HELIOS Klinikum Meiningen

Medizinische Informationen

Akute Atemnot im Kindesalter
Bauchschmerzen im Kindesalter
Harnwegsinfektionen im Kindesalter
Kopfschmerzen im Kindesalter
Krampfanfälle im Kindesalter
Magen-Darm-Erkrankungen im Kindesalter

 

 

Akute Atemnot im Kindesalter

Atemnot zählt zu den häufigsten Symptomen, mit denen Kinderärzte kontaktiert werden.

 

Kinder sind durch anatomische Besonderheiten und spezifische Verhaltensweisen für das Auftreten von Atemnotzuständen prädisponiert.
In der diagnostischen Zuordnung ist zwischen Atemwegserkrankungen mit einer Behinderung der Einatmung und Ausatmung zu unterscheiden.

 

Zu den inspiratorischen (die Einatmung betreffenden) Störungen zählen der sogenannte Pseudokruppanfall und die Epiglottitis, auch Kehldeckelentzündung genannt.

 

Der Pseudokruppanfall beginnt typischerweise in den Nachtstunden abrupt mit bellendem Husten, Heiserkeit und einem lauten ziehenden Geräusch beim Einatmen. Dieses entsteht, wenn die Stimmritze durch eine Virusinfektion angeschwollen und verengt ist. Durch die Atemnot geraten Kind und Eltern in Panik. Ruhe bewahren ist hier das oberste Gebot! Oftmals führen das Öffnen des Fensters und die Gabe von kühlen Getränken bereits zu einer Linderung der Symptome. Durch den hinzugezogenen Not- oder Klinikarzt erfolgen die Inhalation mit einem abschwellenden Medikament sowie die Gabe von Corticoiden.

 

Glücklicherweise sehen wir das Krankheitsbild der Epiglottitis nach Einführung der Hämophilus influenzae-Impfung in den letzten Jahren nicht mehr.
Eine Behinderung der Ausatmung (sogenannte exspiratorische Störungen) stehen bei einer obstruktiven Bronchitis des Säuglings und Kleinkindes sowie beim späteren Asthma bronchiale im Vordergrund. Als Auslöser sind Virusinfektionen, Allergenexposition (Staub, Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze) und Kältereiz zu nennen. Es entwickelt sich eine Schwellung der Bronchialschleimhaut, eine vermehrte Schleimproduktion und eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur. Mittels intravenöser Cortisongaben und bronchialerschlaffender Inhalationen lässt sich die Situation oftmals rasch beherrschen.

 

Quälender Hustenreiz und akut einsetzende Atemnot sollten den Kinderarzt auch an die Verlegung der Atemwege durch einen verschluckten Fremdkörper denken lassen. Ein unterschiedlich lautes Atemgeräusch und eine Röntgen-Aufnahme der Lunge untermauern die Diagnose, sodass mit einer Bronchoskopie der Fremdkörper oftmals komplett geborgen werden kann.

 

 

Bauchschmerzen im Kindesalter

Bei Bauchbeschwerden unterscheiden wir zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Von chronischen Beschwerden spricht man, wenn die Beschwerden mindestens dreimal innerhalb von Monaten auftraten. Die Diagnosestellung ist wegen der Vielzahl in Frage kommender Ursachen schwierig. Bei akuten neu aufgetretenen Bauchschmerzen muss rasch entschieden werden, ob ein akutes Abdomen vorliegt. Dieses ist gekennzeichnet durch anhaltende und heftige Schmerzen, der Bauch ist lokal oder generalisiert bretthart, häufig begleiten Übelkeit oder Erbrechen die Beschwerden. Mögliche Ursachen sind eine akute Blinddarmentzündung, ein heftiger Magen-Darm-Infekt oder auch eine akute Verstopfung. Je nach Altersgruppe unterscheiden sich die häufigsten Ursachen. Bei Säuglingen sind schrilles Schreien und das Anziehen der Beine an den Körper ein Alarmzeichen. Wichtig ist eine schnelle Diagnostik mit Blutentnahme und einem Bauchultraschall. In Zusammenarbeit mit den chirurgischen Kollegen entscheiden wir dann über das weitere Vorgehen.

 

 

Harnwegsinfektionen im Kindesalter

Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern und sind Entzündung der Niere, Harnleiter, Harnblase oder Harnröhre. Sie entstehen in der Regel durch die Besiedlung der Harnröhre mit Bakterien von außen. Sie können in die Blase, die Harnleiter und die Nierenbecken hochsteigen.

 

Am meisten sind Bakterien des Darmtraktes, z.B. E. Coli, die Ursache. Aber auch Viren und Pilze können eine Harnweginfektion auslösen. Im Säuglingsalter ist oft eine angeborene Fehlbildung der Harnwege mit der Ursache verbunden.

 

Die Symptome sind je nach Alter des Kindes unterschiedlich. Bis zum 2. Lebensjahr haben die Kinder unspezifische Anzeichen wie Erbrechen, Fieber, Trinkschwäche und Apathie. Ab dem 2. Lebensjahr sind die Beschwerden wie beim Erwachsenen: Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen, Harndrang, Fieber und Flankenschmerz. Im diesen Alter können auch Müdigkeit, Bauchschmerzen, Trink- und Nahrungsverweigerung vorkommen.
Bei der Diagnose ist äußerst wichtig, dass der Erreger identifiziert wird. Dafür wird der Urin nach Entzündungszeichen und auch nach Keimen untersucht. Um Ergebnisse nicht zu verfälschen, soll bei der Gewinnung einer Urinprobe Verunreinigung vermieden werden. Diese Urinprobe kann als Mittelstrahlurin, Katheterurin oder durch einen Beutel erhalten werden. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgenuntersuchungen können zum Einsatz kommen, um eine angeborene Harnwegefehlbildung oder Harntransportstörung auszuschließen.

 

Bei der Behandlung von Harnwegsinfektionen wird in der Regel ein Antibiotikum verabreicht. Außerdem ist es sehr wichtig, dem Kind viel Flüssigkeit anzubieten. Durch das häufigere Wasserlassen werden die Harnwege durchgespült. Eine Urinkontrolle erfolgt im Laufe der Behandlung.

 

 

Kopfschmerzen im Kindesalter

Manchmal sind Kopfschmerzen bei Ihrem Kind so stark, dass ein stationärer Aufenthalt nötig wird. Wir versuchen als Erstes, in einem ausführlichen Aufnahmegespräch genaue Informationen über mögliche Auslöser, Häufigkeit, Schmerzstärke und Schmerzposition zu erhalten.

 

Danach folgt eine genaue klinische und neurologische Untersuchung. Unter stationären Bedingungen können wir mit Hilfe eines Tropfes eine häufige Ursache der Schmerzen, nämlich Flüssigkeitsmangel, gut beheben. Außerdem können wir damit über die Vene schnell wirksame Medikamente verabreichen. Auf der Suche nach möglichen Kopfschmerzursachen leiten wir ein sogenanntes EEG ab. Dabei machen wir die elektrischen Ströme des Gehirns für uns sichtbar. Wir wollen dabei schwerwiegende Erkrankungen ausschließen. In seltenen Fällen kann zusätzlich eine Bildgebung (MRT) nötig sein, um Tumore sicher ausschließen zu können. Sind die Kopfschmerzen weg, kann Ihr Kind wieder nach Hause entlassen werden. Wir empfehlen den Eltern, einen Kopfschmerzkalender zu führen, frühzeitig richtig dosierte Medikamente zu verabreichen, auslösende Faktoren zu meiden und auf ausreichende Trinkmengen zu achten. Damit bekommen Sie einen guten Fahrplan für weitere mögliche Attacken.

 

 

Krampfanfälle im Kindesalter

Krampfanfälle gehören zu den häufigsten neurologischen Problemen des Kindesalters. Anfälle können Einzelereignisse im Leben eines Kindes oder Jugendlichen darstellen oder Symptom einer Epilepsie sein, bei der es sich um eine chronische Krankheit mit immer wieder auftretenden Krampfanfällen handelt. Am häufigsten sind Fieberkrämpfe im Kleinkindesalter, die sich aber meist nach dem fünften Lebensjahr verlieren. Neben der Krankengeschichte, körperlichen und neurologischen Untersuchung, Laborbefunden und Hirnstrombild kann auch eine bildgebende Diagnostik (CT, MRT) erforderlich werden. Je nach Diagnose erfolgt eine Einstellung auf Medikamente.

 

 

Magen-Darm-Erkrankungen im Kindesalter

Ein akuter Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) ist gekennzeichnet von Übelkeit und Erbrechen, eventuell verbunden mit Durchfällen und Fieber. Fast immer leiden die Kinder unter krampfartigen Bauchschmerzen. Kleinere Kinder sind aufgrund des verhältnismäßig großen Flüssigkeitsverlusts besonders gefährdet. Bei unzureichender Trinkmenge und reduziertem Allgemeinzustand kann eine stationäre Aufnahme mit Anlegen eines Dauertropfes nötig werden. Hierunter bessert sich der Allgemeinzustand meist rasch, das Erbrechen stoppt nach einer Trink- und Nahrungspause, sodass die Kinder meist schnell wieder fit werden. Die Durchfälle halten in der Regel ein paar Tage an, lassen sich jedoch mit Medikamenten gut behandeln. Sind die Kinder stationär aufgenommen, schicken wir den dünnen Stuhl zur Diagnostik ein und finden meist virale Erreger wie Rota- oder Adenoviren. Seit einiger Zeit empfehlen Kinderärzte eine Schluckimpfung gegen Rotaviren.

 

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