HELIOS Klinikum Krefeld

Schwangerschaft: Stress für die Schilddrüse

Jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Veränderungen an der Schilddrüse – viele, ohne es zu wissen. Und so klein das schmetterlingsförmige Organ auch ist, sein Einfluss ist groß. Gerade in der Schwangerschaft können Funktionsstörungen der Schilddrüse für die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind gravierende Folgen nach sich ziehen.

 

Die in der Schilddrüse produzierten Hormone werden über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt und sind an vielen biologischen Prozessen – etwa der Abwehr und dem Stoffwechsel – beteiligt. „Die Schwangerschaft stellt eine hormonelle Sondersituation dar und verlangt der Schilddrüse einiges ab. Durch die erhöhten Stoffwechselvorgänge steigt der Bedarf an Hormonen während der Schwangerschaft etwa um 50 Prozent an“, erklärt Dr. Ali Yüce, Endokrinologe am HELIOS Klinikum Krefeld. Über die Plazenta gelangen sie direkt zum Kind und fördern dessen geistige und körperliche Entwicklung. Kommt es durch eine Unterfunktion der Schilddrüse zu einem Mangel an den Hormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), drohen Entwicklungsstörungen beim Baby und das Risiko für Geburtskomplikationen steigt. „Deshalb ist es wichtig, bei einer bekannten Fehlfunktion die Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft regelmäßig und engmaschig vom Arzt kontrollieren zu lassen und gegebenenfalls den erhöhten Bedarf an Hormonen medikamentös zu decken“, so der Hormon-Experte.

 

Eine unerkannte Fehlfunktion der Schilddrüse kann zudem auch die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein: „Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch leiden nicht selten an der Autoimmunerkrankung Hashimoto, bei der die körpereigene Abwehr das Schilddrüsengewebe angreift“, erläutert Dr. Yüce die Erkrankung. Bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow hingegen wird die Schilddrüse durch körpereigene Antikörper übermäßig stark stimuliert und schüttet zu viele Hormone aus. „Hier besteht durch die Überfunktion allerdings die Gefahr schwerer Komplikationen.“ Deshalb rät der Mediziner Frauen, die an Morbus Basedow leiden, sich schon vor einer geplanten Schwangerschaft in endokrinologische Behandlung zu begeben.

 

Wichtig für die Bildung der Schilddrüsenhormone ist Jod: Eine ausreichende Zufuhr dieses Spurenelements in der Schwangerschaft ist wichtig, reduziert das Risiko einer Kropfentstehung bei Mutter und Kind und stellt die ausreichende Produktion von Schilddrüsenhormonen sicher. In den gängigen Folsäurepräparaten für Schwangere ist Jod bereits enthalten. Diese sind in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich. Wichtig ist die Fortsetzung der Jodid-Supplementation in der Stillzeit um den Bedarf des Neugeborenen abzudecken.
Eindeutige Anzeichen für eine mögliche Unterfunktion der Schilddrüse gibt es nicht: Abgeschlagenheit, Frösteln, Konzentrationsstörungen oder Gewichtszunahme sind gerade in der Schwangerschaft keine seltenen Begleiterscheinungen. Sie können aber auf eine Minderversorgung hinweisen. Nervosität, Zittern, Herzrhythmusstörungen und Haarausfall hingegen sind charakteristisch für eine Überfunktion.

 

 

 

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 111 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 17 Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

 

HELIOS versorgt jährlich mehr als  4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 70.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

 

Pressekontakt

Anna Prenner (ehem. Heuer)
Unternehmenskommunikation
HELIOS Klinikum Krefeld    
Telefon: 02151 – 32 1668
E-Mail: anna.prenner@helios-kliniken.de

 

 




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