
Die Schlittenprothese ENDO-Modell® ist ein nicht geführter Oberflächenersatz zur Versorgung isolierter medialer, gelegentlich auch isolierter lateraler Gonarthrosen (Verschleiß nur des inneren oder nur des äußeren Anteils des Kniegelenkes). Eine Kufe aus Edelstahl (Chrom-Cobalt-Legierung) mit zwei parallelen Verankerungszapfen, läuft auf einem Plateau aus Polyethylen (Kunststoff). Das Plateau ist in der Formgebung dem Schienbeinkopf nachempfunden. Es gibt vier verschiedene Kufengrößen und zwölf verschiedene Plateaus um sich bei jedem Patienten individuell auf die anatomischen Gegebenheiten einstellen zu können. Beide Prothesenteile werden mit Hilfe von Knochenzement (Palacos®) im Knochen verankert.
Die Indikation setzt einen intakten Kapsel-Bandapparat voraus. Es darf präoperativ keine Fehlstellung des Kniegelenkes von mehr als 10° und keine Streckhemmung von mehr als 5° vorliegen. Bei rheumatoider Arthritis („Gelenkrheuma“) ist die Indikation eingeschränkt.
In der Langzeitbeobachtung ist der Einsatz der Schlittenprothese sehr positiv zu bewerten, wie unsere Operationsergebnisse zeigen.
Seit 1976 haben wir 2.900 Schlittenprothesen implantiert, momentan etwa 100 pro Jahr. Die 897 Schlitten, welche von 1981 bis 1989 hier im Hause eingesetzt wurden, haben wir nachuntersucht. Danach waren nach einer mittleren Verlaufszeit von 15 Jahren 90% der Patienten mit dem Operationsergebnis sehr zufrieden. 95% der Patienten erreichten postoperativ eine Beugung von mehr als 90° im operierten Kniegelenk, bei Schmerzfreiheit oder allenfalls geringen Restbeschwerden. Lockerungen der Komponenten traten nur in 3,4% auf, Infektionen waren mit 0,4% ebenfalls sehr selten. Häufigster Grund für eine Austausch-Operation war eine sekundäre Bandinsuffizienz (später entstehender Verschleiß der Seiten- oder Kreuzbänder) in 11,5% der Fälle.
Nach 12 Jahren war bei 85 von 100 Patienten die Prothese noch fest verankert, bei guter Funktion und Schmerzfreiheit.