HELIOS Klinikum Meiningen

Medizinische Informationen

Adjuvante Bestrahlung

Brustrekonstruktion

Brustvergrößerung

Brustverkleinerung (Mammareduktionsplastik)

Chemotherapie

Digitale Mammographie

Knochendichtemessung

Knochenmarksszintigraphie

Mammographie

Mammographie-Screening

Mammasonographie

MRT – Magnetresonanztomographie (= Kernspintomographie)

Operative Therapie bei Tumorerkrankungen der Brust

Skelettszintigraphie

Stanzbiopsie

Stereotaktische (mammographische) Stanz- oder Vakuumbiopsie

Wächterlymphknoten, Entfernung (Sentinellymphonodektomie)

Adjuvante Bestrahlung

Die Bestrahlung der Brust bei Mammakarzinom dient der Zerstörung der Tumorzellen. Hierbei wird das Erbmaterial der Tumorzelle zerstört und sie geht zugrunde, da das Reparaturvermögen der Tumorzelle gestört ist. Eine gesunde Zelle wird durch die Strahlendosis, die eine Tumorzelle vernichtet, nicht oder nur minimal beeinträchtigt.

 

Die am häufigsten angewandte Methode ist die so genannte externe Bestrahlung. Hierbei werden die Strahlen von einer Apparatur auf die Brust gerichtet.

 

In den meisten Fällen erfolgt die Bestrahlung ca. 4 Wochen nach der Operation. Die Therapie findet täglich statt und erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 5 - 6 Wochen.

 

Grundsätzlich ist die Bestrahlung bei jeder brusterhaltenden Therapie indiziert. Ist eine Chemotherapie indiziert, so erfolgt die Bestrahlung in der Regel im Anschluss an die Chemotherapie. In einzelnen Fällen kann allerdings die Bestrahlung auch trotz einer Brustamputation notwendig werden. Indiziert ist die Bestrahlung nach Mastektomie bei großen Karzinomen, multizentrischen Tumoren oder bei einer Entfernung des Tumors nicht im Gesunden. Eine Bestrahlung kann aber auch zur Behandlung von Tochtergeschwülsten eingesetzt werden, insbesondere wenn diese das Skelett befallen haben.

 

 

 

Brustrekonstruktion

Sie haben den schweren Leidensweg - den Verlust einer Brust - hinter sich gebracht, eine Chemo- und Strahlentherapie durchstanden. Oder Sie beschäftigen sich mit der Erstdiagnose eines Mammakarzinoms und interessieren sich für die verschiedenen Möglichkeiten der Brustrekonstruktion. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit zur Brustrekonstruktion mit Implantaten oder körpereigenem Gewebe.

 

Brustrekonstruktion mit Implantaten
Die Verwendung von Implantaten oder Expandern bietet die Möglichkeit einer sicheren und schnellen Wiederherstellung der verlorenen Brust mit akzeptablem ästhetischem Ergebnis. Speziell ältere Patientinnen, denen lange Operationszeiten zu belastend erscheinen, haben hierbei die Möglichkeit durch eine einfache Einbringung eines Implantates oder Expanders die Brust wiederherstellen zu lassen. Gegebenenfalls benötigen Sie hierfür zur Rekonstruktion des fehlenden Haut- und Weichteilmantels zusätzlich eine Gewebetransplantation vom Rücken oder vom Bauch.

 

Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe (DIEP, S-/I-GAP-, SIEA-Lappentransplantat)
Besonders jüngere Patientinnen ohne Grunderkrankung profitieren von einer „natürlichen“ Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe. Die traditionelle autologe Brustrekonstruktion mit dem Latissimus dorsi-Lappen oder dem gestielten TRAM-Lappen konnte in den letzten Jahren durch die Entwicklung der sogenannten Perforator-Lappenplastiken (DIEP-, S-/I-GAP-Lappen) und der SIEA-Lappenplastik verbessert werden.

 

Perforatorlappenplasitken – DIEP (Deep inferior epigastric artery perforator flap)
Bei der Brustrekonstruktion mit einem DIEP-Transplantat wird Haut- und Fettgewebe vom Bauch zur Brust frei transplantiert. Diese Technik schont die Bauchwandmuskulatur, verhindert Hernienbildungen und verkürzt Ihren post-operativen Aufenthalt. Bereits am nächsten Tag können Sie aufstehen, da Sie kaum Schmerzen haben.

 

Perforatorlappenplastiken – S-/I-GAP (superior-/inferior gluteal artery perforator flap)
Bei ca. 15 bis 20 Prozent der Patientinnen steht für eine Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe nicht genügend Bauchgewebe zur Verfügung. In diesen Fällen kann Gewebe vom Gesäß (S- oder I-GAP-Lappen) entnommen werden.

 

Die Vorteile der Brustrekonstruktion mit Perforatorlappenplastiken bestehen in der Verwendung von körpereigenem Gewebe. Das Gewebe nimmt zu, wenn Sie zunehmen und das Gewebe nimmt ab, wenn Sie abnehmen. Die Brust fühlt sich natürlich an und folgt dem Gesetz der Schwerkraft.

 

Unser mikrochirurgisches Team arbeitet parallel, so dass sich die Operationszeit auf vier bis fünf Stunden verkürzen lässt. Ihr stationärer Aufenthalt wird fünf bis zehn Tage betragen.
Ca. drei bis sechs Monate später erfolgt in einer zweiten Operation die Rekonstruktion der Brustwarze mit ggf. angleichender Straffung oder Verkleinerung der gegenüberliegenden Brust.

 

 

 

Brustvergrößerung

Bei der Brustvergrößerungsoperation ist es üblich, Silikonpolster zu implantieren. Die Größe und die Form wird den Bedürfnissen der Frau angepasst. Die Operation bietet Frauen, die unter einer sehr kleinen Brust leiden, eine Möglichkeit Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit zu erlangen. Es gibt jedoch auch medizinische Indikationen, wo die Kosten über einen Kostenvoranschlag von den Krankenkassen übernommen wird. Dies ist zum Beispiel bei Größendifferenzen der Brüste oder einem kompletten Fehlen von Brustdrüsengewebe der Fall.

 

Operationsarten

Bei dünnen Frauen, die wenig Brustdrüsengewebe besitzen, werden die Prothesen in der Regel unter den Brustmuskel eingesetzt. Ist ausreichend Brustdrüsengewebe vorhanden, kann man die Implantate auch unter das Brustdrüsengewebe einsetzen.

 

Bei der Schnittführung (aus der später die entsprechenden Narben resultieren) kann diese entweder in der Brustfalte oder auch um die Brustwarze herum geführt werden. Eine präoperative ausführliche Beratung mit genauer Planung der Operation sowie einem Gespräch über die möglichen Risiken sind unumgänglich. Eine solche Operation bedarf einer ausreichenden Bedenkzeit und reiflichen Überlegung.

 

 

 

Brustverkleinerung (Mammareduktionsplastik)

Bei einer Mammareduktionsplastik wird überschüssiges Brustgewebe entfernt.
Die Brust wird anschließend neu geformt und angehoben. Eine Reduktion wird von vielen Frauen gewünscht, die auf Grund der Makromastie (große Brüste) unter chronischen Rückenbeschwerden, auf Grund von Haltungsschäden, chronischen Kopfschmerzen, Beschwerden im Halswirbelsäulenbereich oder auf Grund von körperlichen Einschränkungen leiden. Eine Mammareduktionsplastik verringert die Größe und das Gewicht vom Brustgewebe und führt gleichzeitig zu einer Straffung der Brust. Es kommt zur Linderung der chronischen Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen bereits kurze Zeit nach der Operation. Wenn Sie an einer Brustverkleinerung interessiert sind, können Ihnen die folgenden Informationen einen ersten Einblick in dieses Behandlungsverfahren geben. Für eine persönliche Beratung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Brustsprechstunde.

 

Persönliche Beratung

Ein wesentlicher Bestandteil der persönlichen Beratung besteht in der Information über die verschiedenen Möglichkeiten einer Brustverkleinerung. Da das kosmetische Ergebnis auch von Faktoren, wie persönliches Alter, Beschaffenheit der Haut, Größe und Form der Brust abhängt, werden die Möglichkeiten und Grenzen dieser Operation sowie deren Risiken mit Ihnen genau besprochen. In einem persönlichen Gespräch haben Sie die Gelegenheit eine individuelle Beratung zu erhalten. Hierbei werden Ihre Vorstellung und deren Umsetzung ausführlich besprochen. Da es sich hierbei um eine sehr persönliche Entscheidung handelt, nehmen Sie sich bitte die notwendige Zeit, Ihre Fragen und Bedenken genau zu besprechen. Eine Fotodokumentation sowie Untersuchung der Brust mit ggf. zusätzlicher Mammographie ist ebenfalls Bestandteil der Erstuntersuchung. Informieren Sie den beratenden Arzt bitte über bestehende Vorerkrankungen und Ihre einzunehmenden Medikamente.
Anmerkung: Einige gesetzliche und private Krankenkassen übernehmen bei schriftlicher Antragstellung die Kosten für die Behandlung, wenn sie medizinisch notwendig erscheint. Bei der Antragstellung sind wir Ihnen gerne behilflich.

 

Operationstechnik

Bei der Reduktionsplastik wird der Brustwarzenhof umschnitten und die Schnittführung bis in die Unterbrustfalte fortgesetzt. Das überschüssige Brustdrüsengewebe, Fettgewebe sowie Haut werden entfernt und der Brustwarzenkomplex wird neu positioniert. Es folgt die Straffung der Haut von beiden Seiten um den Warzenvorhof, was der Brust die neue Form gibt. Es resultiert zum Schluss eine umgekehrt T-förmige Narbe. Um die Sensibilität der Brustwarzen zu erhalten, ist deren Durchblutung und nervale Versorgung wichtig. Bei ausgeprägt großen Brüsten kann eine Brustwarzentransplantation nötig sein. Hierbei wird die Brustwarze von den Gefäßen und Nerven kurzzeitig abgelöst. Hierbei kann die Sensibilität der Brustwarze nicht erhalten bleiben. Bei Entfernung einer kleineren Menge an Brustdrüsengewebe kann unter Umständen lediglich eine Schnittführung um den Brustwarzenkomplex ausreichend sein. Dies hat den Vorteil einer minimalen, meist optisch nicht erkennbaren Narbe. Evtl. kann auch eine Fettabsaugung bei der Brustverkleinerung Anwendung finden.

 

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Chemotherapie

Die Chemotherapie wirkt über den Blutkreislauf und zerstört schnell teilende Zellen in dem Moment, wo die Zellteilung stattfindet. Krebszellen haben ein besonders aktives und schnelles Teilungsverhalten. Weil sich aber nicht jede Zelle am selben Tag zur selben Zeit teilt, sind mehrere Chemotherapiezyklen notwendig, um eine optimale Wirkung zu erreichen. Abhängig von der Medikamentensorte und Dosierung werden auch gutartige Zellen in ihrer Teilungsmöglichkeit behindert. Zu den gutartigen schnell teilenden Zellen gehören die Schleimhautzellen, wie sie im gesamten Magen-Darmtrakt zu finden sind. Haarzellen sowie auch Fingernägel besitzen schnell teilende Zellen, so dass eine typische Nebenwirkung der Chemotherapie der Haarverlust ist. Dank dem Fortschritt der Medizin gibt es heute zahlreiche Medikamente, die die Nebenwirkungen der Chemotherapie verhindern oder zumindest mildern können.

 

Falls die Chemotherapie nach der Operation stattfindet, was die häufigere Variante der Chemotherapiebehandlung ist, dient die Chemotherapie der Vernichtung der evt. noch im Körper zirkulierenden Tumorzellen, die in der Regel nicht nachweisbar sind. Bei einem großen Tumor kann eine Chemotherapie vor der Operation empfehlenswert sein, um den Tumor zu verkleinern oder gar komplett zu entfernen, so dass bei der Operation keine Tumorzellen mehr nachweisbar sind. Diese Chemotherapie nennt man entweder neoadjuvante oder primär systemische Chemotherapie. Der Vorteil für die Patienten ist, dass sie selber mitverfolgen kann, wie sich der Tumor unter der Therapie verhält, was in aller Regel sehr motiviert.

 

 

 

Digitale Mammographie

Die Mammographie ist ein Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebserkrankungen. Die Mammographie ermöglicht bereits das Erkennen von Krebsvorstufen und ermöglicht somit eine frühzeitige Behandlung mit erfreulich hohen Heilungschancen. Auf Grund dieser Erkenntnis sind Screeningprogramme ins Leben gerufen worden, die flächendeckend mammographische Untersuchungen gewährleisten. Besonderen Stellenwert hat der Mikrokalk in der Mammographie, der in der Mammasonographie nicht immer nachweisbar ist, aber oft eine Krebsvorstufe beinhaltet.
Der Vorteil der digitalen Mammographie ist eine geringere Strahlendosis bei gleicher Sensitivität.

 

 

 

Knochendichtemessung

Die Knochendichtemessung ist ein medizinisch-technisches Verfahren zur Bestimmung des Kalksalzgehaltes des Knochens. Menschen mit vermindertem Kalksalzgehalt tragen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Betroffen sind vor allem Frauen in der Menopause oder unter antihormoneller Therapie bei Mammakarzinom. Besondere Indikation zur Knochendichtemessung ist die Osteoporose-Diagnostik.

 

Gängige Verfahren zur Knochendichtemessung nutzen die dichteabhängige Schwächung von Röntgenstrahlen. Messtechnisch werden Geräte genutzt, die radioaktive Quellen oder Röntgenröhren einsetzen.

 

 

 

Knochenmarksszintigraphie

Bei der Knochenmarksszintigraphie geht es um den Nachweis von Metastasen im Bereich des Knochenmarks. Technisch werden markierte Antikörper appliziert, die mittels Immunszintigraphie sichtbar gemacht werden. Zur Darstellung kommt die Knochenmarksverteilung, wobei Knochenmarksmetastasen lokalisiert werden können und deren Ausdehnung erfasst wird.

 

 

 

Mammographie

Im letzten Jahrzehnt hat die gerätetechnische Weiterentwicklung der Mammographiegeräte dazu geführt, dass die erforderliche Strahlendosis für die Mammographie deutlich abgesenkt werden konnte. Gleichzeitig wurden verbindliche Qualitätsvorschriften erstellt, die u. a. die Anfertigung von Röntgenmammographien nunmehr mit Geräten neuester technischer Bauart zulassen. Da die Mammographie letztlich jedoch auf dem Einsatz von Röntgenstrahlen beruht, gilt grundsätzlich, dass eine Mammographie nur angefertigt werden sollte, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Die Abwägung, ob dieses der Fall ist, wird von dem behandelnden Arzt vorgenommen. Die effektive Dosis einer Mammographie beidseits in 2 Ebenen liegt bei ca. 0,2 bis 0,6 mSv. Das hieraus theoretisch errechenbare statistische Risiko kann im Vergleich zu dem Nutzen der Mammographie bei der Abklärung eines Tumorverdachtes bedenkenlos vernachlässigt werden. Eine Schädigung der Brust durch die für die Untersuchung erforderliche Kompression ist ausgeschlossen, die gelegentlich auftretende Schmerzempfindung endet mit dem Abschluss der Untersuchung.

 

Wenn ein auffälliger Verdachtsbefund vorliegt, sollte die Mammographie unmittelbar durchgeführt werden. Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen werden bevorzugt in die erste Hälfte des Monatszyklus gelegt, da die Beurteilbarkeit der Bilder etwas besser und die Druckempfindlichkeit der Brust geringer ist.

 

Zu unterscheiden sind die Mammographie bei auffälligen Brustveränderungen (z. B. tastbarer Knoten) und die Früherkennungs-Mammographie ohne konkrete Auffälligkeit. Bei auffälligen Brustveränderungen sollte die Mammographie ohne Zeitverzögerung durchgeführt werden. In der Nachsorge einer Tumorerkrankung werden die Zeitabstände von dem behandelnden Arzt empfohlen. Im Zusammenhang mit einer Chemo- oder Strahlentherapie können u. U. auch kurzfristige Kontrollen notwendig sein, ansonsten wird anfangs nach brusterhaltender Therapie ein Kontrollintervall von einem Jahr empfohlen. Früherkennungsuntersuchungen ohne konkreten Tumorverdacht werden für Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr alle zwei Jahre empfohlen. In Abhängigkeit von einer möglichen familiären Belastung, dem Lebensalter und der Beschaffenheit der Brust sind für bestimmte Gruppen abweichende Empfehlungen möglich. Bei jungen Frauen empfiehlt sich der bevorzugte Einsatz der Ultraschalluntersuchung.

 

 

 

Mammographie-Screening

Seit dem 2. Halbjahr 2007 beteiligen wir uns am Screening von Brusterkrankungen, einer Früherkennung durch Röntgenreihenuntersuchung, die bereits in einigen Bundesländern stattfindet, insgesamt aber bundesweit stattfinden soll. Alle Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr werden postalisch aufgefordert, sich in bestimmten Röntgeneinheiten zu einer mammographischen Untersuchung (Röntgenuntersuchung der Brust) einzufinden. Ist diese Röntgenuntersuchung auffällig, erfolgt eine Probeentnahme des Gewebes, um dieses einer genauen histologischen Untersuchung zuordnen zu können.

 

Ziel dieser Reihenuntersuchung der weiblichen Bevölkerung ist es, Brustveränderungen frühzeitig zu erkennen und einer entsprechenden Therapie zuzuführen. Denn da an Brustkrebs etwa jede 9. bis 10. Frau erkrankt, ist es sinnvoll möglichst viele Frauen zu untersuchen, um frühzeitig Brustkrebs zu erkennen - so frühzeitig, dass der Tumor noch nicht zu tasten ist. Oftmals sind es nur Kalkablagerungen, die im Röntgen entdeckt werden und die bereits ein Hinweis auf eine Krebsvorstufe sein können. Frühzeitig operiert ist Brustkrebs heilbar.

 

 

 

Mammasonographie

Die Sonographie ist eine Schallwellenuntersuchung ohne jegliche Strahlenbelastung. Die vom Körper reflektierten Schallwellen ermöglichen ein Schnittbild der Organe. Die Sonographie ermöglicht besonders bei jungen Frauen und / oder Mastopathie der Brust eine gute Beurteilungsmöglichkeit des Brustdrüsengewebes. Zusätzlich ergänzen sich die Sonographie in Kombination mit der Mammographie in der Abgrenzung von gut- und bösartigen Befunden der Brust. Die Stanzbiopsie eines Herdbefundes in der Brust erfolgt unter sonographischer Kontrolle. Mikrokalk ist allerdings in der Mammographie besser darzustellen.

 

 

 

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie ist eine der modernsten Untersuchungsmethoden in der diagnostischen Radiologie, mit der ohne Strahlenbelastung Schnittbilder des menschlichen Körpers in jeder gewünschten Ebene angefertigt werden können. Durch eine hohe Auflösung und einen großen Gewebekontrast gelingt eine wesentlich bessere Darstellung der anatomischen Strukturen als mit den meisten anderen bildgebenden Verfahren. Insbesondere können unterschiedliche Weichteilstrukturen besser differenziert werden. Bisher sind keine Schädigungen durch die bei der MRT auftretende hohe Magnetflußdichte und die elektromagnetischen Hochfrequenzfelder bekannt.

 

Die Magnetresonanztomographie ist im Wesentlichen eine Bildgebung der Wasserstoffprotonen, die im menschlichen Körper mit großer Häufigkeit vorkommen. Die Wasserstoffprotonen haben einen Eigendrehimpuls, den sogenannten Kernspin, der häufig mit einem rotierenden Kreisel verglichen wird. Die Ausrichtung dieser Kernspins ist abhängig von dem äußeren Magnetfeld. Vereinfacht gesagt: Es kommt während der Untersuchung zu einer unterschiedlichen Magnetisierung des Körpers. Die Stärke des Magnetfeldes ist abhängig vom Gerätetyp. Für die Untersuchung von Patienten werden Magneten mit unterschiedlicher Stärke von ca 0,2 bis 1,5 Tesla verwendet. Hochfeld-Tomographen (1,0-1,5 Tesla) sind mit supraleitenden Magneten ausgestattet, die durch Helium auf ca. 4° Kelvin (knapp oberhalb des absoluten Nullpunktes) heruntergekühlt werden müssen. Jährlich werden hierfür ca. 1000 Liter Helium pro Gerät benötigt.

 

Nachdem der Patient in das Magnetfeld gebracht ist, wird ein Hochfrequenzimpuls eingestrahlt. Dieser Impuls bewirkt, dass die im Magnetfeld ausgerichteten und kreisenden Protonen "angetippt" werden wie ein rotierender Kreisel. Nach dem Abschalten des Hochfrequenzimpulses gehen vom Patienten Impulse aus, die über eine Spule gemessen werden können. Infolge des unter-schiedlichen Gehaltes an Wasserstoffprotonen und der unterschiedlichen Zusammensetzung der Gewebe ist damit eine sehr genaue Unterscheidung möglich. Mit Hilfe eines Computers werden die Signale ausgewertet und als Bild dargestellt. Auf diese Art und Weise entstehen Schnittbilder des menschlichen Körpers. Neuerdings können hiermit auch die Gefäße ohne Katheter dargestellt werden. Auch verschiedene Körperfunktionen und –zustände können mit der Magnetresonanz gemessen werden, wie die Durchblutung des Gewebes, die Sauerstoffkonzentration und die Diffusion – ja sogar die Aktivität des Gehirns.

 

Zur genaueren Unterscheidung der verschiedenen Erkrankungen werden oftmals Kontrastmittel benötigt. Diese sind in der Regel sehr gut verträglich und können auch bei einer Allergie gegen Röntgenkontrastmittel verwendet werden.

 

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Operative Therapie bei Tumorerkrankungen der Brust

Wide excision

Diese Operationstechnik dient der Entfernung vor allem kleinerer Tumoren, die ohne großen Substanzverlust mit ausreichendem Sicherheitsabstand aus dem Brustdrüsengewebe entfernt werden können. In Abhängigkeit der Lokalisation erfolgt die Schnittführung über dem Tumor oder am Brustwarzenrand.
Manchmal wird zur Deckung eines kleinen Substanzdefektes umgebendes Brustdrüsengewebe mobilisiert, um damit den Substanzdefekt zu füllen.

 

Tumoradaptierte Reduktionsplastik

Bei diesem Operationsverfahren wird der Tumor mit ausreichendem Sicherheitsabstand aus dem Brustdrüsengewebe entfernt. Mittels einer besonderen Schnittführung erfolgt die Neuformierung der Brust.
In der Regel wird die andere, gesunde Brust in gleicher Technik angeglichen, so dass ein symmetrisches Bild gewährleistet ist.

 

Subkutane Mastektomie

Die subkutane Mastektomie bedeutet eine Entfernung des gesamten Brustdrüsengewebes, wobei die Brustwarze erhalten bleiben kann. Diese Operation wird bei Patientinnen durchgeführt, bei denen mehrere Tumore in der Brust vorhanden sind. Wichtig ist die Entfernung der Tumore mit ausreichendem Sicherheitsabstand. Ist die Erhaltung der Brustwarze möglich, kann nach durchgeführter Bestrahlung der Brust ein Wiederaufbau durchgeführt werden. Ebenso kann in gleicher Operationssitzung ein direkter Wiederaufbau mittels Implantat erfolgen.

 

Modifiziert radikale Mastektomie

Ist ein großer Tumor vorhanden oder ist die Brustwarze durch den Tumor befallen, muss in den meisten Fällen die komplette Entfernung der Brust durchgeführt werden. Hierbei ist trotzdem nach abgeschlossener Nachbehandlung ein Wiederaufbau möglich. In der Übergangszeit erfolgt der Ausgleich der fehlenden Brust durch einen speziell angefertigten BH mit einer Silikonprothese, so dass die Symmetrie gewahrt ist.

 

 

 

Skelettszintigraphie

Die Skelettszintigraphie, auch Knochenszintigramm genannt, ist eine Untersuchung, die zum Nachweis von Arealen mit erhöhtem Knochenstoffwechsel dient. Zonen mit gesteigerter Aktivität liegen bei Metastasen unterschiedlicher bösartiger Tumore, bei Frakturen (Knochenbrüche) bei entzündlichen Veränderungen oder auch bei Arthrose vor. Das Prinzip der Untersuchung beruht auf der Anlagerung eines Radionuklids (99m TC-markierten Polyphosphonate) an der Knochenoberfläche mit gesteigerter Stoffwechselaktivität bzw. Aussparungen bei verminderter Aktivität (Knochenabbau). Das Radionuklid wird intravenös injiziert. Nach einer Wartezeit erfolgt die Bildgebung mittels einer Gammakamera.

 

 

 

Stanzbiopsie

Bei klinischem, sonographischem oder mammographischem Verdacht auf eine Tumorbildung in der Brust ist eine Biopsie zur feingeweblichen Untersuchung und Sicherung der Diagnose unumgänglich. Diese kann alternativ in Lokalanästhesie durch Nadelbiopsie oder durch eine offene chirurgische Gewebeentnahme abhängig von der individuellen Situation erfolgen. Die Art der Gewebeentnahme hängt hauptsächlich von der Art und der Größe des vorhandenen Herdes ab. Mit einem Stanzgerät wird unter Ultraschallsicht eine Stanz-Nadel mit hoher Geschwindigkeit durch den Tumor "geschossen". Durch die hohe Geschwindigkeit kann kein Schmerz entstehen. Es müssen mindestens drei Stanzbiopsien, mit Ultraschall kontrolliert, sicher aus dem Tumor gewonnen werden. Dann ist die Diagnose genau so sicher wie die Entfernung des ganzen Tumors durch Operation.

 

 

 

Stereotaktische Stanz- oder Vakuumbiopsie

Hierbei werden Herde, die nur mammographisch erkennbar sind (meist handelt es sich dabei um Mikroverkalkungen), mit Hilfe einer digitalen Röntgenanlage und Computersteuerung lokalisiert. Die Patientin liegt dabei in Bauchlage auf einem speziellen Untersuchungstisch, der einen freien Zugang zur betroffenen Brust ermöglicht (Liegendstereotaxie-Tisch). Eine andere Möglichkeit ist eine sitzende Position der Patientin am Mammographiegerät. Nachdem die genaue Lage des auffallenden Herdes mit Hilfe von Vergrößerungsaufnahmen in unterschiedlichen Winkelpositionen bestimmt wurde, wird die Brust mit einer dickeren Nadel (Führungskanäle) punktiert. Durch die Führungskanäle werden dann mehrere kleine Gewebezylinder mit Hilfe einer Vakuumstanzvorrichtung entnommen. Die Vakuumbiopsie ermöglicht die Gewinnung größerer zusammenhängender Gewebezylinder, die Sicherheit der späteren feingeweblichen Untersuchung wird hiermit verbessert. Die Biopsie wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert etwa eine Stunde. Die meiste Zeit wird dabei für die Lagerung der Patientin und Lokalisation des Herdes benötigt. Die eigentliche Punktion dauert nur wenige Minuten. Von den entnommenen Gewebezylindern werden Röntgenaufnahmen angefertigt (Präparatradiographie), um sicherzustellen, dass die auffallenden Verkalkungen in der Biopsie enthalten sind.

 

 

 

Wächterlymphknotenentfernung (Sentinellymphonodektomie)

Ziel des besonders schonenden Verfahrens, der Entfernung des Wächterlymphknotens, ist die Entfernung des ersten Lymphknotens, der von dem Tumor in der Brust drainiert wird. Durch eine gezielte Injektion eines Radionuklids um den Tumor in der Brust, wird dieses Nuklid entsprechend der Lymphbahnen Richtung Achselhöhle abtransportiert. Mittels einer Gammasonde kann man die minimale Radioaktivität im Operationssaal in akustische Signale umwandeln und diesen ersten Lymphknoten gezielt entfernen. Im Schnellschnitt untersucht, kann der Pathologe innerhalb von Minuten mitteilen, ob der Lymphknoten mit Tumorzellen befallen ist oder nicht. Ist er nicht befallen, kann auf die weitere Lymphknotenentfernung verzichtet werden. Ist der Lymphknoten von Tumorzellen befallen, werden mindestens 10 Lymphknoten entfernt bzw. alle verdächtig vergrößerten Lymphknoten, um eine adäquate Aussage treffen zu können, wie viele Lymphknoten befallen sind.

 

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