Bei Austausch-Operationen einer gelockerten Hüftprothese findet man nicht selten Knochendefekte, entweder im Bereich der Hüftpfanne oder des Oberschenkelknochens, besonders dann, wenn eine gelockerte Prothese nicht rechtzeitig ausgetauscht wurde. In solchen Fällen ist es möglich, die verlorengegangene Knochensubstanz mittels einer Transplantation von Fremdknochen wieder aufzubauen. Strukturelle Transplantate werden mit Schrauben befestigt, Knochenchips werden dem Empfängerknochen angelagert und komprimiert. Die neue Prothese wird dann in den Fremdknochen einzementiert. So lassen sich auch bei stark geschädigten Knochen noch gute Operationsergebnisse erzielen.
Zu diesem Zweck unterhalten wir seit 1983 eine Knochenbank, die inzwischen die größte Deutschlands ist.
Bei 55% der in der HELIOS ENDO-Klinik Hamburg durchgeführten Hüftprothesenwechsel ist eine Knochentransplantation erforderlich. Wir haben die hier im Hause von uns durchgeführten Knochentransplantationen natürlich wissenschaftlich untersucht. Dabei zeigte sich nach einer mittleren Verlaufszeit von zehn Jahren in 83,2% der so rekonstruierten knöchernen Pfannenanlage eine unverändert regelrecht sitzende Kunstpfanne ohne Lockerungszeichen. Es lassen sich durch Transplantationen also die z.T. sehr schlechten Ausgangsbefunde während der Wechseloperation deutlich verbessern. Dadurch wird eine längere Standzeit der neuen Prothese ermöglicht.
Beim Aufbau eines geschädigten Oberschenkelknochens überblicken wir noch keinen so langen Zeitraum. Die ersten Ergebnisse sind aber ebenfalls sehr vielversprechend.