikation unter den verschiedenen Berufsgruppen und Behandlungsfeldern unverzichtbare Grundlagen für eine ganzheitliche und erfolgreiche Herangehensweise an Behandlung und Betreuung der Untergebrachten.

 

 

2. Das therapeutische Konzept

 
Der hiesige Therapieansatz ist grundsätzlich sozialpsychiatrisch, multiprofessionell und schulübergreifend angelegt. Infolge der psychischen Erkrankung oder Störung ergeben sich für einen Patienten einschneidende Veränderungen in seiner Lebensweise und weiteren Lebensgestaltung nach seiner Unterbringung im Maßregelvollzug, auf die er im Laufe seines Aufenthaltes vorbereitet werden muss. Ziel der in einen schriftlichen Behandlungsplan einfließenden Behandlungsuntersuchung ist es daher, ein möglichst umfassendes Störungs- und Ursachenmodell für die kriminellen Verhaltensweisen des Patienten zu entwickeln, um hieraus konkrete Therapieziele sowie kausale oder symptomatische Interventionsstrategien ableiten zu können. Auf die Entwicklung einer tragfähigen Arbeitsbeziehung zum Therapeuten wird besonderer Wert gelegt. Inhaltlich umfasst das Behandlungskonzept sowohl somatisch orientierte Methoden der Psychiatrie und Neurologie als auch im hohen Maße Ansätze aus der Psychotherapie, Ergotherapie, Heilpädagogik, Milieutherapie und Sozialarbeit. Bei der Resozialisierung, die ein "Probewohnen" über mehrere Monate mit regelmäßiger Betreuung des Patienten außerhalb und / oder innerhalb der Klinik beinhaltet, wird schrittweise vorgegangen, um den Patienten gezielt auf die angestrebte selbstverantwortliche Eigenständigkeit vorzubereiten.

Zur Fortentwicklung des therapeutischen Konzepts und zur Absicherung der Arbeit wird der regelmäßige fachliche Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen und vergleichbaren Institutionen gepflegt.



3. Die Therapieziele


Das übergeordnete Ziel der Behandlung im Maßregelvollzug ist die Rückfallprophylaxe, die Reduzierung der Auftretenswahrscheinlichkeit von kriminellem Verhalten mit therapeutischen Mitteln, um die gesellschaftliche Wiedereingliederung ohne Rückfall zu realisieren. Dieses Therapieziel muss für den Einzelfall im individuellen Therapieplan so weit konkretisiert werden, dass Fortschritte im beobachtbaren Verhalten messbar werden. Für einen Patienten, der an einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis erkrankt ist, kann das beispielsweise bedeuten, dass er ein Verständnis für seine Erkrankung und die bestehenden Hilfsmöglichkeiten entwickelt und aus diesen Erkenntnissen heraus, selbständig und aktiv für eine regelmäßige Medikamenteneinnahme sorgt.

4. Therapeutische Angebote im Überblick

  • Psychotherapie (Einzel- und Gruppentherapie)
  • Basisbehandlung, Milieutherapie
  • Pharmakotherapie
  • Biologische Behandlungsverfahren
  • Ergotherapie (Arbeits- und Beschäftigungstherapie)
  • körperorientierte Verfahren (Sporttherapie, Tanz- und Bewegungstherapie, Physiotherapie)
  • Unterricht
  • Vollzugslockerungen
  • Sozialarbeit
  • Nachsorge

Der hiesige Therapieansatz ist grundsätzlich sozialpsychiatrisch, multiprofessionell und schulübergreifend angelegt. Infolge der psychischen Erkrankung oder Störung ergeben sich für einen Patienten einschneidende Veränderungen in seiner Lebensweise und weiteren Lebensgestaltung nach seiner Unterbringung im Maßregelvollzug, auf die er im Laufe seines Aufenthaltes vorbereitet werden muss. Ziel der in einen schriftlichen Behandlungsplan einfließenden Behandlungsuntersuchung ist es daher, ein möglichst umfassendes Störungs- und Ursachenmodell für die kriminellen Verhaltensweisen des Patienten zu entwickeln, um hieraus konkrete Therapieziele sowie kausale oder symptomatische Interventionsstrategien ableiten zu können. Auf die Entwicklung einer tragfähigen Arbeitsbeziehung zum Therapeuten wird besonderer Wert gelegt. Inhaltlich umfasst das Behandlungskonzept sowohl somatisch orientierte Methoden der Psychiatrie und Neurologie als auch im hohen Maße Ansätze aus der Psychotherapie, Ergotherapie, Heilpädagogik, Milieutherapie und Sozialarbeit. Bei der Resozialisierung, die ein "Probewohnen" über mehrere Monate mit regelmäßiger Betreuung des Patienten außerhalb und / oder innerhalb der Klinik beinhaltet, wird schrittweise vorgegangen, um den Patienten gezielt auf die angestrebte selbstverantwortliche Eigenständigkeit vorzubereiten.

Zur Fortentwicklung des therapeutischen Konzepts und zur Absicherung der Arbeit wird der regelmäßige fachliche Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen und vergleichbaren Institutionen gepflegt.

Dr. med. Stefan Orlob

Chefarzt
Tel.: 03831 45-2200
Fax.: 03831 45-2205
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