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Blankenhain

"Lindenstadt" nennt sich die rund 6.500 Einwohner zählende Gemeinde Blankenhain im Weimarer Land in Thüringen – auf Grund der vielen Lindenbäume, die in und um die Stadt wachsen. Durch den Ort fließt das Flüsschen Schwarza. Blankenhain wird erstmals 1252 urkundlich erwähnt und ist im Mittelalter Sitz des Geschlechts derer von Gleichen und später des Grafen von Hatzfeld. Heute ist das kleine Städtchen vor allem durch die Herstellung des Weimarer Porzellans bekannt. Blankenhain liegt an der Thüringer Porzellanstraße und an der Bier- und Burgenstraße.

Homepage der Gemeinde Blankenhain

Verkehr

Die Bundesstraße 85 und die Landstraße 1060 führen durch Blankenhain. Der nächste Autobahnanschluss auf die A4 ist rund zehn Kilometer nordöstlich bei Mellingen. Die Busse des Öffentlichen Nahverkehrs verbinden die Stadt mit den umliegenden Gemeinden und fahren bis Weimar, Apolda oder Erfurt. Einen Bahnhof gibt es seit 1967 nicht mehr, die nächste Station ist aber nur gut sechs Kilometer nördlich in Bad Berka. Der nächstgelegen Flughafen ist in Erfurt, gut 30 Autominuten nordwestlich.

Wirtschaft

Blankenhain ist eine Kleinstadt, die eher landwirtschaftlich geprägt ist. Dass hier auch Weimarer Porzellan hergestellt wird, ist relativ unbekannt. Der größte Arbeitgeber ist allerdings mit über 200 Mitarbeitern die "Grafe Advanced Polymers GmbH", ein Spezialist in der Modifizierung thermoplastischer Kunststoffe. Fast ebenso viele Arbeitnehmer beschäftigt die HELIOS Klinik. Viele Blankenhainer arbeiten jedoch in den umliegenden größeren Städten wie Weimar oder Jena.

Bildungseinrichtungen

In der Gemeinde gibt es zwei Kindertagesstätten, eine Grund-, eine Regel- und eine Förderschule. Für einen höheren Schulabschluss müssen die Jugendlichen nach Bad Berka aufs Gymnasium fahren. Wer als Erwachsener zur Beispiel eine Fremdsprache lernen möchte, kann dies an der örtlichen Volkshochschule.

Kultur

Die Stadt wird beherrscht vom Blankenhainer Schloss, eine ungewöhnliche, unregelmäßig oval angelegte Rundburg aus dem 7. Jahrhundert. Nach einem großen Brand wurde das Gebäude im 17. Jahrhundert erneuert. Das Schloss ist nicht nur optisches Zentrum der Stadt sondern auch ihr kulturelles. Im äußeren und inneren Schlosshof finden kleinere Veranstaltungen statt, wie etwa das Schlossfest im September oder der Adventsmarkt. Für größere Theaterinszenierungen oder Konzerte muss man allerdings nach Weimar, Jena oder Erfurt fahren. Sehenswert sind in der Stadt auch die spätgotische Kirche St. Severin und die als Kapelle gebaute St. Annenkirche, auch Nonnenkirche genannt.

Freizeit

Die Hügel und Täler der Umgebung bieten viele Freizeitmöglichkeiten. Besonders beliebt ist die Radwanderroute durch den Kohlegrund nach Bad Berka, die auf den Ilmradwanderweg führt. Wer gerne schwimmt, kann im Sommer ins Erlebnisbad gehen. Hier gibt es einen Einschwimmkanal, eine Wasserkanone, Unterwassermassegedüsen und eine 19 Meter lange Rutsche – alles unter freiem Himmel. Das Färber- und Handwerkerfest Ende August im Ortsteil Neckeroda, auf dem viele Handwerk-Gegenstände angeboten werden, ist ein Besuchermagnet geworden. Liebhaber des Weimarer Porzellans sollten den Werksverkauf in der Porzellanmanufaktur an der Christian-Speck-Straße besuchen. Nach Voranmeldung finden dort auch Führungen und Porzellanmalkurse statt.

Ausflugsziele

Nach Weimar, der viertgrößten Stadt Thüringens, sind es nur 17 Kilometer Richtung Norden. Hier gibt es Kultur satt. Neben den ehemaligen Wohnhäusern von Goethe und Schiller, sind auch das Bauhaus-Museum und die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek interessant. 32 Kilometer östlich liegt die Universitätsstadt Jena, wo unter anderem die Optischen Werke von Carl Zeiss und die Glasfabrik Schott stehen. Außerdem gibt es mehrere Theaterbühnen. In der Landeshauptstadt Erfurt, 32 Kilometer nordwestlich, führt die mit Fachwerkhäusern bebaute Krämerbrücke über einen Seitenarm der Gera. Im Erfurter Dom sollte man sich das gut erhaltene mittelalterlich Chorgestühl ansehen und die spätgotischen Glasfenster.