HELIOS Albert-Schweitzer-Klinik Northeim

Intensivstation

Die Aufnahme auf unsere Intensivstation erfolgt meist nach grösseren Operationen, wenn der Patient für mehrere Stunden oder Tage besonderer Behandlung und Überwachung bedarf.

 

Das Hauptziel ist die Überwindung, Besserung oder Verhinderung von Störungen lebenswichtiger Funktionen, die sich sehr unterschiedlich darstellen können.

 

Alle Patienten werden daher Tag und Nacht besonders behandelt, gepflegt und überwacht. Manche können die Intensivstation bereits nach wenigen Stunden oder Tagen verlassen, andere müssen länger bei uns bleiben. Es ist leider nicht immer möglich die notwendige Dauer der Intensivtherapie vorher zu sagen.

 

Ablauf

 

Jede Intensivstation hat einen festen Arbeitsplan. Dabei wird versucht, den Tag- und Nachtrhythmus für den Patienten beizubehalten.

Ärzte untersuchen den Patienten, legen die Therapie fest und führen die notwendigen Behandlungen durch. Dabei werden sie von Pflegekräften unterstützt, die den Patienten überwachen, bestimmte Therapiemassnahmen durchführen und den Behandlungsverlauf aufzeichnen. Sie unterstützen beim Waschen und Lagern und bei der Nahrungsaufnahme.

All diese Tätigkeiten sind wesentlich zeitaufwändiger als auf einer Normalstation und können zusätzlich durch Akutereignisse, die vorher nicht einzuplanen waren, unterbrochen werden. Für den Angehörigen kann das den Eindruck von Unruhe vermitteln oder bei Besuchen längere Wartezeiten verursachen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Auf der Intensivstation können sich nicht nur mehr Pflegekräfte und Ärzte um Ihre Angehörigen kümmern, sondern es stehen auch mehr technische Geräte zur Überwachung und Behandlung zur Verfügung. Dies kann sehr schnell befremdend und/oder beängstigend wirken. Deshalb möchten wir Ihnen die meistgenutzten Geräte kurz erläutern.

Die beschriebenen Geräte sind mit sehr empfindlichen Alarmen ausgestattet, die oft schon auf die Bewegung des Patienten reagieren und auslösen. Dies bedeutet meist keine akute Gefahr, kann aber für den Aussenstehenden sehr beängstigend wirken. Falls Sie dadurch verunsichert sind, fragen Sie uns bitte.

Verschiedene Schläuche:

Über Magensonde und Blasenkatheter werden Körperflüssigkeiten abgeleitet.

Nach Operationen liegen häufig Schläuche – sog. Drainagen - im Wundgebiet, um Sekret und Blut abzuleiten. Dieses wird in Auffangbeuteln oder –flaschen gesammelt.

 

Der Patient

 

All die pflegerischen und intensivmedizinischen Massnahmen erfordern einen sehr engen Kontakt zu Ihrem Angehörigen. Wir bemühen uns dabei, die Würde und Intimsphäre zu bewahren.

Alle Vorgänge die wir durchführen, werden dem Patienten erklärt, auch wenn er durch bestimmte Medikamente bedingt, in einen Tiefschlaf versetzt wurde. Auch in solch einer Situation können Sie sicher sein, dass wir mit geeigneten Medikamenten die Schmerzen und Unruhe behandeln, auch wenn Ihr Angehöriger sich nicht mitteilen kann.

Durch die Erkrankung oder die Behandlung kann sich das vertraute Aussehen Ihres Angehörigen sehr verändern. Die Lage, in der er sich befindet kann durch Hilflosigkeit gekennzeichnet sein. Dieser Eindruck wird verstärkt, wenn er nicht oder nur eingeschränkt in der Lage ist, sich mitzuteilen oder seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Wenn Ihr Angehöriger unfähig ist, sich zu äussern, werden wir besonders wichtige Dinge mit Ihnen besprechen. Manchmal kann es sinnvoll sein, Gespräche über den momentanen Gesundheitszustand ausserhalb des Patientenzimmers zu führen.

Wenn Ihr Angehöriger durch einen Seelsorger Beistand erfahren möchte, sind wir gerne bereit dies in die Wege zu leiten.

 

Hinweise

 

Der persönliche Kontakt durch Besucher ist für den Patienten sehr wichtig. Wir möchten Ihnen einige Hinweise geben und Sie um Verständnis für einige bestehende Regeln bitten.

Die Belastbarkeit und die Behandlungssituation Ihres Angehörigen und seiner Mitpatienten erfordern die Absprache mit den Pflegekräften oder Ärzten.

Die Dauer der Besuche hängt individuell vom Zustand des Patienten ab. Es sollten möglichst nicht mehr als zwei bis drei Angehörige gleichzeitig den Patienten besuchen. Kleine Kinder sollten nur in Ausnahmefällen die Station betreten, da die Situation sie überfordern und verängstigen kann.

Vor dem Betreten der Intensivstation melden Sie sich bitte durch Klingeln am Eingang der Station. Durch die aufwendige Versorgung ist es möglich, dass Sie etwas Wartezeit in Kauf nehmen müssen.

Bevor Sie den Patientenraum betreten, müssen Sie sich die Hände desinfizieren. Das Tragen von Schutzkleidung ist meist nicht nötig.

Da Ihr Angehöriger mit einem bis drei Mitpatienten in einem Raum liegt, bitten wir Sie, auch auf diese Rücksicht zu nehmen.

Das Telefonieren mit Mobilfunkgeräten ist generell verboten. Diese müssen auf jeden Fall ausgeschaltet werden, da sie die Funktion der teilweise lebenserhaltenden Geräte auf der Station stören können. Dieser Hinweis gilt für alle Bereiche des Krankenhauses.

 

Hilfen

 

Der Besuch und der Kontakt ist für Ihren Angehörigen sehr wichtig. Versuchen Sie, durch Gespräche über alltägliche Dinge und Ereignisse etwas Normalität in seinen Tagesablauf zu bringen. Dies kann zum Beispiel durch vertraute Dinge aus der häuslichen Umgebung unterstützt werden. Sie können deshalb nach Rücksprache gerne persönliche Dinge mitbringen.

Haben Sie keine Hemmungen, auch einen beatmeten Angehörigen anzufassen, aber beachten Sie bitte, dass er nicht sprechen kann.

Manche Situationen erfordern es, dass wir den Patienten in einen sogenannten Tiefschlaf versetzen. Sie sollten trotzdem mit Ihrem Angehörigen sprechen und keine Hemmungen haben, ihn zu berühren, da man davon ausgehen kann, dass er sie wahrnimmt, auch wenn er sich nicht dazu äussern kann.

Dies ist für Sie eine sehr ungewohnte Situation, in der es anfangs sehr schwer fällt, ganz normal mit seinem Angehörigen umzugehen und die oft kritische Lage zu akzeptieren. Sie sind mit Ihren Zweifeln und Ängsten kein Einzelfall und für die Pflegekräfte und Ärzte ist dies ein normales Bild.

Sprechen Sie deshalb auch uns gegenüber diese Probleme an, damit wir Ihre Fragen klären und über Ihre Ängste mit Ihnen sprechen können.

Infusionsgeräte

 

Da der Patient häufig keine oder nur eingeschränkt Nahrung zu sich nehmen kann, erfolgt die Zufuhr von Nährstoffen über eine oder mehrere Venen. Dafür werden sogenannte Katheter benutzt, die in das Blutgefäss eingelegt werden. Sie werden über einen Schlauch mit der Flüssigkeit verbunden. Diese wird mit Hilfe des Infusionsgerätes genau dosiert. Oft ist es notwendig, dass man Nahrung und mehrere Medikamente über die Vene gibt. Daher haben viele Patienten mehrere Katheter, die gelegentlich auch in einem grossen Blutgefäss im Hals liegen.

Monitore

 

Der Monitor dient zur Überwachung der Herzfrequenz und des Blutdrucks, zusätzlich kann auch die Körpertemperatur und der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen werden.

 

All diese Funktionen werden über Messelektroden erfasst, die am Körper angebracht sind und über Kabel mit dem Überwachungsgerät verbunden werden. Die gemessenen Werte werden als Kurven oder Zahlen auf dem Bildschirm dargestellt.

 

Das Auftreten eines Alarmsignals ist in den seltensten Fällen wirklich bedrohlich. Meistens weist es uns auf technische Störungen hin.In anderen Fällen zeigt es uns frühzeitig Veränderungen der Messwerte.

 

Beatmungsgeräte

Diese Geräte unterstützen die Atmung, falls der Patient nicht in der Lage ist, selbstständig zu atmen. Über Schläuche ist das Beatmungsgerät mit dem Patienten verbunden. Der Patient benötigt einen Beatmungsschlauch, der durch Mund oder Nase in die Luftröhre eingelegt ist. Benötigt der Patient über einen längeren Zeitraum die Hilfe des Beatmungsgerätes, wird evtl. ein Luftröhrenschnitt durchgeführt.

 

Solange Ihr Angehöriger beatmet wird, kann er nicht sprechen und sich nur durch Zeichensprache oder Schreibtafeln verständlich machen. Sobald sich der Zustand stabilisiert hat, wird der Beatmungsschlauch entfernt. Sollte ein Luftröhrenschnitt erforderlich gewesen sein, so wird die Wunde innerhalb von wenigen Tagen verheilen.

So erreichen Sie uns

Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin
Albert-Schweitzer-Weg 1
37154 Northeim

Prof. Dr. med. Michael Bund

Chefarzt
Tel.: (05551) 97-12 91
Fax.: (05551) 97-14 35
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