HELIOS Kliniken Mittelweser

Therapie

Die meisten adipösen Patienten haben jahrzehntelang alle erdenklichen Versuche zur Reduzierung ihres Gewichts unternommen. Ein ständiges Auf und Ab auf der Waage ist die Folge, wobei die Gewichtszunahme fatalerweise immer etwas höher ausfällt als die Gewichtsreduktion. Diesen Effekt nennt man "Jojo-Effekt". Solche Patienten können langfristig nur von einer strukturierten Therapie profitieren. Die Therapie des krankhaften Übergewichts sollte als interdisziplinäre Aufarbeitung der Adipositas, als übergreifendes Krankheitsbild erfolgen.

 

Ein wesentlicher Bestandteil der Adipositastherapie, neben den konventionellen Therapieoptionen, wie psychologische Beratung, Ernährungstherapie und Physiotherapie, ist die chirurgische Therapie. Zur Gewährleistung einer qualifizierten Behandlung und Betreuung von Patienten mit Adipositas besteht im Krankenhaus Nienburg die Möglichkeit der interdisziplinären Adipositasbehandlung.

 

Im Rahmen dieses interdisziplinären Konzeptes wird nach einer umfangreichen fachspezifischen Diagnostik eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Therapieempfehlung erarbeitet. In unserem Haus werden folgende Verfahren in minimal invasiver Technik (sog. Schlüssellochmethode) durchgeführt:

 

 

Verstellbares Magenband

Das anpassbare Magenband wird um den obersten Teil des Magens gelegt. Dadurch können nur noch geringe Nahrungsmengen aufgenommen werden und es wird rasch ein Völlegefühl erreicht. Die weitere Verdauung wird nicht beeinträchtigt. Das Magenband ist mit einem kleinen Katheter an eine Portkammer, die unter der Haut eingepflanzt ist, verbunden. Über diese Portkammer kann das Magenband mit Flüssigkeit gefüllt werden, so dass die Adjustierbarkeit des Bandes gewährleistet ist. Somit kann das Band sukzessive enger oder weiter gestellt werden.

 

 

Schlauchmagen (Magenteilentfernung)

Der Gewichtsverlust wird durch eine Verkleinerung des Magens sowie Appetitabnahme durch Entfernung der hungerhormonproduzierenden Zellen im Magen und damit verringerte Nahrungsaufnahme erreicht. Es werden bis zu 90 % des Magenvolumens entfernt, so dass der Magen die Form eines Schlauches bekommt. Nach der Formung des Magenschlauches wird der Rest des Magens über einen der Operationszugänge entfernt. Der natürliche Magenein- und -ausgang bleiben bestehen.

 

 

Magenbypass (Magenumgehung)

Bei der Bypassoperation wird im oberen Bereich des Magens eine kleine Magentasche hergestellt und vom übrigen Magen getrennt. Dieser kleine Magenanteil wird sodann mit einer Dünndarmschlinge verbunden, die zusätzlich aus der normalen Nahrungspassage ausgeschaltet wird. Der abgetrennte Restmagenanteil wird dann wieder in den nahrungstransportierenden Darmanteil eingeleitet. Dadurch wird die Nahrung nur verzögert mit Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekret vermischt, die bei der Nährstoffabsorption helfen. Die nicht absorbierte Nahrung verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl.

 

 

Magenballon

Ein nicht operatives Verfahren zur vorübergehenden Gewichtsreduktion, z.B. als Operationsvorbereitung ist der Magenballon. Dabei wird mittels einer Magenspiegelung ein Kunststoffballon in den Magen eingebracht, dieser wird mit ca. 500 ml Wasser und einem Farbstoff gefüllt. Dadurch kann man anschließend deutlich weniger Nahrung zu sich nehmen, es wird schnell ein Sättigungsgefühl erreicht. Der Ballon kann etwa 6 Monate belassen werden und muss dann wieder entfernt werden.

 

 

Nachbehandlung

Nach der Operation werden alle Patienten einem standardisierten Follow-up zugeführt. Dies erfolgt im Rahmen unserer Adipositassprechstunde. So soll die lückenlose Weiterbehandlung sämtlicher operierter Adipositaspatienten gewährleistet werden.

 

 



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