HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen

Geschichte des Plauener Krankenhauses

1100 bis 1799

Im frühen Mittelalter lag die gesundheitliche Betreuung der Bürger im Wesentlichen in der Hand der Kirche. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts haben besonders die Klöster bahnbrechend auf diesem Gebiet gewirkt. Eine Änderung trat erst ein, als die deutschen Landesfürsten Universitäten mit medizinischen Fakultäten gründeten und als die deutschen Städte begannen, Krankenanstalten zu errichten und weltliche Ärzte anzustellen.

Aus der Ortschaft Plawe, die 1122 erstmalig urkundlich erwähnt wurde, entwickelte sich 1224 die Stadt Plauen, in deren Mauern bereits 1214 der Deutsche Ritterorden Fuß gefasst hatte, und es ist wahrscheinlich, dass es unter den Deutschordensbrüdern und Predigermönchen immer einen gegeben hat, der sich in der Arznei- und Heilkunde etwas auskannte.

Zu den beliebten Einrichtungen der damaligen Städte gehörten die Badestuben. Vogt Heinrich der Altere von Weida genehmigte 1236 der Pfarrei Plauen, die Betreibung einer Badestube bei der Kirche an der Elster.

In Urkunden von 1255 und 1263 bestätigte Vogt Heinrich von Plauen dem ,,Deutschen Haus" von Plauen den Grundstückserwerb zunächst für eine Leprosenanstalt, der "quatuor agros sitos juxta leprosos domui Theutonice in Plawe". In dieser, vor der Stadtmauer gelegenen Einrichtung wurden die Leprakranken untergebracht. Es war die Zeit der Kreuzzüge, an denen sich auch deutsche Ordensritter beteiligten. Diese Einrichtung lag rechts des Knielohbaches, an der Einmündung zur Elster, an der heutigen Reichenbacher Straße. Hier wurde höchstwahrscheinlich die von dem Grafen Everstein errichtete "Kapelle mit Türmchen" als "St. Johannis vor dem Tore" 1255 zu Hospitalzwecken für Leprakranke umfunktioniert.

Das Spital, das später den Namen "St. Elisabeth-Hospital" trug, hat nach wechselvoller Geschichte im Dienste der Krankenpflege Jahrhunderte überstanden. Das Bauwerk an der Elsterbrücke ist zwar mehrmals abgebrannt und deshalb wieder auf- und umgebaut worden, das Erdgeschoss und die Grundmauern haben jedoch alle Belastungen, auch die Bombenangriffe des 2. Weltkrieges, ausgehalten und erst 1949 wurde die Ruine dieser historischen Stätte beseitigt.

Feste Einrichtungen zur Gesundheits- und Krankenpflege bestanden während dem 14. bis 18. Jahrhundert in Plauen nur in Form der Badestuben, Hospitäler und Siechhäuser. Eine stationäre Behandlung, wie sie heute in den Krankenhäusern durchgeführt wird, war damals noch nicht möglich. Hospitäler und Siechhäuser erfüllten auch in Plauen mehr den Zweck einer Isolierungseinrichtung bzw. eines Pflege- und Sterbehauses besonders für verarmte Alleinstehende. Ansonsten war es üblich, dass Kranke zu Hause von ihren Angehörigen gesund gepflegt wurden.

1732 besaß Plauen zwei Bade- und drei Barbierstuben, das St. Elisabeth-Hospital sowie das St. Johannis-Hospital.



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