Vor dem Beginn einer Therapie sollte mit dem Operateur das Ziel der Therapie in einem ausführlichen Gespräch geklärt werden. Für Frauen mit fortbestehenden Beschwerden steht die Erreichung von Schmerzfreiheit eher im Vordergrund als für Patientinnen, die weniger an den Beschwerden leiden, als vielmehr die Erfüllung eines Kinderwunsches im Vordergrund steht. Daraus ergibt sich ein auf die individuelle Patientin zugeschnittenes differenziertes Behandlungskonzept.
Im HELIOS Klinikum Krefeld arbeitet ein Team von Spezialisten auf dem Gebiet der Endometriose (Frauenärzte, Chirurgen, Urologen, Radiologen) wie auch aus den Gebieten der Schmerztherapie, Psychosomatik und Ganzheitsmedizin eng zusammen, um mit der Patientin den für sie besten Weg im Umgang mit der Erkrankung zu finden.
Die im Abschnitt Diagnose vorgestellten diagnostischen Verfahren der Bauchspiegelung (Laparoskopie) stellen gleichzeitig den ersten Schritt einer chirurgischen Therapie dar, denn bei diesen Laparoskopien können diagnostizierte Herde bereits mitentfernt werden.
Aus unserer Erfahrung zeigt die Laparoskopie als minimal-invasives chirurgisches Verfahren die geringste Rate an post-operativen Schmerzen sowie eine schnelle Erholung der Patientinnen nach der Operation und ermöglichen in den meisten Fällen eine rasche Entlassung in die häusliche Umgebung. Das beste kosmetische Ergebnis ist zu erreichen, je weniger und kleinere Zugangswege in den Bauchraum verwendet werden. Um die Erholung und die Kosmetik noch weiter zu verbessern, sind seit 2009 sogenannte Single-Port-Eingriffe etabliert. Hierbei ist nur noch ein einziger kleiner Hautschnitt im Bauchnabel notwendig, der nach Abheilung praktisch nicht mehr sichtbar ist.
Das HELOS-Klinikum Krefeld gehört zu den in dieser Technik erfahrensten Zentren in Deutschland.
Bei den verschiedenen Arten der Bauchspiegelung können Lage, Schweregrad und Wachstumstyp der Endometrioseherde und Endometriosezysten festgestellt werden. Sollte sich eine Endometriose bestätigen, kann bei dieser Laparoskopie bereits mit der chirurgischen Therapie der Endometriose begonnen werden.
Dies geht zum einen durch einen Schnitt unter Schonung der Nachbarstrukturen oder aber durch Koagulation. Das gesunde Gewebe der befallenen Organe sowie die Nachbarstrukturen müssen in beiden Verfahren geschont werden. Sollte es nicht vorher im ausführlichen Gespräch vor der Operation anders erläutert werden, sind ganze Entfernungen der Organe, wie z.B. Gebärmutter- oder Eierstockentfernung, im Allgemeinen nicht notwendig. Bei der Endometriose werden Sie von einem erfahrenen Operateur behandelt. Nur in Ausnahmefällen machen großflächige Endometrioseherde, massive Verwachsungen oder das Auftreten von Endometrioseherde an ungünstigen Stellen einen ausgedehnteren Eingriff (Bauchschnitt) erforderlich.
Nach der Operation werden die weiteren Therapieoptionen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Patientin zugeschnitten. Hierbei ist die medikamentöse Behandlung mit Hormonen (denn die Endometriose ist oft östrogenabhängig) und die Schmerztherapie wichtig. Im ganzheitlichen Ansatz gewinnen Therapien wie Homöopathien und chinesische Medizin (TCM, Akupunktur) an Bedeutung.