HELIOS St. Elisabeth Klinik Oberhausen

Ultraschalldiagnostik

Die Ultraschalldiagnostik dient zur Darstellung von organischem Gewebe mittels Ultraschallwellen, wobei für den Patienten keinerlei Strahlenbelastung entsteht. Genutzt wird dieses Verfahren schon seit langer Zeit von Ärzten verschiedenster Fachdisziplinen in den unterschiedlichsten diagnostischen Bereichen. Die Untersuchung erfolgt mit einem Schallkopf, der über die Haut gestrichen wird. Dieser sendet permanent Schallimpulse, die wiederum vom Gewebe reflektiert werden. Das dabei entstehende Signal, das je nach reflektierendem Gewebe unterschiedlich stark ausgeprägt ist, empfängt der Schallkopf und wandelt es in ein entsprechendes Bild auf dem Monitor um. Insbesondere in der Diagnostik von Venenleiden ist der Ultraschall ein sehr wichtiges diagnostisches Instrument. Der große Vorteil ist, dass mittels Ultraschalldiagnostik auch Flüssigkeitsströme dargestellt werden können. Dies ist gerade bei der Beurteilung von Gefäßen besonders wichtig.

Mittels konventioneller Ultraschalldiagnostik werden die venösen Gefäße der unteren Extremitäten untersucht und überprüft, ob eine Venenschwäche vorliegt. Beurteilbar sind die Venenklappen, die Struktur der Venen, die Binnenstruktur der Gefäße sowie die Gefäßdicke. Ggf. lassen sich auch pathologische Gefäße wie verdickte Seitenäste im Rahmen eines Krampfadern-Leidens oder einer Insuffizienz tiefer Venen darstellen. Zum Einsatz kommen zudem die Doppleruntersuchung und Farbduplex-Untersuchungen. So lassen sich neben der Beschaffenheit der Gefäße auch die Flussgeschwindigkeit und Flussrichtung im Rahmen der Ultraschalluntersuchung beurteilen. Dies ist möglich, indem der Blutfluss auf dem Bildschirm farblich markiert wird. Vom Schallkopf weg fließendes Blut wird blau markiert, zum Schallkopf fließendes Blut wird beispielsweise rot markiert. Über diese Farbsignale lassen sich somit bei Verwirbelungen oder Rückströmen entsprechende Rückschlüsse ziehen.

Venen-Verschluss-Plethysmographie (VVP)

Die Verschlussplethysmografie ist ein spezielles Untersuchungsverfahren zur Diagnostik und Verlaufskontrolle arterieller und venöser Gefäßkrankheiten. Die Messung von Volumenänderungen (Plethysmografie) erlaubt Aussagen über den Zustrom und Abfluss des Blutes. Die Messungen finden meist an den Beinen statt. Durch eine gezielte Kompression von Venen und Arterien während der Verschlussplethysmografie mittels entsprechender Manschetten, die um das zu untersuchende Bein gelegt werden, kann der Blutfluss berechnet werden. Dabei können sowohl der Bluteinstrom und damit die arterielle Durchblutung als auch der Blutrückfluss und damit die Funktion des Venensystems analysiert werden. Als ergänzendes diagnostisches Verfahren zum Knöchel-Arm-Index und zur Ultraschalldiagnostik ist diese Untersuchung gerade zur Beurteilung einer tiefen venösen Gefäßschwäche von großer Bedeutung.

Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ankle-brachial-index/ABI)

Die Knöchel-Arm-Index-Bestimmung erfolgt im Rahmen der arteriellen Gefäßdiagnostik und ist insbesondere bei der Beurteilung eines möglicherweise vorliegenden Verschlusses von zuführenden Gefäßen sinnvoll. In liegender Position wird nacheinander eine Blutdruckmanschette an beiden Unterschenkeln und an beiden Oberarmen des Patienten angelegt und Druck aufgebaut, bis dieser den in den Gefäßen gemessenen Blutdruck übertrifft. Mittels Dopplersonde (eine Art Stift, der auf die Haut gehalten wird und ein Signal gibt, wenn er Blutfluss detektiert) wird über einem Gefäß unterhalb der angelegten Blutdruckmanschette beim Reduzieren des Drucks in der Manschette bestimmt, ab wann ein Signal messbar ist, also wieder Blut fließt. Das dann hörbare Pulsgeräusch entspricht dem Gefäßdruck des untersuchten Gefäßes. Üblicherweise werden für die Untersuchung mit dem Doppler die Arteria dorsalis pedis und die Arteria tibialis posterior an den Füßen verwendet. Der Knöchel-Arm-Index ist der Quotient aus den am Unterschenkel und am Oberarm gemessenen Blutdrücken. Ein Quotient von 0,9 bis 1,2 gilt dabei als normal. Je kleiner der Quotient wird, desto größer ist das Ausmaß der Durchblutungsstörung in der untersuchten Arterie. Werte unter 0,9 definieren dabei die periphere arterielle Verschlusskrankheit, also einen beginnenden Verschluss der zuleiteten Gefäße. Werte unter 0,5 weisen meist bereits auf eine deutliche Verminderung der Blutzufuhr hin, und die Gefahr von chronischen Ulzerationen oder Nekrosen ist deutlich erhöht. Werte von deutlich über 1,3 weisen im Gegenteil dazu auf eine besondere Art der Gefäßverkalkung hin (Mediasklerose), die insbesondere bei Diabetikern zu beobachten ist.

Labordiagnostik

Als Wundzentrum bieten wir eine umfassende serologische Blutdiagnostik bei Patienten mit chronischen Wunden an. Neben den Standardlaborparametern wie Differentialblutbild, Leber- und Nierenwerten sowie Blutwerten für Infektionen, die Hinweise auf entzündliche Prozesse oder organische Genese von Beschwerden liefern können, sind weitere spezielle Parameter zur Diagnostik von beispielsweise Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis oder aus dem Bereich der entzündlichen Gefäßerkrankungen und Autoimmunerkrankungen von besonderer Wichtigkeit. So können zum Beispiel neben der Entnahme der routinemäßigen Autoantikörper und Rheumafaktoren auch speziellere Antikörper-Bestimmungen im Blut durchgeführt werden. Darüber hinaus werden Differentialblutanalysen durchgeführt und Blutausstriche zur genauen Beurteilung der einzelnen Blutzellen vorbereitet.

Wundabstriche

Bei chronischen Wunden sind Abstriche zur Bestimmung der bakteriellen Keimbesiedlung der Wunde und zum Ausschluss von multiresistenten Keimen von großer Bedeutung. In der Regel befinden sich überall auf der Haut Keime, die keinen Krankheitswert haben. Man bezeichnet dies als physiologische Hautflora. In offenen Wunden können einzelne Keime jedoch Krankheitswert haben und lokale Entzündungsreaktionen oder gar weitreichende systemische Infektionen auslösen. Zudem besteht ein nicht unerhebliches Risiko der Kontamination der Wunden. Dadurch, dass im häuslichen Umfeld keine sterilen Bedingungen herrschen und auch häusliche Verbandwechsel meist nicht steril durchgeführt werden können, kann es zur Verunreinigung der Wunde durch pathogene Keime kommen. Hier besteht ein deutlich erhöhtes Risiko der Infektion der Wunde. Handelt es sich beispielsweise um spezielle multiresistente Keime (z.B. MRSA, ESBL), d.h. Keime, die gegen eine Vielzahl von antibiotischen Therapien resistent und nur schwer therapierbar sind, ist neben einer zielgerichteten antibiotischen Therapie meist auch die Isolation des Patienten zum Schutz der Verbreitung der Keime notwendig. Kommt es zur bakteriellen Superinfektion mit begleitender Entzündungsreaktion, ist der Einsatz von Antibiotika unabdingbar. Hierbei ist es besonders wichtig, gezielt das vorliegende Erregerspektrum, welches auf der Wunde nachweisbar ist, zu therapieren. Neben der Keimbestimmung findet durch die entnommenen Abstriche auch eine Resistenzbestimmung statt. Dies bedeutet, dass der behandelnde Arzt einen Einblick erhält, gegen welche Antibiotika die auf der Wunde nachgewiesenen Bakterien resistent sind. Er kann so gezielt wirksame antibiotische Therapien wählen.

Kapillarmikroskopie

Bei der Kapillarmikroskopie beurteilt man mittels eines speziellen Mikroskops den Aufbau der kleinen Kapillaren in der Haut. Dazu eignet sich insbesondere die Nagelfalz der Finger, aber auch der Füße. Mit diesem Verfahren lassen sich organische Kapillarschädigungen oder -erkrankungen erkennen. Die Kapillarmikroskopie spielt in der Diagnostik von entzündlichen Gefäßerkrankungen sowie von Bindegewebserkrankungen wie Sklerodermie und dem Raynaud-Phänomen eine bedeutende Rolle. Auch bei der diabetischen Mikroangiopathie lassen sich entsprechende Veränderungen erkennen. Darüber hinaus kann man den Schweregrad einer Hautdurchblutungsstörung erfassen und das Risiko von Hautschädigungen ermitteln. Die Beurteilung der kleinsten Gefäße (Kapillaren) ist nicht mit den üblicherweise in der Gefäßdiagnostik verwendeten Untersuchungsgeräten (Ultraschall-Doppler, Duplexsonographie, Oszillographie) möglich. Mit der Kapillarmikroskopie kann auch der Blutfluss in den Kapillaren direkt unter dem Mikroskop beobachtet werden. 

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Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

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Wundmanagerin


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