Das Prostatakarzinom gilt als häufigste Krebserkrankung des Mannes. Für die Behandlung stehen heute eine Vielzahl von Therapieverfahren zur Verfügung. In einem frühen Stadium entdeckt, besteht die Chance auf Heilung durch einen operativen Eingriff. Die Durchführung der radikalen Prostatektomie ist die Therapie der Wahl – ein Eingriff, der über verschiedene Zugangswege durchgeführt werden kann, z.B. endoskopisch, perineal oder retropubisch. Prinzipielle Komplikationen dieses Eingriffs ist die Verletzung des Blasenschließmuskels mit einer resultierenden Harninkontinenz sowie Verletzung der Gefäß-Nerven-Strukturen, die für eine Erektion verantwortlich sind. Zum Schutz dieser, für die Kontinenz und die erektile Funktion verantwortlichen Strukturen wird an unserer Klinik eine mikrochirurgische Operationstechnik durchgeführt, die ein hohes Augenmerk auf das postoperative Ergebnis und den Erhalt des Schließmuskels sowie des Gefäß-Nervenstranges legt. Hierdurch kann bei über 90% der Patienten eine komplette Kontinenz erzielt werden und bei ca. 70% der Patienten einen Erhalt der Erektionsfähigkeit. Zur Überprüfung des onkologischen Ergebnisses führen wir regelmäßig intraoperative Schnellschnitte durch, die gewährleisten, dass die Tumorzellen (R0) entfernt worden sind.
Als Therapiealternativen stehen eine Strahlentherapie als Perkutane (von außen durch die Haut) oder als interstitielle direkte Bestrahlung der Prostata durch Einbringung einer Strahlenquelle (Brachytherapie) zur Verfügung.
Bei fortgeschritteneren Tumorstadien kommt eine Hormontherapie oder eine Chemotherapie in Frage, die wir im Rahmen eines interdisziplinären Prostatakarzinomzentrums gemeinsam mit der Medizinischen Klinik II verabreichen.
Das Harnblasenkarzinom ist der vierthäufigste maligne Tumor des Mannes, der achthäufigste Tumor der Frau. Risikofaktoren für das Auftreten eines Harnblasenkarzinoms ist das rauchen sowie bestimmte industrielle Karzinogene. Die Frühdiagnostik des Harnblasenkarzinoms erfolgt in der Regel über eine Urinuntersuchung, bei der dann Blut im Urin oder maligne Zellen (Cytologie) nachgewiesen werden. Die weitere Diagnose erfolgt dann mittels Blasenspiegelung (Cystoskopie). Eine Verbesserung der Sensitivität der Blasenspiegelung kann durch die Installation eines Farbstoffes erfolgen, der dann unter Beleuchtung mit blauem Licht fluoresziert. (Fluoreszenzcystoskopie). Eine Technik, die am Klinikum Krefeld selbstverständlich angeboten wird.
Der erste Therapieschritt ist dann die transurethrale Resektuion des Tumors. Hierfür erfolgt die Abtragung des Tumors mit einer elektrischen Schlinge. Das gewonnene Gewebe wird dann mikroskopisch untersucht. In Abhängigkeit der Schwere der Erkrankung stehen dann verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung: