Ist ein Kaiserschnitt notwendig, setzen wir auf eine besondere Methode – den „sanften“ Kaiserschnitt. Dabei durchtrennt der Arzt mit dem Skalpell lediglich die obere Hautschicht. Alle weiteren Strukturen dehnt er mit den Fingern, ohne sie zu durchtrennen. Der Operateur schiebt sie lediglich zur Seite und schafft so Platz für den Weg des Kindes. Blutgefäße und Muskeln behandelt der Arzt dabei vorsichtig wie ein Künstler die Saiten seines Instruments. Selbst die Gebärmutter wird so lediglich mit den Fingern aufgedehnt.
Beim Verschluss gehen wir ebenso behutsam vor. Dadurch, dass die Mehrheit der Schichten sich von selbst erholt, ist nur wenig zu nähen. Auch die Gebärmutter nähen wir nur soweit dies nötig ist und dann einschichtig, gleichermaßen wie die Schichten, die sich nicht von selbst schließen können. Adern, Muskeln und Nerven rutschen durch ihre Eigenelastizität nach dem Eingriff langsam wieder in ihre ursprüngliche Positition zurück.
Diese Methode hat viele Vorteile: Der Eingriff ist kürzer, Blutverlust und Komplikationsraten sind geringer als beim konventionellen Kaiserschnitt. Die Wunde verheilt schneller, die Mütter haben weniger Schmerzen, sind früher wieder mobil. Die meisten Kaiserschnittgeburten werden in rückenmarksnaher Betäubung durchgeführt. So kann die Mutter sofort nach der Geburt Kontakt zu ihrem Neugeborenen aufnehmen. Bei den geplanten Kaiserschnitten sind die werdenden Väter mit im Operationssaal, stehen ihren Frauen bei und begrüßen ebenfalls sofort den neuen Erdenbürger.