HELIOS Park-Klinikum Leipzig

Weltkindertag am 20. September: „Das richtige Handwerkszeug mitgeben“

Claudia Jaursch leitet die Tagesklinik der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am HELIOS Park-Klinikum Leipzig.

Von psychischen Erkrankungen sind bei Weitem nicht nur Erwachsene betroffen. Auch etwa eine Millionen Kinder und Jugendliche, das sind fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland, sind psychisch oder psychosomatisch krank und behandlungsbedürftig. Sie leiden unter verschiedenen Störungen und bedürfen einer angemessenen Behandlung ihrer Erkrankung.  Die Tagesklinik „Villa Kunterbunt“ der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des HELIOS Park-Klinikums Leipzig bietet dazu ein umfassendes Konzept.

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September 2015 erzählt Oberärztin Claudia Jaursch im Interview über die Besonderheiten und Arbeitsweisen in der Tagesklinik „Villa Kunterbunt“.

Frau Jaursch, was bedeutet es für Kinder und Jugendliche, in einer Tagesklinik behandelt zu werden?
Die kleinen oder auch größeren Patienten sind vom Morgen bis zum späten Nachmittag bei uns in der Tagesklinik und erhalten hier die notwendigen Therapien einzeln und in einer ungefähr altershomogenen Gruppe. Gleichzeitig besuchen sie hier bei uns auch die Klinikschule und natürlich gibt es auch diverse Aktivitäten im Rahmen unseres Stationsalltags zur Freizeitgestaltung.

Das heißt aber auch, die Kinder und Jugendlichen sind am Abend zu Hause und bleiben eng mit ihren Familien verbunden. Das ermöglicht es ihnen, die in der Tagesklinik erlernten neuen Verhaltens- und Beziehungsmuster direkt in das eigene Familienleben mit einzubringen. Konflikte und Schwierigkeiten die dabei entstehen, können ganz zeitnah besprochen und ggf. gelöst werden.

Deshalb ist es bei uns auch ganz wichtig, dass die Eltern eng in den gesamten Prozess und die Therapien eingebunden sind. Die Eltern unserer Patienten nehmen mehrfach in der Woche mit ihren Kindern an Therapien teil. Das ist oft eine große Motivation für die Kinder und Jugendlichen und dient der Gesundung, denn oft sind die Familien, insbesondere die Eltern, Teil der Symptomatik oder unterstützen diese unbewusst.

Mit welchen psychischen Erkrankungen kommen Kinder und Jugendlichen häufig zu Ihnen?
Das ist ganz unterschiedlich. Jüngere Kinder im Grundschulalter sind oft wegen Verhaltensproblemen in der Schule oder der Familie bei uns. Das kann sich manchmal in einer großen Zurückgezogenheit, in Ängsten und Depressionen, Lern- und Konzentrationsproblemen äußern. Wieder andere fallen durch Aggressionen auf.
Bei den Jugendlichen kann es sich dann auch um beginnende Persönlichkeits-, Angst- und Zwangsstörungen handeln. Hinzu kommen auch hier depressive Erkrankungen, Essstörungen. Folgeerkrankungen nach traumatischen Erlebnissen findet man in jedem Alter. Jeder Hintergrund, jede Geschichte ist ganz individuell. 

Wie sieht denn so ein Tagesablauf für die Patienten aus und wie lange dauert die Therapie in der Tagesklinik?
Die Kinder sind in drei Altersgruppen – Grundschulalter, ca. 13 bis 15 Jahren und ca. 16 bis 18 Jahren – mit jeweils sechs Kindern aufgeteilt. Das ermöglicht es den Patienten, ihre Probleme altersgerecht anzusprechen und zu bearbeiten. Außerdem bleibt so ein enger Bezug zur realen Welt der Kinder und Jugendlichen bestehen.
Bis 7.45 Uhr müssen alle Patienten bei uns in der Tagesklinik sein. Nach einer Begrüßung und einem gemeinsamen Frühstück gibt es individuelle Therapiezeiten und Unterricht in der Klinikschule. Für jedes Kind ist dabei ein maßgeschneiderter Therapieplan entwickelt worden, der auf die persönlichen Gegebenheiten und erarbeiteten Ziele abgestimmt ist. Nach dem Mittagessen schließen sich nochmals Therapiezeiten, Schule und Freizeitgestaltung an, bis die Patienten 15.30 abgeholt werden oder alleine nach Hause fahren.

Da die Stabilisierung der Kinder- und Jugendlichen, das Erlernen neuer Verhaltensmuster und die Umsetzung therapeutischer Ziele viel Zeit, Einfühlungsvermögen und eine permanente Rückkoppelung braucht, dauert ein Aufenthalt bei uns in der Regel zwischen drei bis sechs Monaten. 

Sie haben die Leitung der Tagesklinik seit April 2015 inne. Was wünschen Sie sich für Ihre Arbeit?
Ich wünsche mir natürlich, dass wir die Kinder und Jugendlichen nach der gemeinsamen Zeit und Arbeit in unserer Tagesklinik gesünder entlassen können. Selbst wenn eine gewisse Restsymptomatik zurückbleibt, hoffe ich, dass wir sowohl den Patienten als auch den Eltern Strategien und ein gutes Handwerkszeug mitgeben, wie sie mit ihren Symptomen und Problemen besser umgehen und damit auch ihren Alltag erfolgreicher gestalten können.

 

Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 111 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 49 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, elf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,2 Millionen Patienten, davon mehr als 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 69.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2013 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.


Pressekontakt:
Annett Lott
Regionalleiterin Unternehmenskommunikation Herzzentrum Leipzig, HELIOS Park-Klinikum Leipzig
Telefon:  (0341) 865-2191
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