HELIOS Kliniken Schwerin

Kinder-Uni: Wenn Grundschüler sich für Medizin begeistern

Von Händehygiene über Teddy-OP, simulierte Schädelöffnung oder Ernährungspyramide bis hin zum Wunder der Geburt - in diesem Jahr bot die Kinder-Uni wieder 150 Grundschülern ein abwechslungsreiches wie spannendes Programm. Eine Woche lang erhielten Schweriner Mädchen und Jungen mit kindgerechten Vorträgen und Exkursionen Einblicke in die Welt der Medizin. Dank des Engagements und der Ideen, mit denen sich rund 40 Ärzte, Pflegekräfte, Hebammen und Organisatoren eingebracht haben, war die Kinder-Uni auch dieses Jahr wieder ein toller Erfolg.

1. Tag: Kurt Kuschel und unser Abwehrsystem

Den ersten Uni-Tag begann das Team der Krankenhaushygiene zunächst mit Kurzvorträgen über Bakterien, Viren, Parasiten und einer Reise durch das Abwehrsystem. Dabei lernten die Schüler auch, welch wichtige Rolle die Händehygiene spielt. Da auf Theorie bekanntermaßen Praxis folgt, wurden anschließend erst einmal gründlich die Hände desinfiziert. Wie sie es richtig machen, lernten die Jung-Mediziner im Rahmen ihrer ersten „Exkursion“ und kontrollierten per UV-Licht das Ergebnis. Das folgende Anlegen der OP-Kleidung war auch dieses Jahr wieder ein Highlight.
Bei weiteren Praxiskursen betrachteten die Schüler zudem einige Parasiten unter dem Mikroskop und begleiteten Kinder-Uni-Maskottchen Kurt Kuschel zum Impfen. In mehreren Kulturen herangezüchtete Keime zeigten dem wissbegierigen Nachwuchs außerdem, an welchen Orten und Gegenständen, die sie täglich besuchen oder benutzen, Keime wohnen und wie sie aussehen, sobald sie wachsen.

2. Tag: Kurt Kuschel hat Bauchschmerzen

Im ersten Workshop des zweiten Uni-Tages ging der medizinische Nachwuchs gemeinsam mit Dr. Stefan Rosenstein möglichen Ursachen und Arten von Bauchschmerzen auf den Grund. Per Ultraschall schauten sie dann ins Bauchinnere und studierten neben vollen und leeren Harnblasen auch den Darm, die Nieren, Herz und Leber.
Bei Dr. Franziska Koch und Susann Rischer übten die angehenden Ärzte anschließend das Nähen einer Wunde. Denn: Kurt Kuschels Freunde hatten sich bei Unfällen verletzt. Selbstverständlich ging das „Ärzteteam“ dabei streng systematisch vor: Wunde desinfizieren, betäuben und die OP-Tücher schützend über die Patienten legen, ehe Nadel und Faden zum Einsatz kommen.
Dr. Matthias Ristig hatte seinen OP-Saal für eine Blinddarm-OP vorbereitet. Der Eingriff erfolgte dann im „Knopfloch“-Verfahren und in Teamarbeit: Ein Kameramann nahm den Blinddarm – ein schlaffer Luftballon – ins Visier, ein Chirurg brachte mittels Zange den Übeltäter in die richtige Position, damit ihn der dritte Kollege mit der Schere entfernen konnte.

3. Tag: Kurt Kuschel und unser Nervensystem – oder woher weiß mein Kopf, dass mein Fuß schmerzt?

Der dritte Uni-Tag begann wieder theoretisch. Dr. Karsten Alfke klärte seine jungen Zuhörer darüber auf, was eigentlich in unserem Kopf ist: Er beschrieb den Aufbau des Gehirns und erläuterte, für welche Aufgaben welcher Bereich verantwortlich ist. Anschließend stellte Priv.-Doz. Dr. Oliver Heese heraus, was das Gehirn so besonders macht und dass es wichtig ist, es beispielsweise beim Fahrradfahren durch einen Helm zu schützen.
In den folgenden Exkursionen simulierte der medizinische Nachwuchs an einer Kokosnuss eine Schädelöffnung und mit Hilfe eines OP-Mikroskops galt es, eine Gummibärenprobe aus einem Kopfmodell zu entnehmen. Dr. Alfke lüftete mit moderner Computertechnik das Geheimnis „Wie sieht ein Gehirn eigentlich von Innen aus?“ und schaute sich mit den Kindern am Bildschirm vorbereitete CT-Bilder an. Im Nebenraum erwartete sie die Medizinisch-Technische Radiologieassistentin Sabine Habeck, die den wissbegierigen Schülern erklärte, was ein CT kann und wann Patienten ins CT müssen. Am Ende durfte sich jedes Kind einmal von einem Mitschüler ins CT fahren lassen.

4. Tag: Rauchen, ungesundes Essen, schlechte Zähne? Kurt Kuschel weiß wie Ihr gesund bleibt!

Wie so oft in dieser Woche stand zunächst wieder ein wenig Theorie auf dem Stundenplan. Dr. Markus Stuppe und Dr. Wolfram Grüning hielten einen Vortrag über, das Rauchen und seine gesundheitsschädlichen Folgen. Währenddessen beeindruckten die jungen Zuhörer durch ihr großes Interesse an dem Thema.
Anschließend ging es zur ersten Exkursion in die Lungenfunktion. Dort wurden den Kindern Geräte und Hilfsmittel gezeigt, die das Atmen übernehmen, wenn der Patient dazu nicht in der Lage ist. Außerdem wurde eine Bronchoskopie simuliert und bei Freiwilligen der Gesundheitszustand der Lunge überprüft.
Da nicht nur Rauchen krank macht, lernten die Jung-Mediziner an diesem Uni-Tag auch, wozu wir unsere Zähne überhaupt brauchen und wie sie gesund bleiben. So zeigte das Team der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie den Schülern mittels Zahnfärbetabletten wie sie ihre Zähne richtig putzen.
An der letzten Station des Uni-Tages stand gesunde Ernährung auf dem Programm: Anhand der Ernährungspyramide erklärten Stefanie Ulmer und Franziska Stahnke von welcher Lebensmittelgruppe wir wie viele Portionen am Tag zu uns nehmen dürfen. In einem Quiz konnten die Grundschüler dann raten wie viele Zuckerwürfel in Cola, Schokolade und Weingummi, aber auch im Gemüse oder einem Apfel stecken.

5. Tag: Kurt Kuschel und die Entstehung des Menschen – Von der Eizelle zum Baby

Am letzten Vorlesungstag der Uni-Woche drehte sich alles um die Entstehung des Lebens und das Wunder der Geburt. Zunächst erklärte Dr. Stephan Henschen wie aus einer winzigen Eizelle ein Baby wird. Anhand einer Woll-Gebärmutter simulierte Hebamme Anina Streckert im Anschluss den Prozess der Geburt.
Die erste Exkursion dieses Uni-Tages führte die Grundschüler ins Mutter-Kind-Zentrum. Dort durften sie wenige Tage alte Säuglinge und deren Mütter zur U-Untersuchung begleiten. Im Nebenraum hatte sich eine werdende Mama bereit erklärt, die Kinder bei der Ultraschalluntersuchung ihres ungeborenen Säuglings zuschauen zu lassen. Gynäkologin Anne Holtfreter-Möller erklärte währenddessen, was auf dem Bildschirm zu sehen war und stand geduldig Rede und Antwort.
Außerdem ging es noch zur Besichtigung in den sonst nicht öffentlich zugänglichen Kreißsaal. Dort durften die Kinder sogar ein nur wenige Minuten altes Baby kennenlernen und sich die zu dieser Entbindung zugehörige Plazenta anschauen.

Programm 2016



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