15.09.09
Das Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen. Bei zirka 85 Prozent aller Betroffenen handelt es sich um das harmlose „primäre Schnarchen“. Die restlichen 15 Prozent weisen das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom auf. Dabei ist das Schnarchen nur ein Symptom dieser gefährlichen Erkrankung. Kennzeichnend sind Atemaussetzer während des Schlafs. Das Wiedereinsetzen der Atmung ist häufig mit einem lauten Schnarchgeräusch verbunden. Durch das Aussetzen der Atmung, das bis zu fünfzig Mal pro Stunde Schlaf eintreten kann, wird die Architektur des Schlafes gestört. Die Betroffenen sind in der Folge tagsüber müde, schlafen oft ein. Die Gefahr eines Sekundenschlafes am Steuer eines Fahrzeuges ist deutlich erhöht. Auf der anderen Seite löst der Sauerstoffmangel im Gehirn während der Atemaussetzer eine Alarmreaktion des gesamten Körpers aus: Herzfrequenz und Blutdruck steigen. Auf Dauer kann dies zu Herzrhythmusstörungen sowie einem chronisch erhöhten Blutdruck führen. Die Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles wächst.
Häufig bemerkt der Bettpartner diese Atemaussetzer. Therapeutisch sollte zunächst ein ambulantes Schlafscreening durch einen niedergelassenen Arzt erfolgen. Ergibt sich ein Verdacht auf das Apnoe-Syndom, folgt eine Einweisung in ein Schlaflabor. Hier werden die betroffenen Patienten mit Atemmasken für die Nacht versorgt. Diese erzeugen einen dauerhaften Überdruck in den Atemwegen und halten sie dadurch offen. Die Therapie kann und muss dann lebenslang zu Hause fortgeführt werden.
Liegt dagegen ein harmloses Schnarchen vor, steht die Störung des Bettpartners im Vordergrund. Hier gibt es zunächst einige einfache Maßnahmen, dem Schnarchen zu entgegnen. Dazu gehören die Beseitigung eines eventuell vorhandenen Übergewichts und die Einhaltung einer guten Schlafhygiene. Das heißt: Keine schweren Mahlzeiten, kein Alkohol und keine Beruhigungsmittel am Abend sowie die Einhaltung regelmäßiger Zu-Bett-Geh-Zeiten. Zur Vermeidung der im Allgemeinen schnarchfördernden Rückenlage kann beispielsweise ein Tennisball in das Rückenteil des Schlafanzuges eingenäht werden. Führen all diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, sind eventuell auch operative Eingriffe in Erwägung zu ziehen. Durch eine Verkleinerung des weichen Gaumens oder des Zungengrundes oder - im Falle einer gestörten Nasenatmung - durch eine Korrektur der Nasenscheidewand kann in 70 bis 80 Prozent der Fälle ein Erfolg erzielt werden.