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Borna

In Sachsen, nur 30 Kilometer südlich von Leipzig, liegt die Stadt Borna. Durch die 20.856-Einwohner-Gemeinde fließt das Flüsschen Wyhra. Die natürlichen Braunkohlevorkommen, ihr Abbau und das Ende der Förderung haben die Region rund um die Stadt in den vergangenen Jahrhunderten stark verändert. Es entstanden Hügel und seit ein paar Jahren auch künstliche Seen, die im Rahmen des Projektes "Leipziger Neuseenland" geschaffen werden. 1251 wurde Borna erstmals urkundlich erwähnt. Doch weil mittelalterliche Heer- und Salzstraßen mitten durch den Ort führten, wurde Borna in den Kriegen immer wieder schwer zerstört. Neben der Braunkohle hat viele Jahrhunderte der Zwiebelanbau die Wirtschaft bestimmt, daher kommt auch der Spitzname der Stadt: "Zwibbel-Borne".

Homepage der Stadt Borna

Verkehr

Durch den Ort führen sowohl die B93 Richtung Süden nach Schneeberg als auch die B95 von Oberwiesenthal im Norden nach Leipzig im Süden und die B176 von Erfurt im Westen nach Chemnitz im Osten. Rund 20 Kilometer nördlich verläuft die A38, die weitere 20 Kilometer nordöstlich auf die A14 (Dresden-Magdeburg) führt und 30 Kilometer westlich auf die A9 (Berlin-München) stößt. Vom Bahnhof fahren Züge nach Chemnitz oder Neukieritzsch, nach Leipzig gibt es einen S-Bahn-Anschluss. Busse verbinden die umliegenden Dörfer mit Borna.

Wirtschaft

Seit dem Ende des Kohlebergbaus hatte die Stadt wirtschaftlich schwer zu kämpfen. Heute dominieren die Chemieindustrie, Kommunikationstechnik oder das Dienstleistungsgewerbe das Leben in Borna. Viele Einwohner arbeiten aber auch im nahen Leipzig. Die HELIOS Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig und mit 800 Beschäftigten nicht nur der größte Arbeitgeber der Stadt, sondern auch der gesamten Region Leipziger Land. Energietechnisch ist Borna sehr innovativ, hier steht eines der modernsten Solarkraftwerke der Welt.

Bildungseinrichtungen

Es gibt neun Kindertagesstätten in der Stadt, vier Grundschulen und eine Mittelschule, außerdem ein Gymnasium sowie eine berufsbildende Schule. An der Kunst- und Musikschule können Kinder nicht nur das Spielen eines Instrumentes erlernen, sondern auch das Tanzen und Singen. Die Volkshochschule Leipziger Land hat ihren Hauptsitz in Borna.

Kultur

Wer gerne ins Theater oder die Oper geht, kann vom Kulturangebot der nahe gelegenen Großstadt Leipzig profitieren. Doch auch in der Kleinstadt wird kulturell etwas geboten: Im sogenannten Reichstor ist das Stadtmuseum untergebracht. Besucher können sich hier über die Geschichte und Entwicklung der Stadt informieren. In der alten Schaltwarte der Brikettfabrik Witznitz hat das "Faszinosum" seinen Sitz, eine Ausstellung, die wissenschaftliche Phänomene erläutert und erlebbar macht. Im Stadtkulturhaus finden Theateraufführungen und Feiern statt. Hier tritt auch das Westsächsische Symphonieorchester regelmäßig auf. Große Veranstaltungen wie etwa das Open-Air-Sommerkino finden auf dem Marktplatz oder dem Volksplatz statt. Die Kunigundenkirche in der Altstadt ist eine der am besten erhaltenen romanischen Backsteinkirchen des 12. Jahrhunderts und die Emmauskirche kann mit einer bewegten Vergangenheit aufwarten: 2007 wurde sie im Ganzen von Heuersdorf, das dem Braunkohletagebau weichen musste, nach Borna versetzt.

Freizeit

Die Gemeinde besitzt mehrere Sportplätze, eine Hockey-Bahn und eine Schwimmhalle. Im Sommer locken viele neu angelegte Seen in der Umgebung zum Baden oder Rudern. Die laufbegeisterten Einwohner nehmen jährlich am "Zwiebellauf" teil: Bei jeder Stadionrunde schnappt sich der Läufer eine Zwiebel und wirft sie in seinen Korb. Gewonnen hat, wer nach einer Stunde die meisten Zwiebeln gesammelt hat. Naturliebhaber zieht es in die reizvolle Landschaft des Kohrener Landes südwestlich der Stadt, wo es viele Wander- und Spazierwege gibt.

Ausflugsziele

Ein bisschen Großstadtluft lässt sich in Leipzig schnuppern. Regelmäßig treten hier das berühmte Gewandhausorchester und der Thomanerchor auf, einmal im Jahr findet die Leipziger Buchmesse statt. Sehenswert sind die vielen reich verzierten Gründerzeithäuser und das "Museum der bildenden Künste", das unter anderem auch Werke des zeitgenössischen Leipziger Malers Neo Rauch zeigt. Rund 80 Kilometer westlich liegt Naumburg an der Saale, wo eines der wertvollsten europäischen Baudenkmäler steht: der imposante Naumburger Dom. Wer sich lieber in der Natur bewegt, sollte einen Ausflug in das etwa 30 Kilometer südwestlich gelegene Landschaftsschutzgebiet "Elsteraue" planen, hier führt auch der Elster-Radweg entlang.