Die PET ist ein diagnostisches Verfahren mit dem Stoffwechselvorgänge und Funktionen im Körper abgebildet werden können. Zur Bilderzeugung werden sehr geringe Mengen radioaktiv markierter Stoffe verwendet, z.B. Zucker (FDG = Fluordesoxyglukose). Die Strahlung wird mit einem hochempfindlichen Kameraring registriert und computergestützt als dreidimensionales Bild (Tomographie) dargestellt. Mit der CT wird die Struktur und Anatomie des Körpers unter Verwendung von Röntgenstrahlen dreidimensional erfaßt.
Die Bildinformationen von PET (Stoffwechsel, Funktion) und CT (Struktur, Anatomie) ergänzen sich in idealer Weise. Durch die Kombination in einem Gerät ist die Aufnahme von PET und CT in einem Untersuchungsgang in identischer Liegeposition möglich. Die beiden Datensätze können automatisch übereinander gelagert werden (PET/CT-Bildfusion). Dies erlaubt eine millimetergenaue räumliche Zuordnung von krankhaften Stoffwechselprozessen, z.B. Tumorabsiedlungen.
Wir betreiben das hochmodernes PET/CT-Gerät Gemini GXL 16 von Philips, bestehend aus einem hochauflösenden Detektor-Vollring mit GSO-Kristallen und einem 16-Zeilen-Spiral-CT, mit dem anatomische Schnittbilder des Körperstamms innerhalb von 30 Sekunden erfaßt werden. Die PET-Aufnahmezeit verkürzt sich dadurch auf ca. 25-30 Minuten (herkömmlich ca. 60 Minuten). Der Kameraring hat einen komfortablen Durchmesser für eine flexible Patientenpositionierung. Dies erleichtert die Untersuchung auch für Patienten mit Klaustrophobie (Platzangst) oder Adipositas (bis 195 kg Körpergewicht). Durch ein zusätzlich installiertes Lasersystem können die PET/CT-Aufnahmen direkt für eine Bestrahlungsplanung der Strahlentherapie/Radioonkologie verwendet werden.
Das Haupteinsatzgebiet für PET/CT-Untersuchungen sind Tumorerkrankungen (Krebs), da die meisten bösartigen Tumore den Zucker FDG vermehrt aufnehmen, z.B. Lymphdrüsenkrebs (Lymphome, NHL, M. Hodgkin), Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom), Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom), Dickdarmkrebs (Colorektales Karzinom), Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom), Kopf-Hals-Tumore, Gebährmutterhalskrebs (Cervixkarzinom), Brustkrebs (Mammakarzinom), Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) und Tumore unbekannter Herkunft (CUP-Syndrom).
Mit der PET/CT können Informationen über das Vorliegen eines bösartigen Tumors, eine Tumorausbreitung (Staging), die Wirksamkeit einer Behandlung (Therapiekontrolle) oder ein Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv, DD Narbe, posttherapeutische Veränderungen) gewonnen werden. Ein Vorteil der PET/CT ist die Ganzkörperuntersuchung, mit der in einem Untersuchungsgang sowohl der Haupttumor (Primärtumor) als auch Lymphknoten- und Fernabsiedlungen beurteilt werden können. Eine PET/CT-Untersuchung kann darüber hinaus zur Planung einer Probenentnahme (Biopsiesteuerung) und zur Strahlentherapieplanung von Tumoren verwendet werden.
Weitere Einsatzgebiete der PET/CT sind die Neurologie, z.B. die Frage nach einer Alzheimer-Erkrankung (Differentialdiagnostik der Demenz ), die Kardiologie, z.B. die Frage nach der Erholungsfähigkeit von minderdurchbluteten Herzmuskelarealen vor einer Bypass-Operation oder Gefäßaufdehnung (Vitalitätsdiagnostik) und die Entzündungsmedizin, z.B. die Suche nach entzündlichen Herden (Fokussuche).
Die Frage, ob eine PET/CT-Untersuchung in Ihrer individuellen Situation sinnvoll ist, kann letztlich nur zusammen mit den behandelnden Ärzten beantwortet werden.
Für eine PET/CT-Untersuchung mit dem Zucker FDG müssen Sie nüchtern sein, d.h. nach der Abendmahlzeit am Vorabend dürfen Sie keine Nahrung oder zuckerhaltigen Getränke mehr zu sich nehmen. Auch keine Bonbons lutschen und keinen Kaugummi kauen. Ebenso ist Fruchtzucker zu vermeiden. Zuckerfreie Flüssigkeiten (z.B. Mineralwasser, Tee oder Kaffee schwarz ohne Zucker) sind ohne Einschränkung erlaubt. Falls Sie unter einer Zuckerkrankheit leiden (Diabetes mellitus) oder ein hochdosiertes Kortisonpräparat einnehmen (Steroiddiabetes), informieren Sie uns bitte darüber, damit wir mit Ihnen zusammen die Untersuchung und die Vorbereitung planen können. Bei der PET/CT-Untersuchung von Kindern kann die Phase der Nüchternheit kürzer sein. Dies werden wir individuell mit den Eltern absprechen.
Da Sie bei der Vorbereitung und Untersuchung möglichst entspannt sein sollten, planen Sie bitte ausreichend Zeit ein (ca. 2-21/2 Stunden) und kommen Sie bitte pünktlich.
Aufgeregten oder ängstlichen Patienten kann durch die Gabe eines leichten Beruhigungsmittels geholfen werden. Da dies die Reaktionsbereitschaft beeinflußt, dürfen Sie anschließend nicht mehr selber mit dem Auto fahren. Bitte bringen Sie in diesem Fall eine Begleitperson für die Rückfahrt mit, lassen sich abholen oder benutzen öffentliche Verkehrsmittel.
Für eine Niedrigdosis-CT-Aufnahme im Rahmen der PET/CT-Untersuchung ist keine weitere Vorbereitung notwendig. Soll eine diagnostische CT-Untersuchung in höchster Qualität mit Kontrastmittelgabe (iodhaltig) durchgeführt werden, so bitten wir Sie, vorher die Laborwerte TSH und Kreatinin bestimmen zu lassen (Blutuntersuchung) und die aktuellen Werte mitzubringen.
Falls bei Ihnen eine Nierenfunktionseinschränkung, Schilddrüsenerkrankung, Kontrastmittel-unverträglichkeit oder -allergie bekannt ist, informieren Sie uns bitte im Vorfeld, damit wir den CT-Teil der PET/CT-Untersuchung individuell für Sie planen und vorbereiten können.
Nach dem Aufklärungsgespräch wird Ihnen eine Verweilkanüle in eine Armvene gelegt. Hierüber wird nach einer kurzen Ruhephase eine sehr geringe Menge des radioaktiv markierten Zucker (FDG) injiziert und meist eine Infusion (Tropf) mit physiologischer Kochsalzlösung gegeben, um Nieren und Harnwege optimal zu spülen. Die Ruhephase vor und nach der FDG-Injektion verbringen Sie möglichst entspannt auf einer bequemen Liege. Die eigentliche Untersuchung wird ca. 1 Stunde nach der FDG-Injektion begonnen und dauert je nach Umfang der Aufnahmen und der Körperlänge des Patienten ca. 25-30 Minuten. Nach Lagerung auf der Untersuchungsliege wird zunächst die CT-Untersuchung, z.B. als Niedrigdosis-CT des Körperstammes durchgeführt (Dauer 30 Sekunden). Je nach Fragestellung kann auch ein diagnostisches CT in höchster Qualität mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt werde. Die intravenöse Gabe des iodhaltigen Kontrastmittels erfolgt über die bereits liegende Verweilkanüle. Für eine diagnostische CT-Untersuchung des Bauchraumes (Abdomen-CT) wird in der Regel zusätzlich ein Darm-Kontrastmittel verabreicht. Diese Trinklösung wird Ihnen dann in der Ruhephase vor der PET/CT-Aufnahme gegeben.
Wenn die PET/CT-Untersuchung zur Bestrahlungsplanung benutzt werden soll, so wird die Aufnahme in Bestrahlungsposition und ggf. unter Verwendung von Lagerungshilfen durchgeführt.
Eine PET/CT-Untersuchung kann auch bei Kindern jeder Altersstufe durchgeführt werden. Ab einem Alter von 4. Jahren sind die Kinder meist so kooperativ, dass keine Beruhigungs- oder Schlafmittel gegeben werden müssen. Jüngere Kinder sollten zu einer Zeit untersucht werden, in der sie müde sind oder normalerweise schlafen (später Vormittag). Sie erhalten nach der FDG-Gabe ein Beruhigungsmittel als Rektiole (Zäpfchen), dass den Schlaf unterstützt. Säuglinge können eine halbe Stunde nach der FDG-Gabe eine Milchmahlzeit (Flasche oder Muttermilch) erhalten und schlafen damit meist von alleine ein. Während der gesamten Vorbereitungszeit und während der PET-Aufnahme können Sie bei Ihrem Kind bleiben. Nur während der kurzen Phase der CT-Aufnahme (30 Sekunden) sollten Sie den Raum verlassen.
Bei der Durchführung nuklearmedizinischer Untersuchungen werden Sie wie bei Röntgenuntersuchungen Strahlung ausgesetzt (Strahlenexposition). Bei nuklearmedizinischen Untersuchungen liegt die Strahlenexposition in der gleichen Größenordnung wie Ihre natürlich vorkommende Strahlenbelastung innerhalb eines Jahres.