08.02.12
HELIOS Kinderchirurgen befreiten georgischen Jungen von seinem Leiden
Vor knapp zehn Monaten kam der siebenjährige Guram - vermittelt über das „Friedensdorf International" - zum ersten Mal in die HELIOS Kliniken Schwerin. Bereits sieben Jahre lang trug der georgische Junge, unter seiner Kleidung versteckt, einen Kunststoffbeutel an seinem Bauch. Denn Goram litt an einer angeborenen Fehlbildung seines Verdauungstraktes. Ihm fehlte der natürliche Darmausgang. Nach mehreren Operationen fliegt er nun Mitte Februar geheilt wieder zurück in seine Heimat.
Im April 2011 hatten die Kinderchirurgen um Chefarzt Dr. Harald von Suchodoletz Guram zum ersten Mal operiert. In einem schwierigen Eingriff hatten sie seinen fehlenden Darmausgang rekonstruiert und ihn von seinem Kunststoffbeutel am Bauch befreit. „Durch die vielen erfolglosen Voroperationen in seiner Heimat zeigte sich die anatomische Situation noch komplizierter als erwartet“, sagt Dr. Harald von Suchodoletz. In der Folge musste Guram deshalb noch mehrere Male operiert werden. Zu sehr hatten die Narben seinen neu geschaffenen Darmausgang eingeengt, sodass dieser Schritt für Schritt gedehnt und erweitert werden musste.
Parallel dazu musste Guram zunächst lernen, seinen Schließmuskel zu benutzen. Dazu kehrte Guram zwischenzeitlich wieder ins Friedensdorf zurück. Fast unbemerkt lernte er dabei Deutsch. Inzwischen kann er sich problemlos mit Ärzten und Schwestern unterhalten und hat dadurch ihre Herzen erobert. Der Abschied fällt nun natürlich schwer. Aber alle wissen, dass er in seiner Heimat ein Leben mit sozialer Akzeptanz führen können wird. Mit in seinem Gepäck hat Guram neben vielen Eindrücken und Erinnerungen einen Brief für seine Eltern und die Ärzte in der Heimat. Hier ist in russischer Sprache beschrieben ist, wie die Schweriner Kinderchirurgen Guram therapiert haben und was in Zukunft zu beachten ist. „Wir haben das große Glück, dass unsere Oberärztin Ute Krüger durch ihr Studium die russische Sprache perfekt beherrscht und wir so sicher sein können, dass diese wichtigen Informationen ihre Adressaten erreichen“, so Dr. Harald von Suchodoletz. „Dadurch schließt sich auch für uns der Kreis.“