Das medizinische Zentrum bietet neben vollstationärer Behandlung auch tagesklinische Plätze an.
Die Klinik für Alterspsychiatrie hat eine Tagesklinik mit acht Plätzen. Über tagesklinische Plätze verfügen auch die Frauenklinik, die Klinik für Innere Medizin und die Klinik für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie.
Die Tagesklinik der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie bietet ebenfalls zwölf Patienten eine tagesklinische Behandlung an. Diese Tagesklinik ist eine allgemein-psychiatrische Einrichtung, in der eine teilstationäre psychiatrische Behandlung erfolgt. Die Patienten nehmen von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16 Uhr an einem mehrdimensionalen Therapieprogramm teil. Die übrige Zeit des Tages und die Wochenenden werden im häuslichen Umfeld verbracht. Die tagesklinische Behandlung bietet u.a. den Vorteil einer intensiven psychiatrischen Therapie bei gleichzeitigem Erhalt der sozialen und familiären Bindungen im gewohnten Alltagsumfeld.
In der Tagesklinik werden Patienten mit Psychosen (z.B. Schizophrenie), affektiven Störungen (z.B. Depression) sowie mit Angsterkrankungen und bestimmten Formen der Persönlichkeitsstörung behandelt. Für Patienten mit einer schweren psychotischen Symptomatik oder mit ausgeprägten hirnorganischen Beeinträchtigungen ist eine tagesklinische Behandlung nicht angezeigt. Als Kontraindikation gelten auch eine akute Suizidalität oder eine primäre Suchterkrankung. Die Behandlung in der Tagesklinik kann im Anschluss an eine vollstationäre psychiatrische Therapie zur weiteren Stabilisierung und Vorbereitung auf die Rückkehr in die Häuslichkeit oder zur Intensivierung einer nicht mehr ausreichenden ambulanten Betreuung erfolgen.
Behandelt werden Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren, die in der Stadt Schwerin, bzw. in der Umgebung leben, wobei die Fahrzeit für die täglichen An- und Heimfahrten 30 Minuten nicht überschreiten sollte.
Basierend auf einem bio-psychosozialen Verständnis psychischer Krankheiten ist die Behandlung in der Tagesklinik eine mehrdimensionale psychiatrische Therapie, die überwiegend als Gruppentherapie erfolgt. Dabei kommen psychotherapeutische, pharmakologische und soziotherapeutische Elemente zur Anwendung. Wesentliches Therapieziel ist die Reintegration des psychisch Kranken in seine Lebenswelt. Hierfür werden eine Linderung der psychischen Symptome und eine Stabilisierung der Persönlichkeit angestrebt. Dies soll in einem sozialtherapeutisch förderlichen Milieu innerhalb der Tagesklinik erreicht werden.
Wichtige Therapiebausteine sind Psychoedukation, kognitives Training, Ergotherapie, Bewegungs- und Schwimmtherapie sowie Musiktherapie und Entspannungsverfahren. Dem Behandlungsteam gehören qualifizierte und erfahrene Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen an.
Die Psychiatrische Institutsambulanz nimmt auf der Grundlage des § 118 SGB V an der ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung psychisch Kranker in der Region teil. Behandelt werden insbesondere solche Patienten, die aufgrund der Art, Dauer und Schwere ihrer Erkrankung oder wegen zu großer Entfernung zu geeigneten Ärzten auf die spezifischen Behandlungsmöglichkeiten einer Institutsambulanz angewiesen sind. Durch ein multiprofessionelles Therapeutenteam wird eine mehrdimensionale Behandlung des Patienten ermöglicht. Dabei wird eine moderne Psychopharmakotherapie mit einem integrativen psychotherapeutischen Vorgehen und verschiedenen soziotherapeutischen Elementen kombiniert. Um eine kontinuierliche und an die individuellen Erfordernisse des psychisch Kranken adaptierte Behandlung zu gewährleisten, wird eine wechselseitige Kooperation mit dem stationären Klinikbereich und insbesondere eine enge Verzahnung mit der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie angestrebt. Darüber hinaus wird im Sinne des sozialpsychiatrischen Grundprinzips der Gemeindenähe ein intensiver Kontakt mit den am Wohnort des Patienten tätigen Hausärzten und niedergelassenen Psychiatern sowie mit den entsprechenden komplementären psychosozialen Betreuungseinrichtungen gesucht. Der Zugang zur psychiatrischen Institutsambulanz kann sowohl auf ärztliche Überweisung als auch nach Anmeldung durch den Patienten selbst erfolgen. Besonderer Wert wird auch auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Krisenintervention bei akuter psychischer Dekompensation gelegt.
Neben der Behandlung im Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie, in welchem die Hauptklientel einer Psychiatrischen Institutsambulanz versorgt wird, werden auch in den Kliniken für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie, Alterspsychiatrie, Abhängigkeitserkrankungen und Psychosomatische Medizin sowie Psychotherapie ambulante Leistungen über die Psychiatrische Institutsambulanz erbracht.
Perspektivisch gilt es, die ambulanten und teilstationären Therapiemöglichkeiten weiter auszubauen, da diese künftig noch weiter in das Zentrum der psychiatrischen Behandlung rücken werden. Solche niederschwelligen, gemeindenahen Strukturen erfahren eine hohe Akzeptanz sowohl bei Patienten und deren Angehörigen als auch in der Region.