02.02.12
Im Fachbereich Endoskopie der HELIOS Albert-Schweitzer-Klinik Northeim wird seit kurzem ein neues, schonendes Verfahren bei Darmspiegelungen angewendet. Statt Raumluft wird Kohlendioxid verwendet, um den Darm zu entfalten. Von diesem Verfahren profitieren die Patienten durch weniger Nebenwirkungen.
„Die Vorteile dieses neuen und hochmodernen Verfahrens sind wissenschaftlich nachgewiesen, und es hat Eingang in die Europäischen Leitlinien gefunden“, sagt Dr. med. Tobias Meister, Chefarzt der Medizinischen Klinik II. Bei einer Darmspiegelung wird ein sogenanntes Koloskop, ein flexibler Schlauch mit Kamera und Lichtquelle, in den Dickdarm eingeführt. Durch diese Untersuchung können Entzündungen, Geschwüre und Tumore bereits frühzeitig entdeckt werden.
In der Medizinischen Klinik II der HELIOS Albert-Schweitzer-Klinik Northeim werden jährlich ca. 1.500 Darmspiegelungen durchgeführt. Dr. med. Meister erläutert das neue Verfahren: „Bei der Darmspiegelung muss der Darm entfaltet werden, damit er besser untersucht werden kann. Dies erfolgt bei uns nicht mehr durch ein Aufblähen mit Raumluft, sondern mit Kohlendioxid. Der Vorteil ist, dass das Kohlendioxid durch die Darmwand besser entweichen kann. Nebenwirkungen wie unangenehme Blähungen können dadurch deutlich reduziert und Überblähungen des Darms verhindert werden“, erklärt der Mediziner. Empfohlen wird eine regelmäßige Vorsorge-Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr. Patienten mit Blut im Stuhl, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten oder unklaren Mittel- oder Unterbauchbeschwerden sollten ihren Arzt frühzeitig aufsuchen.
Die Medizinische Klinik II (Innere Medizin und Gastroenterologie) behandelt neben allgemein-internistischen Beschwerden schwerpunktmäßig Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und Gallenwege sowie der endokrinen Organe. Zudem erfolgt die Betreuung von Patienten mit Krebserkrankungen mit kurativer und palliativer Zielsetzung.