Die Sattelprothese „ENDO-Modell“ wurde 1979 entwickelt und 1987 zum jetzigen Modell weiterentwickelt. Sie ist eine einfache Alternative zu anderen Methoden der Hüftrekonstruktion, wenn nach mehrfachem Prothesenwechsel oder operativer Entfernung eines Tumors der Hüftgelenkpfanne eine neue Hüftpfanne auch mittels Knochentransplantat nicht sicher verankert werden kann.
Ein breiter, drehsymmetrischer Sattel artikuliert direkt mit dem Os Illium (Darmbein). Der Sattel sitzt rotationsbeweglich auf dem Zapfen des jeweiligen Basisteiles. Die konische Bohrung des Basisteiles wird, wie sonst der Kugelkopf, auf die gewählte Schaftprothese gesteckt. Diese Verbindung ist durch einen exzentrischen Stift gegen Rotation gesichert.
Verschieden lange Basisteile ermöglichen den Erhalt der korrekten Beinlänge. Schwenkbewegungen sind im Gelenk zwischen Sattel und Knochen möglich, Rotationsbewegungen im Gelenk zwischen Sattel und Basisteil. Zusammen ersetzen sie die Bewegungsmöglichkeiten des verlorengegangenen Kugelgelenkes. Die Sattelprothese ist einfach zu implantieren, spart Operationszeit und führt zu befriedigenden funktionellen Operationsergebnissen.
Seit 1987 haben wir 300 Sattelprothesen implantiert, im vergangenen Jahr 20. 73 Prothesen, die zwischen 1987 und 1991 eingesetzt wurden, haben wir ausgewertet. Bedingt durch die hohe Zahl der Voroperationen und die damit verbundenen Schäden an den Weichteilen, war die Kraft und Beweglichkeit oft nicht wesentlich zu verbessern. Die Schmerzen und die funktionelle Aktivität der Patienten ließen sich jedoch signifikant verbessern, was in einer hohen Zufriedenheit der Patienten mit dem Operationsergebnis resultierte. In Fällen dramatischen Knochensubstanzverlustes im Beckenbereich stellte die Sattelprothese eine gangbare Therapiemöglichkeit dar.