HELIOS Hanseklinikum Stralsund

Friedhof am Krankenhaus West eingefriedet: Das Gedächtnis einer wechselvollen Geschichte

Im Gedenken an die Verstorbenen: Der Leitende Oberarzt der Forensischen Psychiatrie, Dr. Jan Armbruster, legt Blumen an der Stele des Friedhofes nieder.

Das HELIOS Hanseklinikum Stralsund hat den ehemaligen Friedhof der IV. Pommerschen Provinzialheilanstalt am Krankenhaus West neu gekennzeichnet und feierlich eingeweiht.

Der Friedhof an der Rostocker Chaussee gehörte lange zu den vergessenen Orten der Stadt. Nach seiner offiziellen Schließung 1950 verlor er zunehmend seine Struktur, fast alle Grabsteine wurden entwendet. Nun geben Stelen an den beiden historischen Eingangsbereichen und eine von Arbeitstherapeut Karsten Knaack und Patienten der Forensischen Psychiatrie konstruierte Einfriedung wieder Auskunft über die Geschichte des Begräbnisplatzes.

 

Ein Rundweg führt durch die Friedhofsanlage, Bänke laden zum Verweilen ein. „Das Krankenhaus trägt eine wechselvolle Geschichte, zu deren Aufarbeitung wir mit diesem Projekt weiter beitragen wollen. Hunderte Patienten sind an diesem Ort begraben worden. Ihrer möchten wir mit der erneuten Kennzeichnung der Friedhofsanlage gedenken“, sagte der Geschäftsführer des HELIOS Hanseklinikum Stralsund, Robert Möller, heute bei der feierlichen Einweihung.

 

Der Friedhof befindet sich am höchsten Punkt der weiträumigen Anlage und zählt zu den denkmalgeschützten Gartenräumen der ehemaligen Provinzialheilanstalt. Er war mit einem Zaun eingefriedet, dessen Betonpfosten noch heute die Grundstücksgrenze markieren, und mit Gehölzen umgeben. „Friedhöfe sind immer Teil der Geschichte. Sie gehören zum Gedächtnis einer Stadt“, macht Dr. Angela Pfennig, Sachbearbeiterin für Gartendenkmalpflege bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Hansestadt Stralsund, die Bedeutung der Anlage deutlich.

 

Wechselvolle Geschichte

Bei seiner Eröffnung 1912 war der Friedhof der IV. Pommerschen Provinzialheilanstalt familienlosen Patienten als letzte Ruhestätte vorbehalten. Auch auf dem Anstaltsgelände wohnendes Personal lag dort begraben. Neben der Erweiterung um einen Gefallenenfriedhof, diente er als Begräbnisstätte für die Opfer des in allen psychiatrischen Großkrankenhäusern zu verzeichnenden massiven Hungersterbens im ersten Weltkrieg.

 

„Während dieser Zeit wurde die Anlage stummer Zeuge von Tod und Vernichtung“, erklärt Dr. Jan Armbruster, Leitender Oberarzt in der Forensischen Psychiatrie am Hanseklinikum. „Etwa 70.000 Patienten fielen bundesweit dieser verheerenden Katastrophe zum Opfer, für Stralsund ist rechnerisch von 265 Opfern auszugehen.“

 

Zwischen 1912 und der Schließung der Heilanstalt 1939 erfolgten fortlaufend Beerdigungen, die sorgfältig registriert wurden. Die Aufnahmebücher der Anstalt weisen den Tod von fast 2.000 Patienten aus. „Trotzdem blieb das Sterben in der Anstalt in der öffentlichen Wahrnehmung ein Tabuthema“, sagt Dr. Armbruster. Nach Kriegsende wurde die Anstalt als Durchgangslager für Flüchtlinge genutzt. Später fanden mittellose Patienten der auf dem Anstaltsgelände nachträglich eingerichteten Tuberkulose-Heilstätte auf dem Friedhof ihre Ruhestätte.

 

Als nächstes plant das Klinikum, die wenigen verbliebenen Grabsteine zu sanieren und sie an einem zentralen Gedenkort aufzustellen.

 

Am 1. Oktober um 10.00 Uhr bietet Dr. Pfennig eine gartenhistorische Führung durch die Gartenräume der ehemaligen Provinzialheilanstalt an. Treffpunkt ist die Klinikumskirche. Teilnahmegebühr: 5 Euro.

 

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

 

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

 

 

Pressekontakt:

Mathias Bonatz

Unternehmenskommunikation und Marketing

HELIOS Hanseklinikum Stralsund

Telefon: (03831) 35- 10 07
E-Mail: mathias.bonatz@helios-kliniken.de




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