HELIOS Klinikum Schleswig

Station K 4 - Psychosomatik und Psychotherapie

Was sind die Behandlungsvoraussetzungen?

Die Station K4 ist eine offene psychosomatisch-psychotherapeutisch orientierte Station für Jugendliche mit Therapiemotivation. Voraussetzung ist eine ausreichende Selbständigkeit und die Bereitschaft der Jugendlichen, Tagesstruktur und Stationsregeln weitestgehend einzuhalten.

Mit jedem Jugendlichen wird jeweils ein individueller, verbindlicher Therapieplan erarbeitet. Dieser beinhaltet neben Einzeltherapien auch gruppentherapeutische, sowie kreative und körpertherapeutische Elemente. Regelmäßig werden Familie oder andere Bezugspersonen eingebunden.

Ausgehend von der psychotherapeutischen Schwerpunktarbeit werden die Therapieziele in den Alltag und die Stationsabläufe integriert.
Jugendliche, die sich aufgrund sozialer Probleme vermehrt mit elektronischen Medien beschäftigen, profitieren von den sozialen Erfahrungen und den Alltagsübungen zur sozialen Kompetenz.

Die Aufnahme auf die Station erfolgt in der Regel nach einer ambulanten Vorstellung und einer einführenden Informationsveranstaltung, die jeden zweiten Donnerstag um 10 Uhr stattfindet und auf der sich Eltern und Jugendliche über den Behandlungsrahmen informieren können.

Welche Erkrankungen werden behandelt?

In einem multimodalen stationären Setting werden Jugendliche mit internalisierenden und somatoformen Erkrankungen behandelt.

 

 

Was sind somatoforme Störungen?

 

Unter somatoformen (früher: funktionellen) Störungen versteht man körperliche Beschwerden, für die sich nach eingehender ärztlicher Untersuchung keine hinreichende Erklärung finden lässt, der Betroffene aber dennoch körperlich beeinträchtigt ist. Somatoforme Beschwerden sind solche, die im Allgemeinen als psychosomatisch bezeichnet werden, wie:

  • Herz-Kreislaufsystem-Beschwerden  (z.B. Kollapsneigung, Druckgefühl in der Brust)
  • Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Reizdarm-Syndrom, chron. Aufstoßen, Übelkeit oder Schluckauf)
  • Atembeschwerden (Hyperventilation, psychogener Husten oder Kloßgefühl)
  • pseudoneurologische Beschwerden (Schwindel, Gefühls- und Bewegungsstörungen) 
  • chronische Schmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen,  sog. Fibromyalgie oder Schmerzverstärkersyndrom)

 

 

Wir behandeln ebenfalls psychische Störungsbilder, die im Rahmen von emotionalen Belastungen bei körperlichen Erkrankungen, wie bei Diabetes mellitus, rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder bei anderen chronischen Erkrankungen entstehen und dadurch das Leben der Jugendlichen zusätzlich beeinträchtigen

 

 

Was sind chronische Schmerzen?

Schmerzen sind neben Infekten der häufigste Grund für Vorstellungen von Kindern beim Kinderarzt. Die meisten Schmerzen sind akut, also von kurzer Dauer bei einer klaren, umschriebenen Ursache. Manchmal jedoch werden Schmerzen chronisch, das heißt anhaltend. Dabei kann eine körperliche, die Beschwerden erklärende Ursache trotz vieler Untersuchungen von den Ärzten nicht gefunden werden. Psychosoziale Belastungsfaktoren wie schulische und familiäre Konflikte, Leistungsängste und soziale Unsicherheit, aber auch Lebenskrisen des Jugendalters oder Traumen können die Entstehung solch unklarer körperlicher Beschwerden begünstigen. Neben Kopfschmerzen sowie Bauchschmerzen werden oft Glieder- und Rückenschmerzen berichtet, die die Jugendlichen in ihrem Alltag stark beeinträchtigen und ein normales Leben, einen geregelten Schulbesuch, sowie Freizeitaktivitäten teilweise stark bis völlig einschränken.

 

 

Was findet bei uns statt?

Nach Anmeldung in unserer Ambulanz erfolgt zeitnah ein Gesprächstermin, bei dem wir eine genaue Krankengeschichte der Beschwerden erheben und dann mit den Eltern und dem Patienten gemeinsam entscheiden, ob eine ambulante oder stationäre Therapie notwendig ist. Dabei sind die Schwere der Beschwerden und die Beeinträchtigung des Kindes und der Familie für die Entscheidung ausschlaggebend.

Wer behandelt auf Station?

Wir sind ein multiprofessionelles hochqualifiziertes Team bestehend aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Krankenpflegern und Erziehern. Das Team ist speziell auf die Behandlung psychiatrischer und psychosomatischer Beschwerden ausgebildet.

 

 

Wie wird behandelt?

Chronische körperliche aber auch psychische Beschwerden erfordern eine zielgerichtete, auf den Kranken speziell zugeschnittene Therapie. Die Ziele der Behandlung werden mit dem Patienten und den Eltern vorab individuell besprochen und die ganzheitliche Therapie darauf abgestimmt. Die Eltern werden dabei eng in die Diagnostik und die weiteren Therapieentscheidungen in den regelmäßig stattfindenden Elterngesprächen (in der Regel alle 2-3 Wochen) eingebunden. Eine Kombination von verschiedenen Therapiemodulen als sogenannte multimodale Therapie hat sich vor allem in der Behandlung chronischer körperlichen Beschwerden als wirksam und erfolgreich bewährt. Hierzu bieten wir an:

  • Psychotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Musiktherapie
  • Gruppengesprächstherapie
  • Entspannungstraining (z.B. progressive Muskelrelaxation)
  • TENS (Reizstrom-Verfahren bei chronischen Schmerzen)
  • Biofeedback-Training
  • bei Bedarf auch medikamentöse Therapie

 

Wo wird behandelt?

Unsere Station K 4 befindet sich in einem schönen Altbau auf einem parkähnlichen Gelände. Auf der Station werden maximal 10 Patienten im Alten von 14 bis 18 Jahren gleichzeitig behandelt, die in Zwei- bis Dreibettzimmern untergebracht werden. Kicker, Darts, Brettspiele sowie viele weitere Beschäftigungsangebote können jederzeit genutzt werden.

 

 

Schulbesuch

Die unserer Klinik angegliederte Schule Hesterberg befindet sich auf dem Gelände der Klinik und bietet mit einem Lehrerkollegium von über 30 Lehrern allen Patienten täglich einen ihrem schulischen Stand entsprechenden Unterricht. Dabei werden neben klassischen Schulfächern auch Fächer wie Kreatives Werken, Textilarbeit oder Kochstunden geboten.  Für Patienten, die bereits einen schulischen Abschluss haben, halten wir ein ausbildungsanaloges Angebot bereit, das wir die Werk-AG nennen. Hierbei erhalten Jugendliche unter der Anleitung von erfahrenen Ergotherapeuten dreimal die Woche vormittags die Chance, sich handwerklichen Tätigkeiten wie in einer Ausbildung zu widmen.

 

Der Weg zu uns

Die Anmeldung zum Vorgespräch erfolgt entweder telefonisch über unsere Institutsambulanz (Tel.: 04621/83-1605) oder über den Ansprechpartner
Herrn Dr. Geremek per E-Mail (adam.geremek@helios-kliniken.de).

 

 

Kontakt

Oberarzt

Dr.med. Adam Geremek

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

 

Telefon: (04621) 83-1696
E-Mail



Über uns