HELIOS Kliniken Schwerin

Die Carl-Friedrich-Flemming-Klinik: Heute

Die Carl-Friedrich-Flemming-Klinik besteht aus insgesamt fünf chefärztlich geleiteten Einzelkliniken (Kinder- und Jugendneuropsychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie, Alterspsychiatrie, Abhängigkeitserkrankungen, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie), zwei Tageskliniken und einer Institutsambulanz und bietet Behandlungsmöglichkeiten für das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock.

 

Die Klinik arbeitet auf der Grundlage moderner, empirisch abgesicherter Behandlungsverfahren. Ausgangspunkt ist ein multifaktorielles Modell der Entstehung psychischer Erkrankungen unter Einbeziehung biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Neben dem Stand der Wissenschaft entsprechenden pharmatherapeutischen, psychotherapeutischen und soziotherapeutischen Verfahren besteht innerhalb der Klinik ein breites Angebot komplementärtherapeutischer Behandlungsmöglichkeiten, wie z. B. Ergotherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Reittherapie, Arbeitstherapie und Musiktherapie.

 

 

Vor dem Hintergrund der gesetzlich verankerten Versorgungspflicht müssen in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie Patienten mit akuten psychischen Störungen (z.B. akute Psychosen, Suizidalität, Krisensituationen) jederzeit aufgenommen und versorgt werden können. In günstigen Fällen kann es zu einer relativ raschen Rückbildung der akuten Störung kommen, z. B. durch eine adäquate pharmakologische Behandlung, Behandlung körperlicher Grundkrankheiten und einige wenige auf das Akutproblem fokussierte Gespräche. Bei der Mehrzahl aller zur stationären Aufnahme kommenden Patienten käme es nur zu einer vorübergehenden Besserung der Symptomatik, wenn nicht verschiedene aufrechterhaltende Faktoren erkannt und in der Therapie berücksichtigt werden, z.B. zwischenmenschliche, private oder berufliche Probleme, innere Konflikte, unangemessene oder unrealistische Gedanken, häufig mit der Folge problematischer Verhaltensmuster. Bei nicht ausreichender Beachtung solcher Faktoren kommt es zum so genannten "Drehtüreffekt", das bedeutet, dass der Patient schon bald nach der Entlassung in seine unveränderte Lebenssituation und ohne Aufarbeitung der problematischen Denk- und Verhaltensstrukturen erneut eine Verschlechterung seiner psychischen Erkrankung erlebt, so dass z.B. der gerade begonnene berufliche Wiedereinstieg schon nach wenigen Wochen oder Monaten wieder abgebrochen werden muss. Es hat sich gezeigt, dass dieser großen Gruppe von Patienten nur dann ausreichend geholfen werden kann, wenn im Rahmen der stationären Behandlung die innerpsychischen, interaktiven und sozialen Bedingungsfaktoren erkannt und behandelt werden, die zur Auslösung oder Aufrechterhaltung der Erkrankung führen. Hierzu braucht es Zeit und gut qualifizierte Mitarbeiter.

 

Es kommt darauf an, im Rahmen der stationären Behandlung auch die Hintergrundproblematik zu erkennen, die richtige "Weichenstellung" vorzunehmen und so die Voraussetzungen für eine individuell angepasste ambulante Nachbehandlung zu schaffen.

 

Die entscheidende Voraussetzung dafür, eine über das Notfall- und Krisenmanagement hinausgehende adäquate störungsspezifische Behandlung psychischer Erkrankungen leisten zu können, besteht darin, dass ausreichend viele und ausreichend gut qualifizierte ärztliche und psychologische Therapeuten zur Verfügung stehen. Im Unterschied zu anderen medizinischen Disziplinen, in denen die technische Ausstattung einen hohen Stellenwert einnimmt, kommt es im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie fast ausschließlich auf das ausreichende Vorhandensein dieses menschlich-therapeutischen Potentials an.

 

Aus diesem Grunde gehört es zu den zentralen Zielen von HELIOS, dass die zum Konzern gehörenden Kliniken für gut qualifizierte ärztliche und andere Mitarbeiter einen attraktiven Arbeitsplatz darstellen. So existiert an der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung ein internes Curriculum, mit dem alle für die Facharztprüfung erforderlichen theoretischen Kenntnisse abgedeckt werden. Hinzu kommen Fortbildungsveranstaltungen mit renommierten externen Referenten, die auch von niedergelassenen Kollegen besucht werden.

 

Durch die Zugehörigkeit zum HELIOS-Konzern treffen sich die Chefärzte der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik im Rahmen der Fachgruppenarbeit mit Chefärzten derselben Fachrichtung aus anderen HELIOS-Standorten. In den somatischen Fächern konnte in den letzten Jahren ein innovatives Qualitätsmanagementsystem etabliert werden, das auf der Grundlage von routinemäßig erfassten Kennzahlen eine bisher nicht da gewesene Transparenz ermöglicht und über das so genannte Benchmarking zu messbaren Qualitätsverbesserungen in den einzelnen HELIOS-Kliniken führt. Die Fachgruppe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, arbeitet aktuell daran, auch in diesem Bereich ein entsprechendes Qualitätsmanagementsystem aufzubauen, das quantifizierbare medizinische Zielsetzungen ermöglicht und die Ergebnisqualität misst.

 

Des Weiteren werden einheitlich und klar definierte Behandlungsrichtlinien entwickelt und die konsiliarische Zusammenarbeit mit den somatischen Fächern verbessert. Die enge Verbindung zwischen Klinikum und Carl-Friedrich-Flemming-Klinik gewährleistet einerseits eine optimale medizi- nische Versorgung psychisch Kranker und ermöglicht andererseits die Mit- oder Weiterbehandlung körperlich kranker Menschen, die gleichzeitig unter einer psychischen Störung leiden. Beispiel hierfür ist die überaus große Patientengruppe mit Erkrankungen aus dem psychosomatischen Fachgebiet, bei denen wiederholte und kostspielige medizinische Abklärungen keinen wesentlichen organischen Befund ergeben. Auch Patienten mit unerkannten depressiven Störungen klagen häufig primär über organische Beschwerden, wie Kopf- und Rückenschmerzen oder Erschöpfungssyndrome und kommen erst mit großen Verzögerungen in eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Bei Patienten mit Suchterkrankungen bleiben wiederholte somatische Behandlungen häufig erfolglos, da die zu Grunde liegenden Schädigungsfaktoren (z. B. Alkohol und Tabak) fortbestehen.

 

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit informieren wir die Bevölkerung über unsere Arbeit und leisten damit einen Beitrag zur Früherkennung und zur rechtzeitigeren Behandlung psychischer Erkrankungen. Initiativen wie das erfolgreiche "Bündnis gegen Depressionen", das zu einer messbaren Abnahmen von Suiziden in der Nürnberger Region geführt hat, werden in diesem Jahr auch in Schwerin mit Unterstützung durch das Sozialministerium und unter Einbeziehung medizinischer und öffentlicher Einrichtungen durchgeführt.

Das Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat in seinem aktuellen Feststellungsbescheid die bisherige Anzahl von 295 Betten sowie 22 Tagesklinikplätzen bestätigt sowie zusätzlich den Aufbau einer zweiten Tagesklinik in Ludwigslust mit zunächst 10 Behandlungsplätzen genehmigt.

 

Der Standort Schwerin zeichnet sich durch eine enge und gut funktionierende Zusammenarbeit mit komplementären psychosozialen Einrichtungen in der Region aus. Durch die Zugehörigkeit zum HELIOS Konzern mit insgesamt 25 Kliniken, einschließlich psychiatrischer Abteilungen und Einrichtungen in Erfurt, Aue, Bochum und Berlin, konnte die Carl-Friedrich-Flemming-Klinik ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen und weiter ausbauen. Mit knapp 40 Ärzten, ca. 20 Psychologen und Sozialarbeitern, über 200 Mitarbeitern im Pflegedienst sowie ca. 35 Mitarbeitern in den komplementären Therapien besteht eine gleich bleibend hohe Auslastung der Klinik. Die Fallzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um weitere 200 auf 3954 Fälle an. Insgesamt lag die Erfüllung der geplanten Berechnungstage im vollstationären Bereich damit bei 102 Prozent. Besonders erfreulich ist die Entwicklung im tagesklinischen Bereich, hier betrug die Erfüllung der geplanten Berechnungstage sogar 117 Prozent.

 

Zusammenfassend bietet die Carl-Friedrich-Flemming-Klinik sehr günstige Voraussetzungen für eine, auch zukünftig erfolgreiche Entwicklung. Aufgrund der Zugehörigkeit zu HELIOS sind sowohl die erforderlichen finanziellen Investitionen als auch die innovative und kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität gewährleistet, zum Nutzen aller von psychischer Krankheit betroffener Menschen.

Prof. Dr. med. Andreas Broocks

Ärztlicher Direktor
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