HELIOS Klinik Hattingen

Neuropsychologie

Bei der neuropsychologischen Therapie werden Patienten mit psychischen Stö­rungen nach einer organischen Erkrankung des Gehirns, z.B. nach Schädelhirntrauma, Schlaganfall oder auch entzündlicher Erkrankung des Gehirns behandelt. Dabei werden nicht nur Art und Umfang der Störung, sondern auch die verbleibenden Möglichkeiten, die Behandlungsmotivation, das Ausmaß der Einsicht in die Störung und das soziale Umfeld der Betroffenen berücksichtigt.

 

Bei der Behandlung stärken wir daher vorhandene Fähigkeiten, fördern die Einsichtsfähigkeit in das Störungsbild und beziehen zur sozialen Reintegration das soziale Umfeld mit ein. Die Defizite werden durch direktes Üben, Kompensationstherapie und integrative Therapieformen behandelt. Ziel ist die optimale Ausnutzung der bestehenden Entwicklungsmöglichkeiten unserer Patienten. Die Therapieformen oder diagnostischen Verfahren werden zudem in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten und anderen Institutionen entwickelt und überprüft.

 

Wir unterstützen Patienten und Angehörige bei der Krankheitsverarbeitung psychotherapeutisch. Dabei besteht für Angehörige ein individuell konzipiertes psychologisches Beratungsangebot.

 

Kurzinformation

 

Aufmerksamkeitsstörungen gehören zu den häufigsten Folgeerscheinungen einer Gehirnverletzung. Betroffene reagieren oft deutlich langsamer, können sich schlechter auf Wesentliches konzentrieren, verlieren gedanklich und sprachlich den Faden oder können Ablenkungen von außen weniger gut ausgleichen (vermehrte Ablenkbarkeit).

 

Nach entsprechender und meist computergestützter Diagnostik werden im Schwerpunkt übende Verfahren zu Therapie eingesetzt. Die Verfahren sind hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades variabel und der jeweiligen Leistungsfähigkeit und dem Lebensalter anzupassen.

 

Gedächtnisstörungen sind hinsichtlich ihrer Ausprägung extrem unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von schwersten Formen (amnestisches Syndrom) mit Störungen des unmittelbaren Lernens, Behaltens und der Orientierung bis hin zu mittel- und leichtgradigen Störungen, die sich im Alltag u.a. beim Lesen und Behalten von Texten oder Erinnern von zu erledigenden Dingen zeigen.

 

Massiv betroffene Patienten mit Orientierungsstörungen bedürfen häufig einer beschützenden und strukturierenden Umgebung auf unseren fakultativ geschlossenen Stationen.

 

Gedächtnisstörungen werden in der Frühphase oft übend, in einer späteren Therapiephase mittels Kompensationsverfahren (Tagebücher etc.) einzel- und gruppentherapeutisch behandelt.

 

Wahrnehmungsstörungen sind zum einen Störungen, die aufgrund der Schädigung konkreter Sinnessysteme (u.a. Sehen, Hören) entstehen, oder Störungen, die die nachgeordnete Verarbeitung der Sinneseindrücke beinhalten.

 

Nach einer Schädigung des Sehsystems kommt es häufig zu Veränderungen der Sehschärfe (Visus), die oft durch eine Brille ausgeglichen werden können. Daneben kann es Einschränkungen des Gesichtsfeldes (Hemianopsien) geben, die mittels kompensierender Verfahren (u.a. Training schneller Augenbewegungen) und mittels stimulierender Verfahren am PC mit dem Ziel der Reorganisation von verbleibenden Ressourcen behandelt werden.

 

Zu den komplexen Verarbeitungsstörungen gehört u.a. das multimodale Neglect-Syndrom, welches sich zum einen in einer Vernachlässigung einer Gesichts- oder Körperhälfte zeigt, ohne dass diese ausreichend oder alleinig durch die Sinnesschädigung erklärbar ist. Andererseits kommt es häufig zu einer Selbstüberschätzung der Betroffenen.

 

Bei dieser Störung werden im Schwerpunkt Maßnahmen der optokinetischen Stimulation (OKS) und ein Explorationstraining angewendet, die die Aufmerksamkeit der Betroffenen in die vernachlässigte Seite lenken und zudem stark aufmerksamkeitsfördernd wirken.

 

Exekutive Störungen sind Beeinträchtigungen, die die Planung und Durchführung von Handlungen betreffen. Betroffene sind zum Teil ohne Eigeninitiative oder Handeln ohne ausreichende Vorüberlegung. Andere Betroffene zeigen eine verminderte Ausdauer oder Flexibilität.

 

Bei diesen Störungen werden übende, aber vor allem integrative Behandlungsansätze verwendet. In der Einzeltherapie (Planungsübungen etc.) und in der Gruppe werden oben erwähnte Bereiche geübt. Ziel ist auch eine verbesserte Selbsteinschätzung der Betroffenen.

 

Sprachliche Störungen werden in enger Zusammenarbeit mit der Sprachtherapie behandelt.

 

Zu erwähnen sind insbesondere leichtere Wortfindungsstörungen und sprachliche Störungen, die auch im Gedächtnis- bzw. in exekutiven Bereichen bedeutsam sind.

 

Persönlichkeitsveränderungen können zum einen in der Akzentuierung schon vorher vorhandener Persönlichkeitszüge bestehen oder auch eine tief greifende Veränderung der Persönlichkeit darstellen.

 

Neben der Schaffung angemessener und hilfreicher Umgebungen finden hier psychotherapeutische Interventionen (Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie, Familientherapie etc.) Anwendung.

 

Die Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung (psychische Reaktion auf eine schwere Erkrankung) und die Begleitung zum Teil unheilbar kranker Menschen gehört zu unseren besonderen Anliegen.

 

Kinder und Jugendliche werden auf zwei separaten Stationen versorgt. Diagnostische und therapeutische Verfahren berücksichtigen ausdrücklich das Alter und die bisherige Entwicklung des betroffenen Kindes oder Jugendlichen.

 

Ziel ist die optimale Ausnutzung des verbliebenen Entwicklungspotentials mittels altersgerechter und wissenschaftlich fundierter Therapieverfahren zur Verbesserung alltagsrelevanter Bereiche (Schule, Freizeit etc.).

So erreichen Sie uns

Abteilungsleitung
Dr. rer. medic Volker Völzke
Diplom-Psychologe
Telefon: (02324) 966-678
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