HELIOS Kliniken Schwerin

Von der Kräuterfee bis zum Medizinmann

Tag 4 der Kinder-Uni: Kurt Kuschel in der Zauberfabrik

 

09. Juli 2015

 

Heute begrüßte der Ärztliche Direktor der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, Prof. Dr. Andreas Broocks, rund 30 Kinder. Passend zum Thema des Tages, stellte er ihnen die Bedeutung des Apothekers für ein Krankenhaus wie die HELIOS Kliniken Schwerin vor. Dann übergab er das Wort an den Leiter der Klinikapotheke Dr. Jens Jakob.

 

Der Chefapotheker erklärte den Unterschied zwischen einer Klinikapotheke und einer öffentlichen Apotheke: In einer Klinikapotheke wird eine größere Anzahl von Medikamenten hergestellt und gelagert als in einer öffentlichen Apotheke. Die Schweriner Klinikapotheke versorgt ca. 3.500 Patienten in den HELIOS Kliniken Schwerin und umliegenden Kliniken, wie z.B. Crivitz, Wismar und Leezen. Dr. Jakob informierte außerdem, dass es für einige Patienten wichtig ist, individuelle Arzneien herzustellen. Anschließend führte der Chefapotheker seine Zuhörer durch die Klinik in die Apotheke. Nach einem Rundgang teilten sich die Schüler in drei „Studenten-Gruppen“ auf.

 

 

Für die Heilpflanzenkunde ging es mit Frau Dr. Ramona Harberg in den Park der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, in dem die Kinder nach Heilpflanzen Ausschau halten durften. Eine Pflanze wie z.B. der Spitzwegerich, den viele nur als Unkraut ansehen, ist beispielsweise Bestandteil des Husten- und Bronchialtees. Zusätzlich hatte Frau Dr. Harberg ein Bündel verschiedenster Pflanzen mitgebracht, die es zu studieren galt. Die echte von der unechten Kamille unterschieden die Kinder anhand des Hohlraumes im Blütenkörbchen. Auch Gewürze wie Thymian und Rosmarin dürfen dabei nicht fehlen. So wird Rosmarin zum Beispiel nicht nur in der Küche verwendet, sondern ist auch Bestandteil von Einreibungen bei Erkältungskrankheiten. Frau Dr. Harberg zeigte außerdem verschiedene Pfefferminzarten und andere Pflanzen für Teeaufgüsse. Im Anschluss durften die Kräuterkundigen die Pflanzen den mitgebrachten Präparaten aus der Apotheke wie z.B. Tees und pflanzlichen Fertigarzneimitteln zuordnen. Zur Hilfe konnten sie mehrere Kräuterbücher nehmen, doch die Pfiffigen unter ihnen nutzten es nur zur Überprüfung.

 

 

Wieder in der Apotheke führte Herr Dr. Jakob die Studenten durch die Vielfalt der Arzneimittel. Die über 1.200 verschiedenen Packungen müssen für die Klinik selbst und für neun weitere Kliniken mit alle ihren Stationen verpackt sowie versandt werden. Für die effiziente Arbeit ist Hightech von Nöten: Ein Fließband mit integrierter Lichtschranke, damit die Medikamente nacheinander und nicht gleichzeitig transportiert werden, befördert die Arzneimittel zu einer Sortiermaschine. Via Fotos vergleicht die Maschine die heranfahrenden Medikamente und ordnet sie dann den jeweiligen Stationen zu. Nachdem sich die Jungapotheker kurz mit dem Fließband vertraut machten, durften sie selbst Hand anlegen und das Fließband beladen. Andere Arzneimittel müssen jedoch kühl oder tiefgekühlt gelagert werden, da sie sonst ihre Wirkung verlieren. Wie in einem Supermarkt gibt es für diesen Zweck eine Kühlzelle und einen Tiefkühlschrank.

 

Von außerhalb des Gebäudes zeigte Dr. Jakob die sterilen Räume der Arzneimittelherstellung. Die Apotheker, die dort arbeiten, müssen sich immer zweimal speziell umziehen, damit sie steril arbeiten können und keine Keime an ihren Arbeitsplatz tragen.

 

 

Für den finalen Einblick in das Apotheker-Gewerbe konnten die Studenten unter Anleitung von Frau Dr. Janine Berg eine Salbe herstellen. Erst zogen sich die Nachwuchs-Apotheker Kopfhauben, Mundschutz und Handschuhe an und lasen dann das Rezept der Kühlsalbe „Ungentum leniens“. Aus den vier Zutaten: Wasser, Bienenwachs, raffiniertes Erdnussöl und Cetylpalmitat15 (Wachs) sollte die Kühlcreme entstehen. Die Schüler wogen die Zutaten nach Rezept ab, vermischten die drei Bestandteile der Fettphase in einer Fantaschale und erhitzten diese in einem Wasserbad bis die Zutaten schmolzen. Mit Eifer gaben die Jung-Apotheker die separat erhitzte Wasserphase hinzu und rührten die Salbe in einem gleichmäßigen Tempo kalt, damit sich die Zutaten zu einer gleichmäßigen Masse vermischen. Nachdem die Salbe abgekühlt war, war Augenmaß gefordert, um 25 g der Salbe mit dem Salbenmesser in eine Kruke zu füllen und zu etikettieren. Jedes Kind durfte schließlich seine abgewogene Probe als Erinnerung mit nach Hause nehmen.

 

Nach Abschluss dieses produktiven Tages bekamen die Studenten natürlich auch noch ihr Diplom für ihre neu erworbenen Leistungen.

 

Ein großes DANKESCHÖN zum Gelingen dieses Kinder-Uni-Tages geht an das gesamte Apothekerteam.



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