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Bleicherode

In Thüringen, an den Südausläufern des Harzes liegt die Kleinstadt Bleicherode. Rund 7000 Menschen leben hier am Fuße der "Bleicheröder Berge", die an ihrer höchsten Stelle 430 Meter aufragen. Nachdem die Stadt im Dreißigjährigen Krieg gebrandschatzt wurde, züchteten die Einwohner für ihren Lebensunterhalt Weinbergschnecken. Das brachte ihnen den bis heute verwendeten Spitznamen "Schneckenhengste" ein. Im letzten Jahrhundert wurde rund um Bleicherode Kalisalz abgebaut, die so entstandenen Abraumhalden versuchen die Stadtväter heute schrittweise wieder zu begrünen. Seit 1997 gehört die Gemeinde zur "Deutschen Fachwerkstraße", eine Ferienstraße, die von der Elbmündung bis zum Bodensee verläuft.

Homepage der Gemeinde Bleicherode

Verkehr

Etwa vier Kilometer südlich des Ortskerns verläuft die B80 von Kassel nach Halle. Direkt an Bleicherode vorbei führt die A38, die sogenannte "Südharzautobahn" von Göttingen bis Halle. Vom Bahnhof fahren Regionalzüge in regelmäßigen Abständen in Richtung Göttingen und Leipzig. Busse verkehren zwischen der Stadt und den umliegenden Gemeinden. Im Umkreis von 80 bis 160 Kilometern liegen die Flughäfen Erfurt, Halle/Leipzig und Hannover. 

Wirtschaft

Bleicherode ist eine Stadt des Mittelstandes. Aber es gibt noch eine Firma, die das Ende des Kaliabbaus überlebt hat: Das Unternehmen Deusa fördert heute Sole, und die rund 100 Mitarbeiter fertigen aus Kaliumchlorid, Magnesiumchlorid und Natriumchlorid Produkte wie Streusalz für den Winter oder Salzpaste für Wildtiere. Der größte Arbeitgeber in der Stadt ist mit rund 180 Angestellten allerdings die HELIOS Klinik.

Bildungseinrichtungen

Bleicherode hat zwei Kindertagesstätten und eine Grundschule. Höhere Schulabschlüsse können die Jugendlichen an der örtlichen Regelschule oder am Friedrich-Schiller-Gymnasium ablegen. Das Schulangebot wird durch die Förderschule "Dr. Albert Schweitzer" abgerundet. In der Musikschule "Fröhlich" wird Instrumentalunterricht angeboten und die Volkhochschule Nordhausen hält einige ihrer Kurse auch in Bleicherode ab. Die nächste Fachhochschule ist in der 20 Kilometer entfernten Kreisstadt Nordhausen.

Kultur

Besonders auffällig sind die vielen alten Haustüren und Tore und die große Anzahl an gut erhaltenen Fachwerkhäusern. In einem davon wurde 1822 der berühmteste Kartograf des 19. Jahrhunderts, Dr. August Petermann, geboren. Eine Ausstellung über ihn ist in der Alten Kanzlei zu sehen. Dort erfährt man auch alles über die jüdische Geschichte der Stadt und die Geschichte der Weberei. Das Wahrzeichen ist aber das imposante Rathaus von 1540 mit seiner Turmhaube und der Schiefervorhangfassade. Im Heimatmuseum ist die Kulturgeschichte der Region anschaulich dargestellt. Größere Veranstaltungen und der Wochenmarkt finden auf dem Zierbrunnenplatz statt. Konzerte, Feste und Vorträge gibt es im Kulturhaus. Das Kino zeigt aktuelle, internationale Filme.

Freizeit

Der Ort ist von einem gut gekennzeichneten Wandernetz umgeben. Etwa ein Drittel des Stadtgebietes gehört zum Landschaftsschutzgebiet "Bleicheröder Berge". Hier wachsen unter anderem 14 verschiedene Orchideenarten. Von den Höhenzügen Vogelberg, Windolfskopf und Löwenburg hat man einen guten Ausblick in den Harz und über das Kyffhäusergebirge. Das Freibad lädt im Sommer zum Baden ein, die Einwohner sind in den unterschiedlichen Sportvereinen aktiv oder kümmern sich um die Ausrichtung des Karnevals. Im Juli findet alljährlich das Bergmannsfest statt und im Oktober das Weinfest.

Ausflugsziele

Für Kurzausflüge eignen sich das Wasserschloss von Niedergebra (4 km südöstlich) und die Burg "Amt Lohra" in Großlohra (6 km südöstlich). In Nordhausen, 20 Kilometer nordöstlich, wird der Nordhäuser Doppelkorn hergestellt. In der 2004 zur Landesgartenschau umgestalteten Stadt lohnen sich ein Besuch im Dom und im Theater und eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn, die hier beginnt. Rund 50 Kilometer östlich von Bleicherode liegt der Naturpark Kyffhäuser mit dem gleichnamigen Denkmal. Nur etwa 20 Kilometer weiter liegt die Stadt Sangerhausen, bekannt für ihre Rosensammlung und das Skelett eines Alt-Mammuts im Spengler-Museum. Nach Kassel sind es knapp 100 Kilometer in westliche Richtung. Bei einem Ausflug ins rund 60 Kilometer nordwestlich gelegene Göttingen, sollte ein Besuch in der Kunstsammlung der Universität eingeplant werden.