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Zwenkau

Zwenkau liegt in der Leipziger Tieflandsbucht, knapp 20 Kilometer südlich von Leipzig. Die Flüsse Weiße Elster und Pleiße sowie das Landschaftsschutzgebiet Elsteraue befinden sich in unmittelbarer Nähe. Außerdem gehört Zwenkau zum sogenannten Leipziger Neuseenland: Ein Projekt, bei dem die alten Löcher des Braunkohletagebaus der Gegend in Seen verwandelt werden. Das Maskottchen des Zwenkauer Sees ist daher der Maulwurf "Käpt’n Kurt", der vom Bergmann zum Kapitän umschult. Im Volksmund wird die fast 9.000 Einwohner zählende Gemeinde auch "Zwenke" genannt – weil sie im Mittelalter den Spitznamen "Mausezwenke" hatte. Mit 1034 Jahren ist Zwenkau eine der ältesten Städte Sachsens.

Homepage der Stadt Zwenkau

Verkehr

Über die A38, die acht Kilometer nördlich der Stadt vorbei führt, besteht ein direkter Anschluss an die A9 von Berlin nach München und auf die A14 (Magdeburg-Dresden). In die Stadt führen die B2 und die B186. Vom Bahnhof fahren Züge nach Leipzig, Gera oder Zeitz. Außerdem gibt es mehrere Busverbindungen in die benachbarten Städte und nach Leipzig. Der Flughafen Leipzig-Halle liegt etwa 30 Kilometer nördlich.

Wirtschaft

Bis um 1900 arbeiteten die Zwenkauer hauptsächlich in der Landwirtschaft, in Handwerks- und Gewerbebetrieben. Nach der Jahrhundertwende wurde dann verstärkt Braunkohle abgebaut, Fabriken und größere Betriebe siedelten sich an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Zwenkau zu einem der bedeutendsten Kohlelieferanten der DDR. Mit dem Strukturwandel nach der Wende hat sich viel verändert. Heute ist die Region auf bestem Weg eine Kultur- und Erholungslandschaft zu werden.

Kultur

Es hat ein paar Jahre gedauert, doch mittlerweile hat auch Zwenkau eine aktive Kulturszene. Konzerte werden organisiert und das alte Kulturkino saniert. In der Nähe der Lindenallee von Schloss Eythra – das zusammen mit dem gleichnamigen Ort dem Braunkohleabbau zum Opfer fiel – steht als letzter Rest Eythras die "Trianon"-Ruine von 1790. Einen schönen Barockaltar hat die Stadtkirche St. Laurentius. Architektonisch interessant ist das Haus Rabe in der Ebertstraße. Es wurde im Bauhaus-Stil von Adolf Rading und Oskar Schlemmer erbaut. Da es heute privat bewohnt ist, kann es nicht besichtigt werden.

Freizeit

Mit seinen etwa 1.000 Hektar wird der Zwenkauer See der größte im Neuseenland rund um Leipzig sein. Auf dem See verkehrt schon heute das Ausflugsschiff "Santa Barbara" mit Platz für 150 Personen. Außerdem werden die Besucher und Anwohner hier natürlich segeln, tauchen und schwimmen können. Am Nordufer liegt der Freizeitpark Belantis. Wanderungen und Radtouren sind am Ufer des Sees ebenso möglich wie entlang der Weißen Elster durch die Elsterauen ­– oder auf den Tagebauaussichtspunkt im Zwenkauer Eichholz. Das Eichholz ist, ähnlich dem Leipziger Auwald, ein einzigartiges Ökosystem entlang der Flüsse Pleiße, Luppe und Weiße Elster.

Ausflugsziele

Leipzig liegt quasi vor den Toren der Stadt, nur etwa 20 Kilometer nördlich. Hier spielt das berühmte Gewandhausorchester und singt der Thomanerchor. Sehenswert ist der berühmte Domschatz im 40 Kilometer nordwestlich gelegenen Merseburg. Wer sich für Literatur interessiert, sollte einen Ausflug nach Weimar – gut 100 Kilometer westlich – in die Wohnhäuser von Schiller und Goethe machen. Dresden mit seiner Frauenkirche und dem Grünen Gewölbe liegt etwa 117 Kilometer in östliche Richtung. Nur 50 Kilometer entfernt ist Gera, wo insbesondere das Haus des Malers Otto Dix interessant ist.