HELIOS Kliniken Schwerin

Afterloadingtherapie

Afterloadingtherapie (zu deutsch Nachladeverfahren) ist eine Form der internen Strahlentherapie. Die interne Strahlentherapie hat mit der Entwicklung des Afterloadings einen ganz wesentlichen Fortschritt gemacht. Eine winzige radioaktive Quelle (Isotop Iridium 192, Durchmesser 1 mm, Länge 3,5 mm) wird ferngesteuert direkt an den Tumor herangebracht. Durch diesen unmittelbaren Kontakt der Quelle mit der zu bestrahlenden Stelle wird die Strahlenbelastung des gesunden Normalgewebes minimal gehalten. Die Afterloadingtherapie wird in unserer Klinik vornehmlich bei gynäkologischen Karzinomen, Lungenkrebs und Krebs der Speiseröhre eingesetzt.

 

Der Ablauf einer Afterloadingtherapie gestaltet sich beispielsweise beim Bronchialkarzinom wie folgt:

 

Zunächst wird der Patient oder die Patientin auf einem speziellen Bestrahlungstisch gelagert. Ein Facharzt für Lungenkrankheiten führt ein Bronchoskop in die Lunge ein und sucht die zu bestrahlende Stelle. Wenn diese Stelle gefunden ist, wird eine lange biegsame Hohlsonde bis hierher geführt. Nun kontrolliert der Strahlentherapeut mit einem Durchleuchtungsgerät (einem C-Bogen, wie er auch in der Chirurgie üblich ist) die Lage der Sonde in der Lunge. Ist auch dieses in Ordnung, wird die Sonde an das Afterloadinggerät, in dem sich die radioaktive Quelle befindet, angeschlossen,. Nun verlassen alle Ärzte und Schwestern den Bestrahlungsraum. In der Zwischenzeit hat ein Medizinphysiker mit einem speziellen Bestrahlungsplanungssystem nach Vorgaben der Ärzte eine optimale Bestrahlung errechnet. Nach dieser Berechnung wird jetzt die kleine Quelle mittels eines Bowdenzugs ferngesteuert ausgefahren und wird ebenfalls rechnergesteuert innerhalb der gelegten Sonde in dem zu bestrahlenden Gebiet bewegt. Es wird also gewissermaßen Stück für Stück das zu bestrahlende Gebiet mit der Quelle abgetastet.



Über uns