Im LWL-Freilichtmuseum können die Besucher die Geschichte des Handwerks live miterleben. Foto: K.T. Raab
Im Ortsteil Eilpe/Delstern liegt die HELIOS-Klinik. Foto: Stadt Hagen/Hans Blossey
Das Haus Harkorten in Westerbauer ist der ehemalige Wohnsitz der Patrizier-Familie Harkort. Foto: K.T. Raab
Das neue Rathaus von Hagen steht am Friedrich-Ebert-Platz. Foto: K.T. Raab
Das Schloss Hohenlimburg wurde etwa 1240 erbaut und war später Verwaltungssitz der Grafschaft Limburg. Foto: K.T. Raab
Der Neubau des Emil-Schumacher-Museums ist Teil des 1902 erbauten Osthaus-Museums für moderne Kunst. Foto: K.T. RaabIn Nordrhein-Westfalen - zwischen Sauerland und Ruhrgebiet - liegt die Stadt Hagen, durch die gleich vier Flüsse fließen: Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe. Das Stadtrecht erhielt Hagen 1746, urkundlich erwähnt ist die Gegend allerdings schon 775. Sie gilt heute als eine klassische Fundregion der Archäologie und Paläontologie. Die 200.000 Einwohner zählende Gemeinde ist einer der wichtigsten Kulturstandorte in Nordrhein-Westfalen geworden – national bekannte Größen wie die Musikerinnen Annette und Inga Humpe, Nena, die Band Extrabreit, der Grafiker und Künstler Rolf Escher oder die Schauspielerin Julia Hummer stammen aus Hagen. Bekannt ist die Stadt aber auch und vor allem für die einzige Fernuniversität Deutschlands, an der rund 67.000 Studenten eingeschrieben sind.
Durch das Stadtgebiet führen die Bundesstraßen B45 (Sinsheim-Wöllstadt) und B7 (Kaldenkirchen-Rochlitz). Auch die Autobahnen A1 (Ostsee-Saarbrücken), A45 (Dortmund-Aschaffenburg) und A46 (Heinsberg-Bestwig) verlaufen durch Hagen. Am Hauptbahnhof halten neben Regionalzügen aus Kassel, Aachen oder Siegen und S-Bahnen aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet auch ICE-Züge, die nach Berlin oder Basel weiterfahren. Der öffentliche Nahverkehr wird durch 41 Buslinien gesichert, die zum Teil bis Dortmund oder Schwerte fahren. Der nächste Verkehrsflughafen liegt rund 30 Kilometer nordöstlich in Dortmund.
Nach dem Niedergang der Schwerindustrie wird die Stadt wirtschaftlich heute vor allem von metallverarbeitenden Betrieben und zunehmend auch vom Dienstleistungsgewerbe geprägt. So bekannte Unternehmen wie etwa die Parfumeriekette Douglas, der Juwelier Christ und der Zwiebackfabrikant Brandt haben ihren Firmensitz in Hagen. Die größten Arbeitgeber sind allerdings mit etwa 1.500 Mitarbeitern die Fernuniversität und der Papierhersteller Stora Enso mit rund 850 Angestellten.
Hagen ist eine Bildungs-Großstadt. Es gibt 37 Grundschulen, zehn Hauptschulen, sechs Realschulen, acht Gymnasien, drei Gesamtschulen und eine Waldorfschule. Komplettiert wird das Angebot durch fünf berufsbildende Schulen und sieben Förderschulen. Höhere Bildung erlangen Studenten an der Fernuniversität und der Fachhochschule Südwestfalen. Außerdem hat die Stadt eine Pharmazeutisch-Technische Lehranstalt und ein Abendgymnasium. Weiterbildung für Erwachsene bietet die Volkshochschule, an der Max-Reger-Musikschule lernen Kinder verschiedenen Instrumente zu spielen.
Das kulturelle Angebot ist reichhaltig. Im Osthaus-Museum zum Beispiel werden Werke der klassischen Moderne und zeitgenössische Kunst ausgestellt. Dem Haus ist das Emil-Schumacher-Museum angeschlossen, in dem die Arbeiten des Hagener Künstlers gezeigt werden. Das Historische Centrum Hagen hat sich auf die Stadtgeschichte spezialisiert. Interessant sind auch das LWL-Freilichtmuseum und das Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen. Das "Philharmonische Orchester Hagen" tritt in seinem Stammhaus, dem "Theater Hagen", auf. Neben Konzerten werden auch Tanztheater, Opern oder Operetten aufgeführt. Im "Hasper Hammer" gibt es Kabarett und Theaterinszenierungen zu sehen, das "Kulturzentrum Pelmke" zeigt Kleinkunst, Filme und Konzerte. Zahlreiche Baudenkmäler wie etwa die Fachwerk-Arbeitersiedlung "Lange Riege", das Schloss Hohenlimburg aus dem 13. Jahrhundert oder die Johanniskirche machen einen Spaziergang durch die Stadt zu einem kulturellen Erlebnis.
Die vielen Parks der Stadt werden von den Einwohnern als Naherholungsgebiete genutzt, hier wird gejoggt oder einfach nur spazieren gegangen. Wer gerne in einer Gemeinschaft sportlich ist, tritt einem der rund 240 Vereine bei. Vor allem im Faustball sind die Hagener erfolgreich: Der TSV Hagen 1860 wurde bereits zehn Mal Deutscher Meister und drei Mal Weltpokalsieger. Im Hagener Stadtwald gibt es zwei Mountainbike-Strecken. Schwimmer kommen im Sommer in vier Freibädern und im Winter in drei Hallenbädern auf ihre Kosten. Einen schönen Ausblick auf die Region bietet der Eugen-Richter-Turm neben der Volkssternwarte. Im Laufe des Jahres feiert die Stadt zahlreiche Feste - wie etwa die "Europawochen", das "Springe-Fest", das "Hamecke Open Air", Karneval oder das Sommerkulturfestival "Muschelsalat". Große Veranstaltungen finden im Ischelandstadion oder in der Stadthalle statt.
Naturliebhaber erfreuen sich an einem Ausflug in den knapp 50 Kilometer westlich gelegenen „Naturpark Homert“ im Sauerland. Das Gebiet ist durchzogen von Wander- und Radwegen, die unter anderem am Felsenmeer Hemer vorbei führen und in die Heinrichshöhle, wo ein etwa 150.000 Jahre altes Höhlenbärenskelett ausgestellt ist. In Radevormwald, knapp 30 Kilometer südlich, gibt es schöne Wanderwege ins Bergische Land. In Wuppertal, 30 Kilometer südwestlich, freuen sich Kinder vor allem über eine Fahrt mit der einzigen Schwebebahn Deutschlands und Kulturinteressierte über einen Besuch im Tanztheater Pina Bausch und dem Von-der-Heydt-Museum. Die Städte Bochum, Dortmund und Iserlohn sind jeweils rund eine halbe Autostunde von Hagen entfernt.