HELIOS Klinik Leisnig

Schlaganfall (Apoplexie, Hirnschlag)

Unter dem Begriff Schlaganfall werden eine Reihe unterschiedlicher Erkrankungen zusammengefasst, die zu plötzlich auftretenden Durchblutungsstörungen im Gehirn führen. Abhängig vom betroffenen Gebiet im Gehirn ergeben sich verschiedene, schwere Folgeschäden. Typischerweise geht der Schlaganfall mit Lähmungen, häufig auch mit erheblichen Sprachstörungen, Schluckstörungen und anderen Zeichen des Ausfalls von Teilen des Gehirns einher. Schlaganfälle stehen in der Todesursachenstatistik an dritter Stelle und gehören zu den häufigsten Ursachen von Invalidität im höheren Lebensalter. Eine einmal eingetretene Schädigung im Gehirn ist nicht vollständig rückgängig zu machen. Therapeutisch kommt es darauf an, den Schaden zu begrenzen, die anfangs oft schweren Begleiterscheinungen (die zum Teil auf mitbetroffene, aber nicht endgültig geschädigte Nachbarbereiche des geschädigten Hirnareals zurückzuführen sind) zu mindern und eine weitere Ausdehnung zu verhindern. Nach der kritischen ersten Akutphase wird so schnell wie möglich eine Frührehabilitation begonnen. Der Patient wird durch gezielte therapeutische Maßnahmen so behandelt, dass die beschädigten Funktionen in leichteren Fällen wiederhergestellt oder aber zumindest wesentliche Verbesserungen erreicht werden.

Man unterscheidet in zwei Ursachen des Schlaganfalls: In über 80 Prozent ist der so genannte "unblutige" Schlaganfall die Ursache. Er wird durch den Verschluss oder die starke Verengung (Arteriosklerose) von Blutgefäßen, die das Gehirn versorgen, ausgelöst. Dadurch können die Gehirnzellen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und sterben ab. Die wichtigsten Risikofaktoren sind: 
 

  • Arteriosklerose
  • Hoher Blutdruck
  • Vorhofflimmern (eine häufige Herzrhythmusstörung)


In einem kleineren Teil der Fälle kann der Schlaganfall auf eine Blutung im Gehirn zurückzuführen sein oder damit einhergehen. Dieser Anteil liegt in den HELIOS Kliniken bei 12,9 %. Diese Erkrankung verläuft oft deutlich schwerer als die ischämiebedingten Fälle. Bei ca. 40 % der Patienten kommt es vor dem eigentlichen Schlaganfall zu kürzeren Anfällen mit ähnlicher Symptomatik. So treten zum Beispiel kurzzeitige Sprachstörungen, Gedächtnisverluste, Sehstörungen oder Missempfindungen bis hin zu kurzen Lähmungserscheinungen auf. Diese so genannten TIA`s [(transitorische (vorrübergehende) ischämische Attacken]) sollten als Warnhinweise gedeutet werden und einen sofortigen Besuch beim Arzt nach sich ziehen. Für die Patienten ist die Vorbeugung zur Vermeidung eines Schlaganfalles außerordentlich bedeutend. Hierzu können vor allem eine gute Blutdruckeinstellung, die Therapie von Herzerkrankungen (Rhythmusstörungen und Herzschwäche), die Ausnutzung der Möglichkeiten zur Verminderung der Blutgerinnung, Verhaltensänderungen des Patienten (Einstellen des Rauchens, Gewichtsabnahme) und andere Maßnahmen beitragen. Die Prognose des Schlaganfalls ist abhängig von der Größe und dem betroffenen Gebiet. Ist nur ein kleines Areal des Gehirns betroffen, kann der Patient weiter beschwerdefrei leben. Treten jedoch Sprachstörungen, Lähmungen oder andere Symptome auf, ist es sehr wichtig, rechtzeitig mit der neurologischen Rehabilitation zu beginnen. So können diese Beschwerden häufig deutlich verbessert werden.

Diagnostik und Therapieangebot

Die HELIOS Klinik Leisnig bietet folgende Möglichkeiten für die Diagnose und Behandlung unserer Schlaganfallpatienten:

Diagnostik

  • Neuroradiologie mit 16 Zeiler CT inkl. Perfusionsmessung und Angio CT
  • Dopplersonographie der Halsarterien
  • Echokardiographie und Schluckechokardiographie
  • Diagnostik und Therapie der Herzrhythmusstörungen
  • Laboruntersuchungen

Therapie

  • Intensivtherapie und Monitoring
  • Medikamentöse Therapie inkl. Lysetherapie - medikamentöse Auflösung von Blutgerinnseln
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Physiotherapie
  • Krankengymnastik
  • Krankheitsspezifische Pflege (unsere Physiotherapeuten sind weitergebildet in Bobath-Therapie)
  • Beratung zur häuslichen Pflege (ggf. einschließlich behindertengerechter Ausstattungen im Haushalt) und ggf. in versicherungsrechtlichen Fragen (Sozialdienst, erreichbar unter Tel. 034321 8-401)
    Schulungen (Pflegethemen, Blutdruckeinstellung, Ernährung)


Schlaganfallbehandlungseinheit Leisnig-Wermsdorf
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Im Rahmen einer dieser Schlaganfallbehandlungseinheit arbeitet die internistische Abteilung des HELIOS Klinik Leisnig mit der Neurologischen Abteilung des Sächsischen Krankenhauses Hubertusburg zusammen. Kommt ein Patient mit akutem Hirninfarkt in die Klinik, wird unmittelbar jederzeit (7 Tage, 24 Stunden) eine Bildgebung des Gehirns und bei Vorliegen spezieller Krankheitsvoraussetzungen innerhalb von 3 Stunden die intravenöse Fibrinolyse an beiden Standorten in Leisnig oder Wermsdorf durch den Internisten und Neurologen gemeinsam vor Ort durchgeführt. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Verbesserung der Behandlung und die bessere Versorgung der Schlaganfallpatienten durch die sofortige Diagnostizierung und Therapie des eingetretenen Schlaganfalls von Experten beider Häuser.

Für die Rehabilitation arbeiten wir eng mit allen etablierten Rehabilitationseinrichtungen in der Region zusammen. Wir müssen darauf hinweisen, dass die endgültige Verlegung in eine Rehabilitationsklinik der Zustimmung der zuständigen Krankenkasse bedarf (die vom sozialmedizinischen Dienst unseres Hauses eingeholt wird). Diese entscheidet auch mit darüber, welche Klinik gewählt werden kann. Insofern können weder das Krankenhaus noch der Patient oder seine Angehörigen allein über die auszuwählende Rehabilitationsklinik entscheiden.

Weiterführende Informationen (PDF)

Flyer Herzinfarkt ein Notfall-Schlaganfall ein Notfall


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