HELIOS Park-Klinikum Leipzig

Kinderstation

„Ich will stark werden und brauche: … Nähe, Geborgenheit und Verlässlichkeit, eine sichere Bindung, Zuwendung, Anerkennung  und Vertrauen in meine Fähigkeiten …“

 

Eine gelingende Beziehung zwischen Eltern und Kind bildet das tragende Fundament für das ganze Leben. Nicht immer gelingt es, dieses Fundament gut aufzubauen. Im frühesten Kindesalter kann es zu schwierigen Entwicklungen sowohl beim Kind als auch in der Beziehungsgestaltung zwischen Eltern und Kind kommen. Rechtzeitige therapeutische Unterstützung kann helfen, die sich einstellenden „Teufelskreise“ in der Interaktion zwischen den oft erschöpften Eltern und den „schwierigen“ Kindern zu unterbrechen und damit der Ausbildung von ernsthaften Entwicklungsstörungen entgegenzuwirken. Als besonders wirksam in diesem Alter erweisen sich gemeinsame stationäre Behandlungen von  Eltern und ihren Kindern.

 

Unsere Kinderstation verfügt über 12 Behandlungsplätze für Kinder im Alter von 0 bis sechs Jahren. Hier können  alle  auftretenden kinderpsychiatrischen Störungsbilder diagnostiziert werden und die Betroffenen  therapeutische Hilfe finden:

 

  • Bindungsstörungen,  Beziehungsstörungen
  • Regulations- und Fütterstörungen, Schlafstörungen
  • Ausscheidungsstörungen: Enuresis, Enkopresis
  • Anpassungsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung
  • emotionale Störungen, Angststörungen, depressive Störungen
  • Störungen des Sozialverhaltens mit oppositionellem Verhalten
  • ADHS
  • autistische Störungen

 


Die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung zählt zu jenen entscheidenden Faktoren, die eine gesunde seelische und körperliche Entwicklung von Kindern sicherstellen, diese aber auch beeinträchtigen können. Daher bleiben unsere Patienten nach Möglichkeit eng mit der Familie verbunden, bei Kindern im Alter von 0 bis drei (bzw. vier) Jahren nehmen wir möglichst die Mutter oder den Vater stationär mit auf. Somit haben Mutter-Kind-Interaktionstherapien in verschiedenen Kontexten einen zentralen Stellenwert. Bei der Mutter(Vater)-Kind-Behandlung ist die Förderung der Sicherheit der Mutter (des Vaters) im Umgang mit ihrem Kind zentraler Therapieauftrag.

 

Durch die im Behandlungsteam gut abgestimmte gemeinsame Behandlung kann ein besserer Kontakt zwischen Mutter/Vater und Kind und damit eine stabilere Entwicklung des Kindes ermöglicht werden. In der stützenden Atmosphäre der Station werden vorhandene Fähigkeiten gefördert, Unsicherheiten und Ängste im Umgang mit dem Kind aufgenommen und reduziert. Um der Mutter/dem Vater zu ermöglichen, den Belastungen durch das Kind gerecht werden zu können, müssen zunächst die Bedürfnisse der Mutter nach Schutz, eigener Versorgung und Sicherheit gestärkt werden.

 


In der Therapie der Kleinkinder kommen folgende Methoden zur Anwendung:

 

  • medizinische und psychologische Diagnostik
  • Einzel- und  Gruppenpsychotherapie des Kindes
  • Bewegungs- und Schwimmtherapie/Logopädie/Ergotherapie/ Musiktherapie
  • Beschäftigungs-, Spielangebote, Förderung/Alltagstraining

 

Diese Methoden werden unter Nutzung von Verfahren der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, der Verhaltenstherapie, der systemischen Therapie und der psychodynamisch-interaktionellen Gruppentherapie mit spieltherapeutischen Elementen eingesetzt.

 

Unser Behandlungskonzept der stationären beziehungsfokussierten Mutter-Kleinkind-Behandlung umfasst zu den o. g. kindzentrierten Therapien folgende Behandlungsbausteine:

 

  • Diagnostik und Therapie mütterlicher und kindlicher psychischer,   psychosomatischer und organischer Gesundheitsprobleme
  • Familiengespräche/-therapie
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie der Mütter/Väter
    beziehungsfokussierte, videogestützte Mutter/Vater-Kind-Psychotherapie
  • Entlastung der erschöpften Eltern durch Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes, Unterstützung durch unsere Sozialarbeiter
  • pflegerisch-pädagogische Maßnahmen, z. B. angeleitete Spielzeiten
  • indikationsspezifische Ergo-, Musik-, Bewegung-, Schwimmtherapie
  • Logopädie für die Mutter allein, mit dem Kind zusammen oder in Müttergruppe
  • Psychoedukation der Eltern


Auf unserer Kinderstation leben die Kinder in zwei altersangeglichenen Gruppen zusammen. In diesen Gruppen können die Einzel-, Fachtherapeuten und die Pflegefachkräfte gezielt auf die altersgemäßen Entwicklungsbedürfnisse der Kinder eingehen und altersspezifische Wünsche und Bedürfnisse adäquat befriedigen. Gleichzeitig lernen die Kinder in ihrer Gruppe durch die Begleitung der Fachkräfte an- und voneinander und werden so in ihrem Selbstwertgefühl und ihrer sozialen Kompetenz gestärkt. Auf Defizite in der psychischen Struktur der Kinder kann so optimal Einfluss genommen werden. 

 

Mitbenutzen können die Kinder neben sechs Ein-, Zwei- bzw. Dreibettzimmern mit integrierter Dusche/WC, zwei Gruppenräumen und einem Stationsbad einen begrenzten Innenhof, einen an die Station angegliederten Spielplatz, eine Schwimmhalle, eine große Turnhalle, einen Bewegungsraum, einen Ergotherapieraum, einen Musiktherapieraum, einen Logopädieraum, einen Snozzleraum, ein Spielzimmer und unsere Bibliothek (für Kinderbücher).

 

Die Indikation für die stationäre Behandlung wird durch unsere Institutsambulanz nach einer ambulanten Vorstellung der Eltern und ihres(r) Kindes(r) gestellt (Tel.: 0341/864-13 01).

 


Telefonischer Kontakt zu unserer Kinderstation:  

(0341) 864-14 85 (Stationstelefon/Stationsschwester)

Dr. med. Andries Korebrits

Chefarzt
Tel.: (0341) 864-12 51
Fax.: (0341) 864-12 54
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