HELIOS Park-Klinikum Leipzig

Einzel- und Gruppentherapie

Psychodynamische Einzel- und Gruppentherapie


Die psychodynamische Sichtweise seelischer Erkrankungen geht von der Annahme aus, dass individuelles Verhalten zu einem erheblichen Teil nicht bewusst gesteuert wird, das psychopathologische Symptome durch ungelöste, teilweise unbewusste Konflikte hervorgerufen werden und das sie Ausdruck von unvollständig durchlaufenen Entwicklungsprozessen sind. So können wir die Krankheit, das Symptom des Kindes oftmals als eine verschlüsselte Botschaft der inneren seelischen Konflikte verstehen. Aufgrund dieses Modells ist die Behandlung mit Hilfe der Übertragung, d. h. das der Patient frühere Erlebnisse auf den Therapeuten projiziert (überträgt), möglich. Die Bearbeitung dieser Erlebnisse wird im Rahmen eines speziellen therapeutischen Settings ermöglicht.

 

Gerade die Psychotherapie Jugendlicher ist besonders schwierig. Schon Anna Freud wies darauf hin, dass es einer besonderen Kunst bedarf, die Jugendlichen zu einer therapeutischen Behandlung zu "verführen", wobei dazu "alle Mittel" erlaubt seien. Kinder hingegen sind eher bereit, sich auf therapeutische Prozesse einzulassen, da sie den Wünschen ihrer Eltern unkritischer folgen. Zielsetzung der Arbeit mit Jugendlichen ist die Förderung der Reifung der Person, die Stärkung der Ich-Identität, die Hilfe bei der Selbstentwicklung und der Abbau bzw. die Abmilderung von psychopathologischen Symptomen bzw. gestörten Verhaltensweisen.

 

Ein wesentlicher Aspekt der Jugendlichen-Therapie ist, den Jugendlichen bei der Bewältigung altersspezifischer Entwicklungsaufgaben zu unterstützen. Hierzu gehören die Bewältigung der Loslösung aus der Kinderrolle, des Umgangs mit anderen Jugendlichen, mit der Sexualität, der Freizeitgestaltung, der Entwicklung eigener Interessen und mit Alkohol und Drogen. In dem geschützten Rahmen des therapeutischen Settings soll dem Jugendlichen ermöglicht werden, sich selbst ohne unmittelbaren Handlungsdruck kennen zu lernen, artikulieren zu können und Perspektiven für seine weitere Entwicklung aufbauen zu können. Entscheidende Elemente dieser Therapie sind die Empathie, das Verständnis des Therapeuten für die innere Welt seines Patienten, die Wertschätzung, d. h. Akzeptanz des Patienten in seiner Individualität und die Echtheit in der therapeutischen Beziehung.

 

Während bei Jugendlichen eher das Gespräch das Transportmittel für den therapeutischen Prozess ist, bildet bei Kindern das spielerische Handeln eine gute Möglichkeit intrapsychische Konflikte, Erlebnisse, Erfahrungen, aber auch Lösungsversuche im Spiel darzustellen und durchzuarbeiten. Die Therapie stellt einen geschützten Rahmen dar, in dem die Grundbedürfnisse des Kindes nach Bindungssicherheit, Empathie, Wertschätzung, Anerkennung und Hilfestellung eingegangen wird. Besonderer Schwerpunkt liegt im Umgang mit Gefühlen und nichtverbalen Kommunikationsprozessen. Die emotionale Ausdrucksfähigkeit des Kindes wird so gefördert und somit die Balance zwischen emotionalen und kognitiven Prozessen verbessert. Ein Ausgleich zwischen dem Erleben und den Bedürfnissen des Kindes und den Anforderungen der Umwelt kann so ermöglicht werden. Ziel ist es, dass das innere Erleben und das äußere Verhalten besser miteinander übereinstimmen.

 

Psychotherapeutische Verfahren im Jugend- und Kindesalter sollen in ein familientherapeutisches Setting eingebunden sein, da die alleinige Veränderung des Index-Patienten noch keine dauerhafte Lösung und ausreichende Zukunftschancen für alle Beteiligten bietet. 

Dr. med. Andries Korebrits

Chefarzt
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