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15.09.09

Haut

Prof. Dr. med. Stephan Sollberg

Wann sollte ein Muttermal entfernt werden?

Im Prinzip kann man dazu eine recht einfache Regel anwenden, und zwar die sogenannte ABC-Regel. Dabei steht der Buchstabe „A“ für Asymmetrie, „B“ für Begrenzung und „C“ für Color oder Farbe.
Ein Muttermal sollte dann entfernt werden, wenn es sich hinsichtlich der genannten Kriterien verändert. Oder aber, was sogar häufiger vorkommt, wenn sich jenseits der Pubertät ein neues Muttermal bildet, welches bezüglich dieser Eigenschaften auffällig ist.  Für das Melanom, den bösartigen schwarzen Hautkrebs, sind nämlich eine asymmetrische Form, eine unscharfe wolkenartige Randbegrenzung und das Auftreten unterschiedlicher Farbtöne innerhalb des Mals typisch. Die Färbung kann dabei von einem bläulichen Farbton über verschiedenste Brauntöne bis hin zu einer Schwarzfärbung reichen.
Tritt zusätzlich ein Bluten oder Jucken auf, sollte umgehend  ein Arzt aufgesucht werden.


Besondere Obacht müssen vor allem auch diejenigen geben, die eine positive Familienanamnese aufweisen. Das heißt Menschen, deren direkte Verwandte bereits an einem Melanom erkrankt waren oder sind.
Trotz einer breit angelegten Aufklärungskampagne in den letzten Jahren sehen wir dennoch eine zunehmende Anzahl an Patienten mit bereits fortgeschrittenen Melanomen. Deshalb möchte ich jedem empfehlen, alle zwei Jahre die Vorsorgeuntersuchung in Form eines Hautkrebsscreenings in Anspruch zu nehmen. Menschen mit familiärer Vorbelastung würde ich sogar eine jährliche Untersuchung ans Herz legen. Die Vorsorgeuntersuchung bieten neben den Hautärzten auch zahlreiche geschulte Hausärzte an. Mit Hilfe der Auflichtmikroskopie kann der Arzt so verdächtige Muttermale erkennen und alle weiteren Schritte einleiten. Diese bestehen  in der Regel in der vollständigen operativen Entfernung mit anschließender histologischer Untersuchung oder alternativ in einer regelmäßigen Beobachtung.
Die Ursachen für die Entstehung des schwarzen Hautkrebses sind noch nicht vollständig erforscht. Nachgewiesen ist aber ein Zusammenhang mit der Anzahl frühkindlicher Sonnenbrände. Wissen sollte man zudem, dass ein Melanom nicht unbedingt auf den Hautarealen entsteht, die verstärkt der Sonne ausgesetzt sind wie das Gesicht oder die Hände. Die Entstehung ist also kein örtliches Phänomen, vielmehr spielen  Blut-, aber auch genetische Faktoren dabei eine Rolle.


Der Schutz vor der dem schwarzen Hautkrebs ist gleichermaßen einfach wie schwer und besteht nach heutigen Erkenntnissen ausschließlich in der Vermeidung von Sonnenbränden. Dies gilt insbesondere bei Kindern. Die Eltern sollten ihre Kinder ausreichend schützen und eine übermäßige Sonnenexposition vermeiden.