Die Burg Linn wird gerne als das Wahrzeichen Krefelds bezeichnet.
Auf der Königstraße in der Innenstadt lässt es sich gut einkaufen.
Das klassizistische Rathaus ist das ehemalige Stadtpalais der Familie Von der Leyen.
Die Krefeld-Uerdinger-Brücke verbindet den Krefelder Stadtteil Uerdingen mit Duisburg.
Am Ende der Rheinstraße steht die Dionysiuskirche, die Krefelder Stadtkirche.
Der alte Dampfeisenbahn „Schluff“ verkehrt zwischen St. Tönis und dem Hülser Berg.
Der Stadtwald und der Biergarten sind ein beliebtes Naherholungsgebiet.Samt- und Seidenstadt wird die Stadt Krefeld am westlichen Ufer des Niederrheins in Nordrhein-Westfalen auch genannt. Denn bis ins 19. Jahrhundert stellte man hier Seidenstoffe her – Kaiser, Könige und der Klerus ließen die Stoffe für ihre Gewänder aus Krefeld kommen. Entstanden ist die Stadt wohl aus dem Kastell Gelduba, das die Römer im 1. Jahrhundert hier erbauten. Bis heute finden sich in der mittlerweile gut 240.000 Einwohner zählenden Gemeinde immer wieder Überreste römischen Lebens. Im Mittelalter wurde aus dem alten Kastell der Ort "Krinvelde", was wahrscheinlich "Krähenfeld" bedeutete. Wie so viele Städte des Ruhrgebiets hat sich auch Krefeld in den vergangenen Jahren vor allem kulturell stark weiterentwickelt.
urch die Stadt verläuft die A57 von Köln nach Nimwegen, über die man wenige Kilometer südlich sowohl auf die A44 (Aachen-Kassel) als auch auf die A52 (Mönchengladbach-Düsseldorf) gelangt. Die B9 führt aus der Stadt auf die nördlich gelegene A40, über die man die Niederlande und Dortmund erreicht. Vom Hauptbahnhof fahren Züge nach Aachen, Münster und zum ICE-Bahnhof Düsseldorf. Der öffentliche Nahverkehr ist mit mehreren Straßenbahnenlinien und Bussen gut ausgebaut, aber auch Fahrrad fahren ist in Krefeld sehr beliebt - schließlich gibt es 250 Kilometer Radwege. Einen kleinen Binnenhafen mit Anschluss an den Rhein gibt es im Stadtteil Linn. Der nächste Flughafen liegt etwa 20 Kilometer südöstlich in Düsseldorf.
Bis ins vergangene Jahrhundert beherrschte die Textilindustrie den Krefelder Arbeitsmarkt. Überlebt haben nur wenige Unternehmen, unter anderem die Krawatten-Produzenten, die heute führend sind in Europa. Die größten Arbeitgeber sind allerdings längst Unternehmen aus der Chemie- und Metallindustrie sowie Maschinen- und Fahrzeugbauer. Die Bayer AG etwa beschäftigt rund 5.000 Mitarbeiter in ihrem Werk im Stadtteil Uerdingen. Und auch Evonik Stockhausen gehört mit über 1.000 Arbeitnehmern zu den größten Firmen in der Stadt. Fast 700 Mitarbeiter beschäftigt die Deutsche Bahn in ihrem ICE-Instandhaltungswerk in Krefeld-Oppum.
Das Bildungsangebot ist einer Großstadt entsprechend umfangreich: Es gibt zahlreiche Kindertagesstätten, 37 Grundschulen, neun Förderschulen, acht Hauptschulen, sechs Realschulen, zehn Gymnasien, fünf Gesamtschulen, fünf Berufskollegs und eine Volkshochschule mit umfangreichem Kursprogramm. Die Hochschule Niederrhein hat hier ihre naturwissenschaftlichen und ingenieurswissenschaftlichen Fachbereiche. Die örtliche Musikschule liegt im Sollbrüggenpark.
Krefeld hat eine florierende Kulturszene. Am Stadttheater beispielsweise werden aktuelle und klassische Stücke auf die Bühne gebracht, aber auch Ballett, Oper und Musical sind dort zu sehen. Im Kulturzentrum in der alten Tapetenfabrik Heeder gibt es Theater, im "Wohnzimmertheater Podio" hauptsächlich Kabarett und Comedy und im Theater am Marienplatz wird moderne und experimentelle Musik gespielt. Der "Kultur Punkt Friedenskirche" und das Gemeindehaus zeigen Ausstellungen. Rock- und Popkonzerte finden in der Kulturfabrik statt. Und auch Museen gibt es mehrere: Das Kaiser-Wilhelm-Museum zeigt moderne Kunst – unter anderem Werke von Joseph Beuys, der in Krefeld geboren wurde. Die Museen Haus Esters und Haus Lange, von Mies van der Rohe als Wohnhäuser erbaut, stellen zeitgenössische Kunst aus. Archäologisches und Landeskundliches ist im Museumszentrum Burg Linn zu finden.
Wegen ihrer Alleen, Parks, dem Botanischen Garten und dem Stadtwald bezeichnet sich Krefeld selbst als die zweitgrünste Stadt Deutschlands. In diesem Grün lässt es sich hervorragend spazieren gehen oder joggen. Kinder lieben den Zoo, in dem 225 verschiedene Tierarten leben. Im Sommer locken der Elfrater See und mehrere Freibäder zum Baden, im Winter kann man in drei Hallenbädern schwimmen gehen und in drei Eishallen Schlittschuh laufen. Sport treiben die Krefelder in über 250 Vereinen, einige Verbände sind recht erfolgreich und spielen in den jeweiligen Bundesligen. Ein Highlight des Jahres ist der Rosenmontagszug durch die Innenstadt, an dem etwa 180.000 Menschen teilnehmen. Im Mai findet der Pottbäckermarkt mit rund 120 Keramikern statt und im Sommer ein Seifenkistenrennen auf dem Hülser Berg. Der Krawattenmann des Jahres wird während der großen Straßenmodenschau im Herbst gekürt.
Sehr beliebt ist eine Sonntagsfahrt mit der Museumseisenbahn "Schluff". Diese älteste Privatbahn Deutschlands verkehrt zwischen dem Hülser Berg und St. Tönis. Der 63 Meter hohe Hülser Berg liegt zwei Kilometer nordöstlich. Hier führt auch ein Wanderweg in den Hülser Bruch zur Eremitenquelle und zum Krefelder Sprudel. Wer die Stadt verlassen möchte, ist in 25 Autominuten in Düsseldorf und wenig später in Köln. Gut 20 Kilometer nordöstlich von Krefeld liegt Duisburg, von dort gelangt man schnell nach Essen, Mühlheim oder Dortmund. Sehenswert ist der Aachener Dom mit seinem Domschatz, knapp 90 Kilometer südwestlich. Und auch nach Eindhoven in den Niederlanden sind es nur knappe 90 Kilometer.