HELIOS Park-Klinikum Leipzig

Traumatische Wirbelsäulenfraktur

Wirbelsäulenverletzungen können zum Verlust der Schutzfunktion der Wirbelsäule führen. Damit häufig verbunden: zeitgleich oder verzögert auftretende Schäden am Rückenmark.

Alle Formen von Wirbelsäulenverletzungen können mittels moderner Diagnostik und Implantate behandelt werden. Traumatische Wirbelsäulenfrakturen treten häufig mit weiteren Verletzungen bei sehr schweren, insbesondere bei Mehrfachverletzungen auf (Polytrauma). Einzelne Wirbelfrakturen können bereits bei einem einfachen Sturz aus geringer Höhe auftreten.

Je nach Art der Gewalteinwirkung kann es hierbei zu unterschiedliche Frakturen kommen. Bei einem Sturz auf das Gesäß können die Stauchungskräfte zu Kompressionsbrüchen führen (Typ A) . Ist die Gewalteinwirkung noch stärker und kommt eine starke Beugung der Wirbelsäule hinzu, können neben der Kompressionsfraktur im Wirbelkörper auch die Bänder und Muskeln des Rückens verletzt werden (Typ B). Bei Verletzungen mit zusätzlicher Drehungs- oder Scherbewegung der Wirbelkörper zueinander kann es häufig auch zu schwerwiegenden Verletzungen des Rückenmarks kommen (Typ C).

Je nach Verletzungsart und -schwere ist eine konservative oder operative Therapie angezeigt. Bei der Auswahl der individuellen Behandlungsoption spielt nicht nur die Verletzung selbst eine Rolle, vielmehr werden auch drohende Folgeschäden und bereits bestehende Begleiterkrankungen (z. B. Skoliose, Wirbelgleiten, Osteoporose) mit berücksichtigt.

Was wir Ihnen anbieten können:

  • Die Versorgung von schwerverletzten Patienten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unseren Fachkollegen des Orthopädisch-Traumatologischen Zentrums.
  • Hierbei richten wir uns nach dem Prinzip der so genannten "Schadensbegrenzung" ("Damage Control"), das eine zeitlich gestaffelte medizinische Versorgung  der Verletzungen entsprechend ihrer Dringlichkeit vorsieht.
  • Danach erfolgt im ersten Schritt zunächst die Versorgung lebensbedrohlicher Verletzungen.
  • Erst nach Abschluss der akuten posttraumatischen Entzündungsreaktion des Körpers, die nach einem Unfall auftreten können, erfolgen die weiteren, möglicherweise operativen Behandlungsschritte. So kann zunächst die Versorgung mittels Fixateur (externes Stabilisierunginstrumentarium) erfolgen, der sich zu einem späteren Zeitpunkt die endgültige Versorgung z. B. mittels Schraubenosteosynthese anschließt. Gleiches gilt für die Verwendung eines minimal-invasiven Fixateurs in der Wirbelsäulenchirurgie und der sich anschließenden Versorgung (additiven Stabilisierung) durch den Brust- oder Bauchraum.
  • Auf Basis der modernen diagnostischen Möglichkeiten (Magnetresonsanztomographie [MRT], Computertomographie [CT]) führen wir zunächst eine genaue Klassifizierung der Fraktur durch. Dies ist erforderlich, um genau entscheiden zu können, ob ein konservatives Verfahren in Frage kommt (z. B. bei reinen Kompressionsbrüche, so genannte "Typ A-Frakturen") oder ob eine Operation vom Rücken aus (dorsal) oder sogar vom Bauch/Brustraum aus (ventral) erforderlich ist.
  • Wir verfügen über umfassende Erfahrung in der Versorgung von traumatischen Wirbelsäulenverletzungen und bieten die bestmögliche technische Voraussetzung für einen sicheren und patientenschonenden Eingriff.

Dr. med. Jens Gulow

Chefarzt
Tel.: (0341) 864-22 98
Fax.: (0341) 864-21 71
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