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Infektion

Die Infektion nach Versorgung mit einer Hüftendoprothese (Kunstgelenk) stellt eine zwar seltene, aber die am meisten gefürchtete Komplikation dar. Keime, wie z.B. Staphylokokken, besiedeln die Prothesenoberflächen und führen zu starken Schmerzen, Fieber, Schwellungen und Rötungen über dem Gelenk, gelegentlich bilden sich auch Fisteln aus.

 

Je nach Diagnose und Anzahl der Voroperationen ist etwa in 0,5 bis 5% der Fälle mit einer solchen Infektion zu rechnen. Bedenkt man die Zahl von fast 160.000 implantierten Hüftprothesen pro Jahr in Deutschland, wird deutlich, dass trotz der Seltenheit einer infektiösen Komplikation eine relativ hohe Anzahl betroffener Patienten resultiert.

 

Wir haben seit der Gründung unserer Klinik immer einen besonderen Schwerpunkt auf die Behandlung dieser schwierigen Fälle gelegt und ein einheitliches Therapiekonzept entwickelt. Unsere eigene, spezialisierte bakteriologische Abteilung ist eine unverzichtbare Hilfe für eine erfolgreiche Therapie. In den meisten Fällen gelingt es, die Infektion durch eine einzige Operation zu heilen. Die Operationsergebnisse bei Infektionen nach Hüftendoprothesen bescheinigen uns den Erfolg dieser Behandlungsmethode.

Therapiekonzept

Am Beginn der Therapie einer periprothetischen Infektion (Entzündung eines Kunstgelenkes durch Bakterien) steht die Sicherung der Diagnose. Dafür ist es unverzichtbar, das betroffene Gelenk zu punktieren und die gewonnene Gelenkflüssigkeit bakteriologisch zu untersuchen. So lässt sich der verursachende Keim nachweisen und ein wirksames Antibiotikum austesten.

 

Erst danach kann während einer einzigen Operation die infizierte Prothese und das infizierte Gewebe entfernt und eine neue Prothese eingesetzt werden.

 

Dem verwendeten Knochenzement wird dabei das jeweils als wirksam ausgetestete Antibiotikum beigemischt, welches direkt vor Ort in hoher Konzentration vom Zement wieder abgegeben wird und die jeweiligen Keime dort bekämpfen kann. Diese Wirkung hält über Monate an. Zusätzlich wird postoperativ für einige Tage ein Antibiotikum als Infusion gegeben.

 

Mit diesem Konzept haben wir seit drei Jahrzehnten sehr gute Ergebnisse, sowohl am Hüft- als auch am Kniegelenk, erreicht.

Operationsergebnisse

Seit 1976 haben wir 4.900 Infektionen von Hüftprothesen durch einzeitige Austausch-Operationen behandelt, im vergangenen Jahr 250. Die Patienten kamen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland, denn es gibt kaum Krankenhäuser, die sich auf die Therapie dieser schwierigen Fälle spezialisiert haben. Seit Gründung der Klinik haben wir die Patienten mit periprothetischen Infektionen (Entzündung eines Kunstgelenkes) der Hüfte engmaschig nachuntersucht. Mit zunehmender Routine ließ sich die Erfolgsquote weiter steigern. In der zuletzt untersuchten Patientengruppe ließen sich 88% im ersten Wechsel von der Infektion kurieren und sogar 94% nach einer zusätzlichen Wechseloperation. Dies zeigt, wie wichtig gerade in der Infektionsbehandlung die langjährige Erfahrung des Operations-Teams und des gesamten diagnostischen und therapeutischen Umfeldes ist. 89% der Patienten waren nach dem Eingriff mit ihrer Situation zufrieden oder sehr zufrieden. Dies bestätigt uns, unser erfolgreiches Therapiekonzept konsequent weiter zu verfolgen.