HELIOS Kliniken Schwerin

Morbus Parkinson

Was ist Morbus Parkinson?

 

Die Parkinson’sche Krankheit ist hauptsächlich durch eine Verlangsamung der Bewegungen (Hypokinese) gekennzeichnet, die sich unter anderem in reduzierter Mimik, leisem Sprechen, kleiner Schrift und kleinen Schritten ausdrückt. Zudem kann ein Zittern (Ruhetremor) oder eine Muskelsteifigkeit (Rigor) vorhanden sein. Ein weiteres Symptom ist die Störung der Stellreflexe (posturale Instabilität), die ein erhöhtes Sturzrisiko bedingt.

Der Morbus Parkinson gehört zu den sogenannten neurodegenerativen Erkrankungen, die dadurch charakterisiert sind, dass in bestimmten Hirnregionen Nervenzellen untergehen. Beim Parkinson sterben hauptsächlich Nervenzellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) ab, die als Botenstoff das Dopamin benutzen. Die Krankheit beginnt in den meisten Fällen im Alter von 50 bis 60 Jahren und ist im weiteren Verlauf fortschreitend.

 

Diagnostik

 

Neben den genannten klinischen Kriterien kann durch Beobachtung des Patienten vor und nach Einnahme von L-Dopa geklärt werden, ob die Symptome sich durch dieses Medikament bessern lassen, was die Diagnose des Morbus Parkinson unterstützt. Durch eine strukturelle Bildgebung (CT oder MRT) lassen sich andere Ursachen ausschließen. Die funktionelle Bildgebung mit dem DAT-Scan kann den Untergang der dopaminergen Nervenzellen in der Substantia nigra nachweisen.

 

 
Therapie

 

Die wesentliche Säule der medikamentösen Behandlung besteht darin, das im Gehirn fehlende Dopamin zu ersetzen. Dies kann durch die biochemische Vorstufe, das L-Dopa, oder durch Dopaminagonisten erfolgen. Zudem gibt es Substanzen, die die Verfügbarkeit des L-Dopa im Gehirn erhöhen, die in Kombination mit L-Dopa verabreicht werden. Da es zurzeit nicht möglich ist das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, muss im Verlauf der Erkrankung die Medikation immer wieder angepasst werden, um die Auswirkungen der Erkrankung zu reduzieren. Nach einer Erkrankungsdauer von ca. 10 Jahren ist es oft sehr schwierig dieses mit Tabletten zu erzielen, so dass dann eine Intensivierung der Therapie mittels Medikamenten-Pumpen notwendig sein kann. Alternativ bietet sich dann eine operative Behandlung mit dem sogenannten Hirnschrittmacher an.

 

Eine weitere wichtige Säule der Therapie ist tägliche aktive Bewegung (Gymnastik, Spaziergänge, Radfahren etc.). Ergänzend sind auch Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie hilfreich. Alle diese Maßnahmen sorgen dafür, dass die Bewegungsfähigkeit so lange wie möglich erhalten bleibt.

 

Begleitsymptome

 

Depressionen sind mit ca. 40% ein häufiges Begleitsymptom, welches erkannt und behandelt werden sollte, da sonst die Lebensqualität noch deutlich schlechter ist. Antidepressiva, vor allem die der neueren Generation, stellen eine gute Behandlungsoption dar. Dementielle Symptome (Gedächtnisstörungen, verlangsamtes Verarbeiten) treten im Verlauf häufig hinzu und bewirken neben den motorischen Symptome weitere Probleme im Alltag. Kreislaufprobleme können sowohl von der Erkrankung selbst als auch von der Therapie herrühren und machen sich vor allem in zu niedrigem Blutdruck, Kollapsneigung und Düsigkeit bemerkbar.

 

 

Prof. Dr. med. Frank Block

Chefarzt Neurologie
Tel.: 0385 520-50 31
Fax.: 0385 520-50 33
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