HELIOS St. Marienberg Klinik Helmstedt

Klinik für Kardiale Elektrophysiologie - Zentrum für Herzrhythmusstörungen und Schrittmachertherapie

Medikamentöse Therapie:

Bei leichten Formen von Herzrhythmusstörungen kann eine angepasste medikamentöse Therapie bereits zum gewünschten Erfolg verhelfen. Hierbei kommen moderne Medikamente zum Einsatz, welche ein sehr gutes Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil aufweisen, wie z.B. sog. Beta-Blocker oder sog. Calcium-Antagonisten. Bei schweren Formen von Herzrhythmusstörungen kann es auch hin und wieder notwendig sein, stärkere Medikamente einzusetzen, hierbei müssen wir allerdings ein genaues Nutzen vs. Risikoabschätzung vornehmen, um den bestmöglichen Benefit für unsere Patienten zu erzielen. Im Falle von medikamentös nicht beherrschbaren Herzrhythmusstörungen ist die Notwendigkeit einer Katheterablation in Erwägung zu ziehen.

Eine erstdokumentierte Herzschwäche wird in der Regel immer beginnend mit einer medikamentösen Therapie behandelt. Man erhofft sich, dass sich der Herzmuskel unter der medikamentösen Therapie erholt, und nach wenigen Wochen wieder mehr Leistung erbringt. In einigen Fällen setzt sich allerdings die Herzschwäche trotz einer adäquaten medikamentösen Therapie fort, sodass der Herzspezialist in diesen Fällen den Einsatz besonderer Geräte empfiehlt, welche die Herzleistung und somit auch die Lebensqualität steigern können.

Katheterablation von Herzrhythmusstörungen:

Statistisch gesehen werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer mehr Menschen unter Herzrhythmusstörungen leiden. Insbesondere nimmt die Häufigkeit des sog. Vorhofflimmerns zu, dessen Anzahl  deutschlandweit auf mehr als 2 Million Patienten geschätzt wird. Diese Form von Herzrhythmusstörung ist zwar zumeist nicht akut lebensbedrohlich, kann aber die Lebensqualität des Einzelnen erheblich mindern. Viele der uns bekannten Herzrhythmusstörungen können durch einen therapeutischen Eingriff mit speziellen Herzkathetern, der sog. Katheterablation, dauerhaft geheilt werden. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass z.B. die Rezidiv Freiheit nach einer Vorhofflimmerablation durchschnittlich bis zu 70% im ersten Jahr beträgt. Dies hängt natürlich auch mit der Erfahrung des behandelnden Arztes zusammen. Ein erfolgreicher Eingriff führt in vielen Fällen dazu, dass Medikamente reduziert werden können oder sogar ganz darauf verzichtet werden kann. Bei der Katheterablation wird mithilfe eines speziellen Herzkatheters von der Leistenbeuge das Gewebe im Herzen verödet, das für die Herzrhythmusstörungen verantwortlich ist. Der Herzspezialist spricht dann z.B. davon, dass die Herzrhythmusstörung aus der rechten oder linken Herzhälfte kommt. Je nachdem wo wir die Herzrhythmusstörung vermuten, müssen selbstverständlich unterschiedliche Vorbereitungen vor jedem geplanten Eingriff getroffen werden. Zur Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen wenden wir moderne sog. elektroanatomische Mappingverfahren an, bei denen wir die Katheter in einer 3-D-Rekonstruktion der Herzkammern navigieren. Dies erlaubt uns, auch aufwändige Eingriffe exakt und mit deutlich reduzierter Strahlenbelastung durchzuführen. Diese Prozeduren erfordern in der Regel keine klassische Narkose. Bei Bedarf werden Beruhigungs- und/oder Schmerzmedikamente verabreicht.

Einsetzen von Herzschrittmachern / implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren:

In besonderen Fällen von Herzrhythmusstörungen können weder Medikamente noch ein Kathetereingriff zum erwünschten und notwendigen Therapieerfolg führen. Hierzu zählen ein sehr langsamer Herzschlag, der zu Schwindel oder Bewusstlosigkeit führen kann, sowie bösartige schnelle Herzrhythmusstörungen aus beiden Herzkammern, die zu einem plötzlichen Herztod führen können. Derartige Risikopatienten können wir anhand oben genannter Untersuchungsmethoden sicher im Vorfeld identifizieren und somit die erforderlichen Therapiemaßnahmen ergreifen.

Herzschrittmachertherapie:

Zur Behandlung eines zu langsamen Herzschlags stehen uns moderne Herzschrittmacher zur Verfügung, die
komplikationsarm implantiert werden können. Heutige Herzschrittmacher verfügen über diverse Sicherheitsalgorithmen und Überwachungsfunktionen, sowie über eine lange Batterielebensdauer von bis zu 10 Jahren. Auch der Einbau von MRT-fähigen Systemen, mit denen kernspintomogrophische Untersuchungen gefahrlos durchgeführt werden können, ist bei uns möglich.

Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator:

Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in Deutschland, und kann prinzipiell ohne Vorwarnung eintreten. Bei Risikopatienten, die wir häufig bereits im Vorfeld identifizieren können, kann der Rhythmustod durch die Implantation eines Defibrillators verhindert werden. Dies gilt besonders für Patienten mit Herzmuskelschwäche oder bereits überlebtem plötzlichem Rhythmustod, aber auch bei manchen angeborenen Herzerkrankungen. Wir beraten Sie gerne, ob diese Therapieform bei Ihnen sinnvoll ist.

Biventrikuläre Stimulationstherapie zur Behandlung der schweren Herzmuskelschwäche:

Zur Behandlung einer Herzmuskelschwäche stehen heute eine Vielzahl effektiver Medikamente zur Verfügung. Bei Patienten mit schwerer Herzschwäche und Erregungsleitungsstörungen des Herzens wird die Herzmuskelschwäche zusätzlich durch die sog. kardiale Resynchronisationstherapie, eine spezielle Form der biventrikulären Herzschrittmacherbehandlung, verbessert. Wir verfügen über eine große Expertise in der operativen Versorgung und der Programmierung dieser komplexen Schrittmachersysteme. Wir beraten Sie gerne persönlich, ob Sie von diesem Behandlungsverfahren profitieren.

Kardiale Kontraktilitäts-Modulation:

Seit wenigen Jahren stehen uns weiterhin Systeme zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Herzleistung bei bestimmten Patienten effektiv gesteigert werden kann. Diese Systeme erfordern eine hohe Expertise hinsichtlich der Implantation, sowie auch der Programmierung und Nachsorge. Unser Team beherrscht die erforderliche Expertise für derartige Systeme, so dass wir diese besondere Form der Device-Therapie ebenfalls unseren Patienten anbieten können.

Abteilung für Innere Medizin - Elektrophysiologie

Chefarzt
Priv.-Doz. Dr. med. Samir Said

Telefon: (0 53 51) 14 - 12 90
Telefax: (0 53 51) 14 - 82 44

Conringstraße 26
38350 Helmstedt

E-Mail



Über uns