Lengerich liegt auf der sogenannten Sonnenterrasse des Teutoburger Waldes in Nordrhein-Westfalen.
Hübsche Fachwerkhäuser gibt es in Lengerich einige.
Das "Lengericher Garden Project" von Ronald Jones entstand 2001 im Rahmen der Skulptur Biennale.
Auf dem ehemaligen Friedhof der LWL-Klinik steht eine kleine Kapelle.
Der Römer ist das Tor zum Kirchhof. Heute befindet sich hier ein Restaurant.Die 23.000-Einwohner-Stadt Lengerich liegt in Nordrhein-Westfalen zwischen Münster und Osnabrück auf der sogenannten "Sonnenterrasse" des Teutoburger Waldes. Bewohnt ist diese Gegend wohl schon seit über 4.000 Jahren. Zum ersten Mal erwähnt wird Lengerich 1147, als die Äbtissin des Damenstifts zu Herford hier die Pfarrkirche der Heiligen Margareta bauen ließ. Schon bald wurde Lengerich zum Wallfahrtsort und damit Zwischenstopp vieler Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela in Spanien. Im 16. Jahrhundert wurden Wassermühlen und 1662 auch ein Papiermühle erbaut – einige sind bis heute erhalten.
Durch den Ort führt die Landstraße 591, bis zur Anschlussstelle auf die A1, auf der man Richtung Norden nach Schleswig-Holstein gelangt und Richtung Süden bis ins Saarland. Am Autobahnkreuz Osnabrück trifft die A1 auf die A30, die von der niederländischen Grenze bis Bad Oeynhausen verläuft. Am Bahnhof Lengerich halten Züge, die aus Hamburg im Norden, Wanne-Eickel im Süden, Ibbenbüren im Westen und Gütersloh im Südosten kommen. Die umliegenden Gemeinden sind mit Bussen an die Stadt angebunden. Der nächste Flughafen ist Münster-Osnabrück, etwa 15 Kilometer südwestlich. Etwas größer ist der Flughafen Dortmund, 90 Kilometer südlich.
Die über 8.600 Arbeitnehmer Lengerichs sind hauptsächlich in den Bereichen Maschinenbau, Verpackungsindustrie, im Druckereigewerbe oder in der Dienstleistungsbranche tätig. Die größten Arbeitgeber sind das Verpackungsunternehmen Bischof + Klein mit rund 1.800 Mitarbeitern, der Maschinenbauer Windmöller & Hölscher (über 1.000 Angestellte) und das Zementwerk Dyckerhoff mit mehr als 200 Mitarbeitern.
Für die Kleinsten gibt es in der Stadt zehn Kindergärten und einen Schulkindergarten. In den vier Grundschulen lernen die Kinder Lesen und Schreiben. Weitere Bildung vermitteln die Hauptschule, zwei Realschulen und das Gymnasium sowie mehrere gewerbliche Berufsfachschulen, ein Bildungszentrum für Pflegeberufe und eine kaufmännische Schule. Zusätzlich gibt es eine Schule für Lernbehinderte und eine für geistig Behinderte. Instrumentalunterricht wird an der örtlichen Musikschule angeboten, Erwachsenenbildung findet an der Volkshochschule statt.
Ein Großteil der kulturellen Veranstaltungen Lengerichs findet in der 2004 restaurierten Gempt-Halle statt, die ursprünglich zum Drahtseilwerk Gempt gehörte und zwischenzeitlich als Gießerei genutzt wurde. Heute werden hier Filme gezeigt, Konzerte gegeben, Partys und Flohmärkte veranstaltet oder Theater gespielt. Kleinere Veranstaltungen finden manchmal im ersten Stock des Rathauses statt. In der Innenstadt sind insbesondere die spätgotische Kirche zur Heiligen Margareta von Bedeutung und der Römer – ein Haus, das einst als Durchgang zum Kirchhof diente, später Rathaus war, dann sogar Gefängnis. Heute ist im Erdgeschoss das Restaurant "Römer" beheimatet. Archäologisch und kulturhistorisch interessant ist das rund 4.000 Jahre alte Megalithgrab im Ortsteil Wechte.
Die Umgebung am südlichen Rand des Teutoburger Waldes lädt zu zahlreichen Wanderungen ein. Rundwege führen um den Niedermarker See oder durch das Naturschutzgebiet "Steinbruch am Kleefeld". Zwei längere Wanderwege gehen direkt durch Lengerich: der Hermannsweg von Rheine bis zur Velmerstot im Leopoldstal und der Jakobsweg, der sogar mitten durch das Torhaus Römer in der Innenstadt verläuft. Wer lieber vor Ort bleibt, besucht das Hallen- und Freibad. Erfrischend ist im Sommer ein Bad im Sonnenhügel-See. Eine schöne Abwechslung für Kinder bietet eine Fahrt mit dem historischen Dampfzug der Teutoburger-Wald-Eisenbahn oder ein Besuch im Generationenpark Gempt, wo es einen Spiele- und Bewegungs-Parcours für Jung und Alt gibt.
Von Lengerich ist es nicht weit in einige schöne Städte Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens. In der Universitätsstadt Osnabrück etwa, 20 Kilometer nordöstlich gelegen, gibt es mehrere Theater. Münster, knapp 40 Kilometer südlich, besticht durch seine studentische Atmosphäre, die Restaurants, Bars – und Kirchen. Ein Ausflug ins 125 Kilometer südwestlich gelegen Essen ist immer auch ein Ausflug in eine der Kulturhauptstädte; hier gibt es nicht nur Theater und Tanz, sondern auch zahlreiche interessante Ausstellungen und Galerien. In Hannover, 160 Kilometer östlich, findet jährlich die Computermesse Cebit statt. Auch ein Tagesausflug in die Niederlande ist möglich: Bis Enschede kurz hinter der Grenze sind es nur 85 Kilometer.