Die knöcherne Gelenkpfanne ist im Vergleich zum Oberarmkopf sehr klein. Um eine Luxation des Schultergelenkes zu verhindern, befindet sich um die gesamte knöcherne Gelenkpfanne eine Gelenklippe, das Labrum. Somit wird die Gelenkpfanne vergrößert. Im oberen Ausläufer dieser Gelenklippe ist die Sehne des langen Bicepsmuskels befestigt. Den Bereich der oberen Gelenklippe und den Ansatz der langen Bicepssehne bezeichnet man auch als Labrum-Bicepssehnen Komplex. Schäden in diesem Bereich werden als SLAP-Läsionen bezeichnet (Superior Labrum Anterior to Posterior).
Die Verletzung kann durch verschiedene Unfallereignisse oder aber auch Überlastungen ausgelöst werden. Unter anderem durch einen plötzlichen und unerwarteten Zug oder Druck auf die bereits vorgespannte Bicepssehne. Dies kann ein Sturz auf den ausgestreckten Arm sein, bei dem durch ein nach oben treten des Oberarmkopfes der Sehnenansatz mit der Gelenklippe abgeschert wird oder ein plötzliches Heben einer schweren Last, bei der die lange Bicepssehne so stark angespannt wird, dass Sie mit der Gelenklippe am Knochen abreißt. Als Pathomechanismus gelten Kompression (Sturz auf den ausgestreckten Arm), Zug (Wasserski), Peel-back (Werfer, Überkopfsportler).
Einteilung SLAP-Läsion:
Bei der Therapie der SLAP-Läsion ist ein differenziertes Vorgehen in Abhängigkeit des Verletzungstyps angezeigt. Dabei werden Typ I und III debridiert. Bei Typ II und IV werden abgerissene Anteile arthroskopisch refixiert. Bei der operativen Versorgung geht es darum, den Bizeps-Sehnenanker mit samt dem Oberrand des Labrums wieder sicher am oberen Glenoidrand zu befestigen, dies mit Hilfe von Fadenankern (vgl. RM-Ruptur).
Beim symptomatischen Verschleiß der langen Bizepssehne wird die Sehne durchtrennt und der Stummel am Bizepssehnenanker entfernt. Die Sehne wird gegebenenfalls in seiner Knochenrinne am Oberarmkopf mit Fadenankern fixiert.