HELIOS St. Elisabeth Klinik Oberhausen

Kompressionstherapie

Die medizinische Kompressionstherapie durch Kompressionsverbände mit Kurzzugbinden oder mittels medizinischer Kompressionsstrümpfe stellt die Basis der Therapie der Venenerkrankung dar. Ziel ist die Verbesserung der gestörten venösen Hämodynamik und Entlastung des gestauten Gewebes, was zur Linderung der subjektiven Beschwerden führt und eine Abheilung von chronischen Wunden unterstützt. Zudem soll ein Fortschreiten der venösen Erkrankung verhindert oder zumindest verlangsamt werden.

Auch beim Lymphödem ist eine gute Kompressionstherapie unabdingbar. Es handelt sich um eine sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlung (Wasser und Proteine) im Interstitium (Zwischenzellraum). Diese wird durch eine Schwäche (mechanische Insuffizienz) des Lymphgefäßsystems hervorgerufen. Durch mechanische Insuffizienz kann die interstitielle Flüssigkeit nicht mehr ausreichend über die Lymphgefäße abtransportiert werden. Dies führt zu einem Rückstau und schließlich zur Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen (Ödem).

Es werden zwei Phasen der Entstauungstherapie unterschieden:

  • 1. Phase: Volumenreduktion durch Kurzzugbinden (Kompressionsverbände nach Pütter)
  • 2. Phase: Stabilisierung des Behandlungserfolgs durch angepasste Kompressionsstrümpfe (Klasse 1-4 je nach Indikation)

Die Kompressionsstrümpfe sollten (in Abhängigkeit vom Krankheitsbild) tagsüber getragen werden. Nachts werden die Strümpfe in der Regel nicht getragen, so dass dann eine regelmäßige rückfettende Hautpflege bzw. eine Lokaltherapie erfolgen kann. Das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen kann durch unterschiedliche Hilfsmittel erleichtert werden. Zudem besteht die Möglichkeit, über einen betreuenden Pflegedienst Hilfestellung zu erhalten.

Sklerosierungs- (Verödungs-)Behandlung

Ziele der Verödungsbehandlung sind die Therapie der Varikose (Krampfadern) und die Vorbeugung möglicher Komplikationen. Bestehende Symptome sollen gemindert bzw. beseitigt werden unter Erzielung eines ästhetischen und funktionell guten Ergebnisses. Grundsätzlich können alle Formen der Varikose sklerosiert werden. Dies sind insbesondere:

  • Stammvarizen (Vena saphena magna und parva)
  • Seitenastvarizen
  • insuffiziente Perforansvenen (Verbindung zwischen tiefem und oberflächlichem Venensystem)
  • retikuläre Varizen (2-4 mm durchmessende netzartige Venengeflechte)
  • Besenreiser (Teleangiektasien)
  • Rest- und Rezidiv-Varizen nach bereits erfolgten therapeutischen Maßnahmen
  • genitale und perigenitale Varizen
  • periulzeröse Varizen
  • venöse Malformationen

Die Verödungsbehandlung eignet sich vor allem für die Behandlung tief liegender Krampfadern, aber auch für Besenreiser und retikuläre Varizen. Bei der Schaumsklerosierung wird zunächst das alkoholische Verödungsmittel (Wirkstoff Polidocanol) mit Luft zu einem Schaum vermischt, der dann über eine Kanüle in die Krampfader injiziert wird. Zur Herstellung des Sklerosierungsschaumes gibt es verschiedene Techniken. Bei dem Verfahren nach Tessari wird eine feinblasige/visköse Schaumqualität durch turbulente Mischung von Flüssigkeit und Luft (Verhältnis 1:3 bzw. 1:4) in zwei Spritzen, die über einen 3-Wege-Hahn verbunden sind, erreicht. Bei der DSS (Doppel-Spritzen-System)-Technik wird das Medikament mit Luft (Verhältnis 1:4) durch turbulente Mischung in zwei Spritzen, die über einen speziellen Konnektor (Verbindungsstück) verbunden sind, vermischt. Der Verödungsschaum verdrängt das Blut und wirkt direkt „verklebend“ auf die Venenwand. Längerfristig erfolgt die Umwandlung der Vene in einen bindegewebigen Strang, der nicht mehr durchblutet (rekanalisiert) werden kann. Nach der Behandlung wird ein Kompressionsverband angelegt und der Patient zu 30-minütigem Laufen angehalten. Zudem muss für einige Tage ein medizinischer Kompressionsstrumpf getragen werden.

Miniphlebektomie

Die Miniphlebektomie ist ein minimal-invasives operatives Verfahren, bei dem mit Hilfe von kleinen Häkchen vor allem oberflächliche und sichtbar vorstehende Krampfadern gut entfernt werden können. Da lediglich kleine Hauteinstiche gemacht werden, kann fast immer ein sehr gutes ästhetisches Ergebnis ohne größere Narbenbildung erzielt werden. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie oder Tumeszenzanästhesie). Die Tumeszenzanästhesie ist eine besondere Form der Lokalanästhesie, bei der in das Unterhautfettgewebe eine Tumeszenzlösung injiziert wird, die ein Lokalanästhetikum enthält. Die Tumeszenzlösung wird mit Druck zwischen die Gewebeschichten der Unterhaut gespritzt, so dass ein Reservoir unter der Haut deponiert wird. Nach dem Eingriff werden die Einstiche/Schnitte mit Tupfern überklebt und anschließend ein medizinischer Kompressionsstrumpf angelegt, welcher für einige Tage getragen werden muss. Zudem sollte für 3-5 Tage eine Thromboseprophylaxe verabreicht werden. Der Patient kann direkt nach dem Eingriff wieder stehen und laufen. Postoperative Schmerzen sind selten. Nach größeren Eingriffen gibt man in der Regel für einige Tage ein leichtes Schmerzmittel.

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