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Kunst- und Gestaltungstherapie

Der Dialog mit sich selber. Machen wir uns ein Bild davon - oder - wann kommt die Kunst- und Gestaltungstherapie zum Einsatz?
In der Psychotherapie ist es das Ziel, Schwierigkeiten im seelischen Bereich zu erfassen und Veränderungsmöglichkeiten zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist, dass derjenige, der in Schwierigkeiten ist, sich darüber mitteilen kann. In der Regel geschieht das über gemeinsames Sprechen. Oft ist genau dies aber in schwierigen Situationen aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Die Kunst- und Gestaltungstherapie bietet eine Sprache ohne Worte, die sehr hilfreich sein kann herauszubekommen, um welches Problem es sich handeln könnte.

 

Was ist Kunst- und Gestaltungstherapie?

 

  • Eine Förderung der Ausdrucksfähigkeit
  • Eine Förderung von Verarbeitungsfähigkeit

Ich komme ins Bild - oder - wie funktioniert Kunst- und Gestaltungstherapie?

 

Durch eine einfühlsame Ein- und Hinführung wird der Patient dazu gebracht, einen ersten eigenen Gestaltungsschritt zu wagen, indem er aus einem Angebot von Materialien auswählt und beginnt, bei Bedarf mit Hilfestellung eines Themas. Es entsteht ein erstes Werkstück. Es bringt zum einen Erfolg und Bestätigung, zum anderen ggf. einen Anlass für ein Gespräch zwischen Patient und Therapeut. So kann man sich anschauen, was entstanden ist. Es wird etwas sichtbar, was vorher im Verborgenen war, Bilder aus dem Unbewussten werden sichtbar. Ebenso kann man sich anschauen, wie etwas entstanden ist. Es werden Eigenschaften sichtbar, die möglicherweise “Inneres” nach “Außen” drücken (Aus-Druck). Die Bilder geben somit Anregung und Inspiration, die dazu führen können, einen Bezug zur eigenen Situation herzustellen.

 

Ich bin im Bilde - oder - die Integration von Kunst- und Gestaltungstherapie

 

Dieses Wechselspiel von Gestalten und Betrachten, von Ausdruck und Eindruck, der sich wiederum zu einem neuen Ausdruck entwickeln kann, kann sich zu einem interessanten therapeutischen Prozess entwickeln. Er ist Grundlage unserer Arbeit in der Kunst- und Gestaltungstherapie. Innerhalb dieses Wechselspiels arbeiten wir durchaus an unterschiedlichen Schwerpunkten: manchmal gehen wir mit unserer Aufmerksamkeit mehr auf den Pol der Ausdrucksförderung, manchmal arbeiten wir mehr mit dem Eindruck.

 

Einige Beispiele aus unserem kunst- und gestaltungstherapeutischen Angebot mögen dies verdeutlichen:

 

  • Die erlebnisorientierte Arbeit
    Hier geht es vorrangig um das Experimentieren mit verschiedenen Materialien, durchaus auch mit verschiedenen Arbeitsweisen. Ziel ist die Ausdrucksförderung, d. h., das Erleben steht im Mittelpunkt der Arbeit mit all seinen Gefühlen von Freude, Spaß, Enttäuschung, Ärger und Frust.
  • Die Projektarbeit - Für diese Arbeitsform gibt es verschiedene Varianten: 

    1. Sie bietet eine intensive Auseinandersetzung mit einem kreativen oder künstlerischen Verfahren, z. B. Druckwerkstatt, Arbeit mit Speckstein, Aquarellmalerei usw.

    2. Sie bietet die Auseinandersetzung mit einem inhaltlichen Thema, z. B. Maskenbau, Selbstbildnis, die vier Jahreszeiten usw. Ziel ist ein intensiver Einstieg in die Ausdrucksgestaltung.

    3. In einer dritten Variante ist die Projektarbeit so angelegt, dass der Patient während des gesamten therapeutischen Prozesses an seiner Gestaltung arbeitet und sie immer wieder durch Ergänzungen, Veränderungen gestaltet und somit zu neuen Lösungen finden kann. Diese Arbeit ist stark durch das Wechselspiel von Ausdruck und Eindruck geprägt.
  • Die Kunstpsychotherapie
    Sie begleitet durch die kunsttherapeutische Arbeit den psychotherapeutischen Gruppenprozess, indem sie im Besonderen die Themen der Gruppe aufgreift und somit die tiefenpsychologisch orientiert aufdeckende Arbeit fördert.
  • Die Arbeit am Stein
    Begünstigt durch die landschaftlichen Gegebenheiten in der Sächsischen Schweiz können wir den Elbsandstein als Material dieser Gegend in der kunsttherapeutischen Arbeit nutzen. In der bildhauerischen Arbeit führt gewissermaßen der “Abbau” durch das Abschlagen zum Ergebnis. Diese Arbeit lebt von der intensiven Auseinandersetzung mit dem Wechselspiel von Ausdruck und Eindruck.