HELIOS Park-Klinikum Leipzig

Arbeitsgruppe für Schluckstörungen und Erkrankungen der Speiseröhre

Der Schluckvorgang besteht aus einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Organe wie der Mundhöhle, dem Rachen und der Speiseröhre, deren Muskulatur und Nervensystem in einem fein abgestimmten Prozess den Schluckvorgang bewerkstelligen.

 

Störungen des Schluckvorgangs können vielfältige Ursachen haben, die nicht immer einfach zu erkennen sind. Prinzipiell lassen sich zwei wesentliche Bereiche einteilen, nämlich Schluckstörungen, die ihre Ursache im Bereich der Speiseröhre haben sowie Störungen, bei denen eine Erkrankung im Bereich der Mundhöhle und des Rachens sowie Erkrankungen des Nervensystems vorliegt.

 

Am HELIOS Park-Klinikum Leipzig arbeitet ein interdisziplinäres Team eng zusammen, um Schluckstörungen erfolgreich zu behandeln. In den letzten 12 Monaten wurden hier über 200 Patienten mit Erkrankungen der Speiseröhre stationär aufgenommen und therapiert.

  •  

    Die Ursachen  für Schluckstörungen im Bereich der Speiseröhre können vielfältig sein, wesentlich sind:

    • Motilitätsstörungen (Bewegungsstörungen) des Ösophagus (Speiseröhre) wie
      - Achalasie
      - Hypertensiver Ösophagus (Nussknacker-Ösophagus)
      - Diffuser Ösophagusspasmus
    • Gutartige Stenosen (Verengungen)
      - Entzündliche Erkrankungen
      - Peptische Stenose
      - Eosinophile Ösophagitis
      - Intramurale Pseudodivertikulose
      - Hauterkrankungen mit Ausbreitung auf die Speiseröhre
      - Postoperative Stenose (Einengung nach Operation)
      - Gefäßbedingte Einengung
    • Divertikel (Aussackungen) der Ösophaguswand
      - Zenker-Divertikel
      - Epiphrenisches Divertikel
    • Gutartige Tumoren
    • Bösartige Tumoren
      - Karzinome (Speiseröhrenkrebs)
      - Metastasen mit Einengung des Ösophagus

    Allen Formen ist gemeinsam, dass die Schluckstörung an sich eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität darstellt. Stärker ausgeprägte Schluckstörungen führen zu Komplikationen wie Gewichtsverlust, das Einatmen von Speiseanteilen (Aspiration) oder das Steckenbleiben von Essensbrocken.
    Bei rasch auftretenden Schluckstörungen muss immer an eine Tumorerkrankung gedacht werden. Eine zeitnahe Abklärung ist dann dringlich.

     

    Diagnostik

     

    Wesentlich ist anfänglich das ärztliche Gespräch. Hierdurch lassen sich häufig schon wegweisende Erkenntnisse gewinnen. Im ärztlichen Gespräch werden auch die Untersuchungen erklärt, die apparativ durchgeführt werden.

    Um die Schluckstörung genau zu definieren und eine angepasste Therapie zu ermöglichen, stehen folgende diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung:

    • Endoskopie mit Entnahme von Gewebeproben: diese liefert die wesentlichen Informationen über die Ursache eine Schluckstörung (Dysphagie) im Bereich der Speiseröhre. Die Spiegelung selbst wird meist mit einer sog. Sedierung (Schlafspritze) durchgeführt.
    • Röntgen: die Untersuchung unter Verwendung von Kontrastmittel, was während der Untersuchung geschluckt wird, kann insbesondere bei Motilitätsstörungen wesentliche Informationen geben.
    • Manometrie (Druckmessung) der Speiseröhre: Hierbei wird ein Messkatheter in die Speiseröhre eingeführt. Diese Methode liefert die entscheidenden Hinweise bei Vorliegen einer Motilitätsstörung.

    Prinzipiell können diese Untersuchungen – bei gutem Allgemeinzustand – ambulant durchgeführt werden.

      

     

    Therapie

    Die Wahl der Therapie hängt von der Diagnose ab. Dabei stehen die klassischen Methoden wie Dehnung von Stenosen (Engstellen) ebenso zur Verfügung wie moderne, innovative Methoden, z.B. die perorale endoskopische Myotomie (POEM) bei der Achalasie und anderen Motilitätsstörungen. Solche Therapieformen erfordern in der Regel einen stationären Aufenthalt von wenigen Tagen.

    Im Falle einer Tumorerkrankung sind weitgehende diagnostische und therapeutische Maßnahmen notwendig. Die notwendigen therapeutischen Schritte werden stets in einer interdisziplinären Konferenz anhand der patientenindividuellen Gegebenheiten erarbeitet und dann empfohlen. Dabei richten sich die Empfehlungen stets an den aktuellen wissenschaftlichen Standard und den Bedürfnissen des Patienten aus.

  •  

    Schluckstörungen als interdisziplinäres Phänomen sind ein häufiges Symptom verschiedenster neurologischer Erkrankungen.

    Man spricht hierbei von einer sogenannten neurogenen Dysphagie. Die größten Probleme stellen dabei sowohl die Gefahr des Verschluckens mit Luftnot oder auch die Begünstigung von Lungenentzündungen dar, sowie auch die verminderte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme mit Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel.

    Ursächlich sind einerseits Lähmungen, andererseits Störungen der Initiierung bzw. der Abfolge der am Schluckakt beteiligten Muskeln. Aus neurologischer Sicht können sich dahinter Erkrankungen der Muskulatur, der Nerven und des Gehirns verbergen.

     

    Diagnostik

    Dem Neurologen stehen vielfältige Methoden zur Diagnostik dieser Erkrankungen zur Verfügung. Dies sind

    • Laboranalysen,
    • elektrophysiologische Untersuchungen und
    • bildgebende Verfahren (z.B. MRT)

     

    Therapien

    Therapien zielen – soweit dies möglich ist – zunächst auf die Behandlung der Grunderkrankung ab. Ferner stehen übende Verfahren, Anpassung der Nahrung, Medikamente und Hilfsmittel zur Verfügung, um die Symptome der gestörten Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie die Gefahr des Verschluckens zu reduzieren.

     

    Als Teil der Arbeitsgruppe für Schluckstörungen und Erkrankungen der Speiseröhre am HELIOS Park-Klinikum Leipzig stehen die Ärzte im Medizinischen Versorgungszentrum für Fragestellungen bei neurogener Dysphagie zur Verfügung.

  •  

    Gastroenterologie

    Priv.-Doz. Dr. med. Ulrich Halm, Chefarzt

    Prof. Dr. med. Regina Lamberts, Oberärztin

    Dr. med. Ingrid Knigge, Fachärztin

     

    Chirurgie

    Prof. Dr. med. Michael Bartels, Chefarzt

    Sven Bayer, Oberarzt

     

    Radiologie

    Prof. Dr. med. M. Gutberlet, Chefarzt

     

    Neurologie

    Dr. med. Christian Müller, Praxis für Neurologie und Nervenheilkunde im Medizinischen Versorgungszentrum

     

    Assoziiert

    Dres. med. A. Aldaoud und A. Schwarzer, Fachärzte für Hämatologie/Onkologie

    Dres. med. Scheffler/Bischoff/Csere, Fachärzte für Strahlentherapie, Praxis für Strahlentherapie am Medizinischen Versorgungszentrum 

     

     

PD Dr. med. Ulrich Halm

Chefarzt
Tel.: (0341) 864-22 54, -22 61
Fax.: (0341) 864-2264
E-Mail senden


Über uns